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Mönchengladbach
Sopranistin Taryn Knerr in der Hauptkirche

Mönchengladbach. Nicht ganz ernst war Udo Witts Anmerkung zur Eröffnung des diesjährigen Rheydter Musiksommers gemeint. Er sei es von den vergangenen Jahren her gewohnt, meinte schmunzelnd der Hauptkirchenkantor, dass es beim ersten Konzert regnet. Nun müsse er sich erheblich umstellen. Die Befürchtung, dass es deswegen Probleme geben würde, erwies sich als unbegründet. Niemand musste im Frack auftreten, den Mitwirkenden wurde legere Sommerkleidung erlaubt, und für Getränke war gesorgt. Von Gert Holtmeyer

Klassische und romantische Volkalmusik stand auf dem Programm. Als Solistin war Taryn Knerr in die Hauptkirche gekommen. Die Sopranistin ist dem Rheydter Publikum seit Jahren von beeindruckenden Oratorien-Aufführungen her bekannt. Mitglieder der Kantorei der Hauptkirche und des Kammerchores Viersen-Dülken bildeten den Chor. Udo Witt übernahm die Klavierbegleitung und leitete die Aufführung mit gewohnter Sorgfalt.

Die erste Hälfte des Programms war Felix Mendelssohn Bartholdy gewidmet. Im gut abgestimmten Miteinander von Solistin und Chor waren zwei geistliche Werke des früh verstorbenen Komponisten zu hören, die Hymne nach Worten aus Psalm 55 und die Arie "Meine Seele dürstet nach Gott". Engagiert und in guter Verfassung präsentierte sich der Chor; mit reiner, durchsetzungsfähiger Stimme überzeugte die Solistin. Von Udo Witt einfühlsam begleitet, folgte ein kammermusikalisch sensibler Vortrag der beiden Mendelssohn-Lieder "Doch der Herr, er leitet die Irrenden recht" und "Der du die Menschen lässest sterben". Vom gleichen Komponisten war das Lied ohne Worte op. 30 Nr. 1 von Witt in kultivierter Wiedergabe auf dem Klavier zu hören.

"Panis Angelicus", César Francks beliebter "Ohrwurm", durfte noch vor wenigen Jahren in reformierten evangelischen Kirchen nicht aufgeführt werden. Heute, so Witt, nimmt man es etwas lockerer, und so nutzte er die Gelegenheit zu einer gelungenen Aufführung. Einen Ausblick auf das Adventskonzert gab es mit einigen Ausschnitten aus Haydns "Die Schöpfung". Die gelangen so gut, dass von den zahlreich erschienenen Zuhörern ein Da Capo als Zugabe durchgesetzt wurde. Interessant dürfte auch das nächste Konzert am 9. Juli (19.30 Uhr) werden. Dann kommt das Duo Franziska Pietsch (Violine) und Detlef Eisinger (Klavier) in die Hauptkirche.

Quelle: RP
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