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Mönchengladbach
So sieht Gladbachs Kita-Landschaft aus

3000 Teilnehmer bei Demo zum Kita-Streik in Köln
3000 Teilnehmer bei Demo zum Kita-Streik in Köln FOTO: dpa, nic
Mönchengladbach. Der Streik ist vorüber, doch eine Einigung im Tarifstreit ist nicht in Sicht: Auch in den Kindertageseinrichtungen in Mönchengladbach herrscht weiter Unklarheit. Zahlen und Fakten zur Situation der Kitas gibt es hier im Überblick. Von Sebastian Bergmann

Die Meldung wird sich unter Kindergarten-Eltern gestern schnell herumgesprochen haben: Trotz Schlichterspruch konnte in den zähen Tarifverhandlungen für Kita-Erzieher zwischen Gewerkschaften und kommunalen Arbeitgeber noch immer keine Einigung erzielt werden. Zwar müssen die besorgten Eltern bis zur nächsten Verhandlungsrunde im August keine neuen Kita-Streiks befürchten, doch ist die aktuelle Situation für beide Seiten unbefriedigend. Wie Mönchengladbachs Kita-Landschaft derzeit aussieht, lässt sich anhand von Daten der Stadtverwaltung feststellen.

Vor allem ein Thema hat Verwaltungen, Politik und Öffentlichkeit in den vergangenen Jahren beschäftigt, wie kaum ein anderes: die U3-Betreuung. Mit diesem Begriff eng verbunden ist das im Jahr 2008 beschlossene Kinderförderungsgesetz. Es bestimmt, dass alle Kinder, die das erste Lebensjahr vollendet haben, seit August 2013 das Recht auf einen Betreuungsplatz in der Kita oder Tagespflege haben. Selbst Kinder im ersten Lebensjahr haben unter bestimmten Voraussetzungen ein Anrecht auf Förderung - zum Beispiel, wenn beide Eltern erwerbstätig, auf Arbeitssuche oder in Ausbildung sind.

Die Geister-Kitas von Düsseldorf FOTO: Endermann, Andreas (end)

Laut den aktuellsten Daten der Stadt (Stand: Anfang 2014) ist die Zahl der unter Dreijährigen in Kindertagesstätten zwischen 2007 und 2014 von 129 auf 1408 gestiegen. An 97 der 127 Kindergärten in Mönchengladbach hat es finanziell geförderte An- und Umbauten gegeben. Außerdem wurden bis Anfang 2014 sechs neue Kitas mit insgesamt 331 Plätzen gebaut, Tagepflegepersonen geworben und ausgebildet sowie das vom Rat beschlossene Lena (Lernen und erziehen nutzt Allen)-Konzept umgesetzt.

Zum Stichtag 1. August 2013 standen laut Auskunft der Stadt 1761 U3-Plätze in den Kitas, Lena-Gruppen und in privater Tagespflege bereit. Damit wurde eine Versorgungsquote von 34,8 Prozent erreicht. Das reicht aus, um den Rechtsanspruch zu erfüllen, weil sich Angebot und Bedarf rein rechnerisch nahezu decken. In 2014 standen insgesamt 7771 Plätze in den Kitas aller Träger zur Verfügung. Damit wurde eine Versorgungsquote von 95,1 Prozent erreicht.

Kita-Streik: Demo in Krefeld FOTO: Thomas Lammertz

Die Gebühren für einen Kita-Platz hängen stark vom Einkommen der Eltern ab. Übersteigt das Brutto-Jahreseinkommen die Grenze von 12 271 Euro nicht, müssen die Eltern auch nicht für einen Kita-Platz zahlen. Eltern, deren Brutto-Jahreseinkommen über 98 168 Euro liegt, zahlen hingegen am meisten für die Betreuung ihrer Kinder. Je nach Stundenzahl, die die Kinder in der Woche in der Kita verbringen, kann ein Platz bis zu 431,50 Euro (U3; 45 Stunden-Woche) kosten.

Laut Stadtsprecher Wolfgang Speen soll es frühestens Ende Juli aktualisierte Zahlen bezüglich der Kindergartenlandschaft in Mönchengladbach geben.

Quelle: RP
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