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Mönchengladbach
So schön ist der Herbst

Mönchengladbach: So schön ist der Herbst
Das Judasohr: Diesen Pilz können Sammler bedenkenlos verzehren. Gefunden hat ihn Horstmann im Genhülsener Wald.
Mönchengladbach. Der Hobby-Fotograf Ludger Horstmann ist mit seiner Kamera auf die Suche nach Pilzen gegangen. Dabei entstanden diese Bilder. Aber Vorsicht: Nicht jeder Pilz ist essbar. Von Nicole Scharfetter

Zugegeben: Vom goldenen Oktober kann derzeit nicht die Rede sein. Vielmehr hat der Herbst gerade Sendepause, geradezu verdrängt wurde er vom nasskalten Winter. Wie schön die Jahreszeit aber sein kann, zeigt uns der Hobby-Fotograf Ludger Horstmann, der, wie er selbst sagt, schon seit jeher mit der Kamera unterwegs ist. Gerne bildet er das Stadtgebiet ab: "Menschen, Tiere, Pflanzen und Gebäude", sagt Horstmann. Diesmal sind es Pilze.

Unter der Brücke der A 61 an der Niers zwischen Odenkirchen und Wickrath wächst dieses Exemplar, Michael Bayer meint ein Schwefelporling.

Auf die Idee, Pilze zu fotografieren, kam der Gladbacher bei dem ein oder anderen Spaziergang, den er in den letzten Wochen gemacht hat. Erst war es Zufall - Ludger Horstmann hat nämlich immer eine Kompaktkamera dabei. Dann ging er gezielt auf die Suche nach den Gewächsen. Fündig wurde er zum Beispiel unter der Brücke der A 61 an der Niers zwischen Odenkirchen und Wickrath oder in der Freizeitanlage nahe des Schlossbads Niederrhein.

Ein Pilz-Kenner ist Horstmann aber nicht. Klar: Champignon, Steinpilz und Pfifferling kann er noch voneinander unterscheiden. Dass der Fliegenpilz giftig ist, das weiß Ludger Horstmann auch - unverkennbar, mit dem roten Hut und den weißen Punkten. Ein echter Experte dafür ist Michael Bayer. Die meisten der Pilze kann er anhand der Bilder bestimmen, allerdings gibt es auch Arten, die nur unter dem Mikroskop erkannt werden (siehe Bildunterschriften).

Den Schnecken scheint es zu schmecken: Der Pilz-Experte ist sich nicht ganz sicher. Er schwankt zwischen Mürbling und Faserling Psathyrella.

Für Horstmann sind Pilze einfach schöne Motive, die aber gar nicht so einfach zu fotografieren sind. "Es darf nicht zu dunkel sein", sagt Horstmann. Würde er nämlich einen Blitz einsetzen, verändere sich das Bild extrem. "Künstliches Licht löscht die natürlichen Schatten", erklärt er. Zu viel Sonne sollte es allerdings auch nicht sein, "dadurch entstehen sehr harte Schlagschatten, die das Motiv unruhig machen", sagt Horstmann. Grundsätzlich bringe die Sonne beim Fotografieren aber viele Vorteile mit: Vor allem werden die Bilder farbbrillanter.

Nach Modellen hat der Hobby-Fotograf unter anderem auch im Volksgarten gesucht, wo aus einem verrotteten Buchenstamm Pilze sprießen. Dort hat er auch gefällte Eichenstämme entdeckt, die mit Pilzen bewachsen sind. Und im Genhülsener Wald entdeckte Ludger Horstmann das Judasohr. Bei diesem Pilz ist er ganz sicher: "Der ist essbar."

Auf gefällten Buchenstämmen im Volksgarten wachsen diese Pilze. Eine Ansammlung verschiedener Porlinge, Tramaten und Schichtpilze.

Wer jetzt Lust aufs Pilzesammeln hat, der sollte sich an ein paar Regeln halten. Denn nicht jeder Pilz ist essbar. Bevor Anfänger zum ersten Mal Pilze suchen gehen, sollten sie sich schon im Vorfeld mit dem Thema befassen. Ein gutes Buch gibt einen ersten Überblick über die vielen verschiedenen Pilzarten. Der beste Einsteiger-Pilz ist der Röhrenpilz, auch bei Verwechslungen kommt es in der Regel nicht zu dramatischen Vergiftungen.

Wer auf einen unbekannten Pilz stößt, sollte die Sorte keinesfalls in großen Mengen ernten. Ein oder zwei Pilze reichen aus, um die Art von einem Experten bestimmen zu lassen. Im Falle einer Vergiftung, unbedingt den Notarzt verständigen.

Quelle: RP
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