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Mönchengladbach
Sonntagsverkauf: Es hat funktioniert

Mönchengladbach: Sonntagsverkauf: Es hat funktioniert
In Scharen liefen gestern die Besucher von Gourmetmarkt und Frühlingsfest über den Teil der Hindenburgstraße, an dem die Geschäfte geöffnet hatten. Das Gladbacher Citymanagement will nun einen neuen Versuch starten, damit auch die geplanten Sonntagsöffnungen im Herbst genehmigt werden. FOTO: Reichartz
Mönchengladbach. Sie haben gehadert, gekämpft und sich am Ende durchgesetzt: Der verkaufsoffene Sonntag mit Frühlingsfest ist für die Gladbacher Geschäftsleute ein Erfolg. Die Besucherzahlen liegen über den Prognosen. Im Herbst geht's weiter. Von Eva Baches und Dieter Weber

Käse, Wein, dazu Wurstspezialitäten und süße Leckereien: Besucher und Käufer drängelten sich gestern an den Ständen des französischen Gourmetmarktes, der auf dem Sonnenhausplatz aufgebaut war. Junge Menschen saßen auf den Treppen des Einkaufszentrums Minto, so wie es frühere Generationen vor dem Stadttheater gemacht hatten. Und die Eisdielen und Cafés meldeten prima Geschäfte. "Die Mönchengladbacher haben mit den Füßen abgestimmt und uns gezeigt, dass sie an solchen Festen in Verbindung mit einem verkaufsoffenen Sonntag immer noch sehr interessiert sind", bilanzierte Eduard Felzen, Vize-Vorsitzender des Gladbacher Citymanagements, nachmittags.

Nicht nur über den gestrigen verkaufsoffenen Sonntag in der Gladbacher City hatte es viele Diskussionen gegeben. Vier hatte die Geschäftsleute-Vereinigung beantragt, alle waren zunächst abgelehnt worden. Und immer mit dem gleichen Argument: Der Anlass - gestern Gourmetmarkt mit Frühlingsfest - ziehe weniger Besucher an als der verkaufsoffene Sonntag selbst. Genau das ist aber nicht erlaubt, weswegen vor allem die Gewerkschaft Verdi gegen die Verkaufsöffnungen prozessierte - und oft recht bekam. Nach langem Hickhack bekamen die Gladbacher Geschäftsleute den gestrigen Verkaufssonntag genehmigt. Allerdings mit der Auflage, das Veranstaltungsgebiet deutlich einzuschränken. An der Friedrichstraße blieben gestern die Geschäfte ebenso zu wie an der Bismarckstraße und auf dem unteren Teil der Hindenburgstraße. Das Citymanagement musste außerdem Besucher zählen. "Wir sind sicher, dass unsere Prognosen erreicht, wenn nicht sogar deutlich übertroffen werden", erklärte Felzen gestern.

Und das sagen die Kunden: Peter Steinbusch ist aus dem Rhein-Erftkreis gekommen: "Wir sind wegen des Marktes hier. Ich sehe keine Notwendigkeit, sonntags die Geschäfte zu öffnen." Helga Reichter freut sich über den Trubel. "Ich bin froh, dass ich eine Gelegenheit habe, in die Stadt zu gehen", sagt sie. Ulrike und Nadine Wolf ist aufgefallen, dass nicht alle Geschäfte geöffnet haben. "Ich finde es schade. Es ist auch ungerecht den anderen gegenüber", findet Ulrike Wolf. Wilfried Häckels befürwortet einen stärkeren Dialog von Einzelhandel und Politik. "Die Gesetzeslage muss sich ändern. Die Politiker sollten sich mit dem Einzelhandel zusammensetzten", betont er. Sonst würden viele, gerade aus dem Grenzgebiet, zu den Nachbarn in die Niederlande abwandern. "Wir sind oft in Holland an den Sonntagen. Dort treffen wir viele Deutsche", erklärt er. "Ich finde es bedauerlich, dass die verkaufsoffenen Sonntage abgesagt wurden",sagt Veronika Stelter.

Stefan Wimmers, Chef des Citymanagements, war nach der gestrigen Bilanz optimistisch: "Auf der Basis des Machbaren war es ein guter verkaufsoffener Sonntag." Jetzt sollen neue Anträge für die drei Termine im Herbst gestellt werden.

Quelle: RP
 
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