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Mönchengladbach
Spanien und Wien - beim Neujahrskonzert vereint

Mit Klängen der Strauß-Dynastie und Darbietungen einer Flamencotänzerin begann im Theater das neue Jahr. Von Heide Oehmen

"Unser Theater hat als einziges in Deutschland Planungssicherheit bis zum Jahre 2025": Für diese beruhigende Nachricht in seiner Ansprache beim Neujahrskonzert im ausverkauften Theatersaal erhielt Oberbürgermeister Hans-Wilhelm Reiners viel Applaus. Der OB würdigte alle Mitwirkenden, vor allem das in diesen Tagen sehr geforderte Orchester, warb für die reichhaltigen Kulturangebote in der Stadt und für das Engagement der Bürger, das immer mehr benötigt werde.

"In Kooperation mit der Stadt", so drückte es der treffliche Moderator, Generalintendant Michael Grosse, aus, veranstaltet das Theater jeweils am 1. Januar das vom Publikum geliebte Neujahrskonzert, das wieder von einer großen Zahl der politisch Verantwortlichen besucht wurde.

Mihkel Kütson, der nie um ausgefallene Ideen verlegene Generalmusikdirektor (GMD), hatte sich für diese Veranstaltung etwas Besonderes ausgedacht. Angeregt durch ein Kammerkonzert der Sinfoniker, bei dem unter anderem Flamenco getanzt wurde, lud er eine der berühmtesten spanischen Tänzerinnen ein, die sowohl in klassischem Ballett als auch in der Kunst des Flamenco ausgebildete Úrsula López. Nach großen Erfolgen auf ersten Bühnen betreibt sie im spanischen Sevilla inzwischen eine eigene Flamencoschule.

Vorbildlich musikalisch unterstützt durch Mihkel Kütson und seine bestens aufgelegten "Niederrheinischen Sinfoniker", gab die Künstlerin in farbenfroher, eleganter Garderobe und mit fesselnder Ausstrahlung in Ausschnitten aus Werken von Manuel de Falla ("Der Dreispitz" und "La vide breve = Das kurze Leben") sowie Isaac Albéniz (aus "Iberia") Proben ihres faszinierenden Könnens. Doch damit nicht genug. López führte, ohne Orchester, sich mit Kastagnetten begleitend, auch die kräftezehrende Fußarbeit beim seit einigen Jahren zum immateriellen Kulturerbe gehörenden Flamenco vor. Das Publikum war restlos begeistert und überschüttete die Spanierin mit Beifall.

Nicht weniger gefeiert wurden die "Niederrheiner" und ihr vor Temperament nur so sprühender GMD. Er hatte Walzer und Polkas der drei Strauß-Söhne Johann, Eduard und Josef ausgewählt, getreu dem Motto "Neujahrsgrüße aus der ganzen Welt". Da hießen die Polkas "Auf Ferienreisen", "Mit Extrapost", "Aus der Ferne" oder "Die Bajadere" = indische Tempeltänzerin), ein "Ägyptischer Marsch" war zu erleben und auch einschmeichelnde Walzer wie "Wo die Zitronen blüh'n", "Tausend und eine Nacht" und zum Schluss - mit viel Sentiment zelebriert - "Wiener Blut". All diesen teils rasant servierten, teils mit viel Einfühlsamkeit ausmusizierten Kostbarkeiten schenkten die Instrumentalisten mit brillanten Sololeistungen gewürzten blühenden Wohlklang, von Mihkel Kütson stets präzise und animierend geführt.

Nach einem von Michael Grosse mit der nötigen Prise Humor vorgetragenen, bedenkenswerten "Lebensrezept" der Katharina Elisabeth Goethe - Mutter des großen Dichters - ließen sich Orchester und GMD, motiviert von nicht enden wollendem Applaus, noch gerne zu drei Zugaben (einschließlich des selbstverständlich erwarteten "Radetzkymarsches") überreden, um anschließend - auf Einladung des OB - im Foyer mit den Besuchern auf ein hoffentlich friedvolles und gelingendes Jahr 2018 anzustoßen.

Quelle: RP
 
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