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Mönchengladbach
Sonntagsöffnung dank Hochseilakrobatik?

Mönchengladbach: Sonntagsöffnung dank Hochseilakrobatik?
Die Geschwister Weisheit sind für ihre Hochseilartistik bekannt. FOTO: Imago
Mönchengladbach. Die unendliche Geschichte um die verkaufsoffenen Sonntage in Mönchengladbach hat ein neues Kapitel: Diesmal soll der Stadtrat zu einer Sondersitzung am 30. August zusammenkommen. Bisher steht als einziger Punkt der Antrag des City-Managements auf der Tagesordnung, am 8. Oktober die Geschäfte in der Gladbacher Innenstadt von 13 bis 18 Uhr öffnen zu lassen. Von Denisa Richters

Die gesetzlich geforderte hohe Besucherfrequenz, die nicht durch die Sonntagsöffnung selbst begründet sein darf, sondern durch eine soll durch eine parallel stattfindende Veranstaltung, soll diesmal durch spektakuläre Hochseilakrobatik zum Stadtfest gewährleistet sein. Dafür werden die Geschwister Weisheit aus Gotha gebucht. Die Organisatoren vom City Management verweisen darauf, dass eine Show der Geschwister Weisheit in Rumänien schon mal 100.000 Besucher gelockt habe - ein Vielfaches der Frequenz bei Sonntagsöffnungen. Beim verkaufsoffenen Sonntag im Frühling waren in Gladbach rund 13.000 Kunden gezählt worden.

Auf dem Sonnenhausplatz soll für die Akrobatikaufführung, die nicht nur am Sonntag, sondern auch am Samstag geplant ist, ein 62 Meter hoher Mast aufgebaut werden. Der Startmast für die Motorradshow, die zum Programm gehört, soll vor C & A stehen. Ein weiterer Showplatz ist auf der oberen Hindenburgstraße vor Alberto/Sinn Leffers geplant. Bis hinunter zum Kaufhof sollen sich Stände mit Getränken und Speisen ziehen. Die Sondersitzung ist nötig, weil der Stadtrat verkaufsoffenen Sonntagen zustimmen muss. Da das City-Management den Antrag aber erst am 31. Juli und somit mitten in der politischen Sommerpause einreichte, der Rat aber regulär erst am 18. Oktober tagt, also nach dem avisierten Sonntag, wäre nur die Alternative geblieben, den verkaufsoffenen Sonntag nicht zu genehmigen. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Fraktion, vermutlich die FDP, dann die Sondersitzung beantragt hätte, wäre jedoch hoch gewesen. "Deshalb habe ich mich dazu durchgerungen", sagt OB Hans Wilhelm Reiners. "Nicht im Interesse des City-Managements, sondern wegen der Einzelhändler entlang der Hindenburgstraße, die wirtschaftlich auch auf verkaufsoffene Sonntage angewiesen sind."

Torben Schultz, Fraktionschef der Linken, zeigt sich "entsetzt, dass der Rat eine Sondersitzung macht, um das Versagen des City-Managements auszubaden!" SPD-Fraktionschef Felix Heinrichs bezeichnet es als "ärgerlich, aber offenbar nicht anders machbar".

Der Rat entscheidet am 30. August aber nur über die Satzung, die den verkaufsoffenen Sonntag ermöglicht. "Die Veranstaltung als solche muss dann mit allen sicherheitsrelevanten Aspekten noch genehmigt werden", betont Reiners.

Quelle: RP
 
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