| 00.00 Uhr

Mönchengladbach
So war der Reporter-Tausch

Mönchengladbach: So war der Reporter-Tausch
Delf Gravert war unser Kollege in Mönchengladbach . . . FOTO: Gravert/Gruhn
Mönchengladbach. Andreas Gruhn tauschte eine Woche das Mönchengladbacher Büro der Rheinischen Post mit dem Arbeitsplatz von Delf Gravert beim Schleswig-Holsteiner Zeitungsverlag in Itzehoe. Wie es für die beiden war? Hier gibt es das Fazit. Von Delf Gravert

Ich könnte jetzt zum Abschied schreiben, ich hätte schon immer mal nach Mönchengladbach gewollt. Stimmt aber nicht. Die Stationen für den Reportertausch wurden ausgelost und wäre es nicht so gewesen, hätte ich Mönchengladbach vermutlich nicht gewählt. Nicht, weil ich etwas Negatives mit der Stadt verbunden hätte, sondern weil ich außer Fußball praktisch nichts mit ihr verbunden habe. Und jetzt? Was bleibt im Gedächtnis? 1. Gladbach hat Besuchern viel zu bieten - nicht nur fußballerisch: Interessante Museen, ein abwechslungsreiches Kulturangebot, schöne Schlösser und Kirchen und eine spannende Geschichte.

Dazu ist das Umland landschaftlich reizvoll. Ich habe nur einen Teil dessen gesehen, was mich gereizt hat. 2. Verstanden habe ich als Nordlicht, warum Mönchengladbach eine Karnevalshochburg ist. Das jecke Treiben wurde mir als generationsübergreifendes Vergnügen, das ein Stück weit die Gesellschaft zusammenhält, erklärt. Wenn es denn so funktioniert und im besten Fall noch integrierend wirkt, kann man den Gladbachern da nur viel Spaß in der fünften Jahreszeit wünschen.

Und uns norddeutschen Spaßbremsen ein wenig Karnevalsfeeling. 3. Am meisten beeindruckt haben mich die engagierten Menschen, die ich getroffen habe und die mir - ich schrieb es bereits - sehr offen und freundlich begegnet sind. Mein Einblick ist natürlich nicht repräsentativ, aber ich gehe mit dem Gefühl, dass es um Mönchengladbach ganz gut bestellt ist wegen dieses Engagements. Egal, ob hauptamtlich oder ehrenamtlich tätig, in der Stadtbibliothek in Rheydt, im Karnevals- oder im Stadthistorischen Museum oder bei der Sternwarte in Rheindahlen - es gibt Bürger, die sich ein- und damit ihre Stadt voranbringen.

Darüber können die Gladbacher froh sein, denn mit solchen Menschen lassen sich auch die Probleme, die Gladbach wie jede Großstadt zweifellos hat, lösen. 4. Last but not least hat sich der Besuch für mich beruflich gelohnt. Unsere Branche befindet sich in einem großen Umbruch, muss sich zum Teil neu erfinden, zum Teil Bewährtes bewahren. Im oft hektischen Alltagsgeschäft bleibt meist wenig Zeit für die notwendige selbstkritische Reflexion der eigenen Arbeit. Da hilft es, mal über den Tellerrand zu blicken.

Während ich beobachtet habe, wie meine Kollegen auf Zeit von der RP arbeiten, habe ich mehr über die Norddeutsche Rundschau, ihre Leser, ihre Ausrichtung und ihren Aufbau nachgedacht, als ich es sonst vermutlich in einem oder zwei Monaten tue und auch das eine oder andere erkannt, was wir in Itzehoe in Zukunft besser machen können. 5. Nach einer Woche als Gastreporter kann ich daher sagen, hat man die Wahl, sollte man sich für einen Besuch in Mönchengladbach entscheiden.

Ich werde irgendwann wieder kommen, um die Stadt ein bisschen besser kennenzulernen.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Mönchengladbach: So war der Reporter-Tausch


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.