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Mönchengladbach
Sonnenfinsternis: Und dann rissen plötzlich die Wolken auf

Fotos: Sonnenfinsternis-Fotos aus Mönchengladbach
Fotos: Sonnenfinsternis-Fotos aus Mönchengladbach FOTO: Sabrina Fels
Mönchengladbach. Kaum jemand hatte noch damit gerechnet, einen Blick auf die Sonnenfinsternis zu erhaschen. Doch dann riss für wenige Augenblicke die Wolkendecke auf und gab die Sicht auf das Naturschauspiel frei. Das Himmelspektakel war perfekt. Von Christian Lingen

Leicht frustriert stehen rund 50 Fans der Sonnenfinsternis in der Sternwarte und blicken auf den völlig bewölkten Himmel. "Das ist hier in der niederrheinischen Tiefebene leider typisches Wetter", sagt Sternwarten-Besucher Dieter Vegelahn.

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Damit die Besucher zumindest wissen, wie es hätte aussehen können, zeigt Tillmann Sehlen vom Astronomischen Arbeitskreis an einem Modell, was gerade am Himmel passiert. Auf einem Laptop läuft parallel eine Simulation der Finsternis. "Da! Da ist was!", ruft auf einmal eine Besucherin. Die Beobachter stürmen auf die Wiese vor der Sternwarte und schauen nach oben. Kaum sichtbar erscheint eine schmale Sichel. Der schwarze Schatten ist deutlich zu sehen. Dann reißt plötzlich der Himmel auf und die Sicht ist frei. Ein Raunen geht über die Wiese. Das Naturspektakel ist perfekt

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So sah die Sonnenfinsternis in NRW aus FOTO: dpa, hka tmk

Die Sonnenfinsternis ist so klar zu sehen, wie es alle gehofft hatten. Bei freier Sicht, auch wenn sie nur knapp zwei Minuten dauert, holen einige ihre Schutzbrillen heraus und blicken auf das Naturschauspiel. Andere schauen durch eines der Teleskope, die auf der Wiese aufgebaut stehen. Sie haben spezielle Filter, damit sie die Augen nicht schädigen.

Der Höhepunkt der Finsternis war um 10.37 Uhr. Nun, um 10.46 Uhr, wirkt es noch genauso. Deutlich ist wahrzunehmen, dass es dunkler geworden ist. Außerdem sind die Temperaturen gesunken. Es ist kalt auf der Wiese. Die Vögel scheinen verstummt. Als gerade alle fasziniert auf die Sonnenfinsternis blicken, ziehen wieder Wolken vor die helle Scheibe und das Spektakel ist vorbei. Nur schwach ist durch die dicke Wolkenschicht noch eine dünne Sichel wahrnehmbar. Wenige Minuten später ist gar nichts mehr zu sehen.

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"Das hat sich ja jetzt doch noch gelohnt. Damit habe ich gar nicht mehr gerechnet", sagt Tillmann Sehlen. Kurz bevor der Himmel unerwartet aufgerissen war, hatte er auf seinem Smartphone eine Wetter-App aufgerufen. "Über Rheinland-Pfalz gibt es Wolkenlücken", fiel das traurige Resümee aus.

Doch er und alle anderen Beobachter wurden entschädigt. Dass die Finsternis so gut zu sehen ist, dass die Schutzbrillen aufgezogen werden müssen, damit hatte niemand gerechnet. Zum Abschluss versammeln sich die Beobachter im Vortragsraum und erleben das Spektakel noch einmal in einem Vortrag mit - ganz gemütlich bei Kaffee und Brötchen.

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Und so haben die Menschen in den anderen Teilen NRWs die Sonnenfinsternis erlebt.

Quelle: RP
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