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Mönchengladbach
So schnell sind Tasche und Handy weg

Drei Tricks von Taschendieben
Mönchengladbach. 266 Taschendiebstähle sind im ersten Halbjahr bei der Polizei angezeigt worden. Langfinger sind vor allem im Gedränge unterwegs. Die Polizei hat mit uns drei Fälle nachgestellt und dabei gezeigt, wie leicht man bestohlen werden kann. Von Gabi Peters und Marei Vittinghoff

Das Smartphone in der hinteren Hosentasche? Das ist keine gute Idee. Ein geübter Griff, und das Handy ist weg. Hajo Hackin vom Kommissariat Prävention zeigt, wie es geht - natürlich nur als Abschreckung. Langfinger hätten gestern auf der Hindenburgstraße jede Menge potenzieller Opfer gefunden. Fast jeder zweite junge Mann hatte sein Smartphone griffbereit in der Hosentasche stecken.

266 Taschendiebstähle sind im ersten Halbjahr dieses Jahres bei der Mönchengladbacher Polizei angezeigt worden. Das sind zwar weniger als im Vergleichzeitraum des Vorjahres (335), trotzdem ist die Zahl immer noch sehr hoch. Deshalb nimmt die Gladbacher Polizei wieder an der landesweiten Aktionswoche "Augen auf und Tasche zu! Langfinger sind immer unterwegs" teil. Gestern informierte sie Bürger an der Hindeburgstraße über Tricks der Taschendiebe und zeigte, wie man sich schützen kann.

Ein Blick, ein Griff - und das Handy ist aus der hinteren Hosentasche gezogen. FOTO: Gabi Peters

Taschendiebe nutzen besonders oft Situationen, in denen Gedränge herrscht, "oder sie versuchen es mit Ablenkungsmanövern", sagt Kripochef Manfred Joch. "Einer verschüttet einen Becher Kaffee über Ihr Hemd, ein Zweiter stiehlt das Portemonnaie und übergibt es einem Dritten, der sofort flüchtet." Selbst wenn das Diebstahlopfer einen Verdächtigen hat, könne man dem häufig nichts nachweisen, weil die Beute längst weg ist, sagt Hajo Hackin.

Ablenkungsmanöver gibt es viele, wie die Polizei uns demonstriert. Unsere Mitarbeiterin Marei Vittinghoff sitzt auf den Treppen am Minto, die Handtasche steht dicht neben ihr. Sie wird nach einer Adresse gefragt und guckt einen Moment zur Seite. Schwupps, ist die Tasche gestohlen. Nächste Diebstahls-Falle: Vor dem Einstieg in den Bus wird die Geldbörse aus der Tasche gezogen, die Tasche bleibt auf, weil das Portemonnaie ja nachher wieder hinein soll. Und schon hat man den Langfingern wieder eine Zugriffsmöglichkeit eröffnet.

Höflich beantwortet unsere Mitarbeiterin Marei Vittinghoff die Frage nach dem Weg - und schon ist die Handtasche weg. FOTO: Gabi Peters

Weil Taschendiebe gerne das Gedränge in öffentlichen Verkehrsmitteln nutzen, beteiligt sich auch die NEW wieder an der Aktion der Polizei. In Bussen wird erneut mit einem Video vor Langfingern gewarnt. Im ersten Halbjahr 2016 gab es 109 Taschendiebstähle in Bussen und an Bushaltestellen. Dass diese Zahl im ersten Halbjahr 2017 auf 65 sank, führt die NEW auch auf das Video und auf die Kameraüberwachung in jedem zweiten Bus zurück. Auch für die Polizei können die Bilder aus den Bussen wichtig werden. Denn mit ihnen lassen sich möglicherweise Tatverdächtige identifizieren. "Diebstahlsopfer sollten möglichst schnell die Polizei rufen und nicht erst nach Hause fahren", rät Hajo Hackin. Nur so habe man eine Chance, die Verdächtigen noch in Tatortnähe zu schnappen.

Weitere Informationen zum Thema "Taschendiebstahl - wie man sich davor schützt" gibt es auf der Internetseite www.polizei-beratung.de.

Ticket bezahlt, Handtasche auf, freier Zugriff für Langfinger. FOTO: Gabi Peters
Quelle: RP
 
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