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Mönchengladbach
Speicker Schützen haben wieder Pech

Mönchengladbach: Speicker Schützen haben wieder Pech
Nach der Parade versammelten sich die Speicker Schützen und ihre Gastbruderschaften an der Ruine der zerstörten Jungkönigs-Residenz. Weil es einen vergleichbaren Zwischenfall in Speick noch nie gab, schoss man ein Erinnerungsfoto, dass in die Geschichte des Bürgerschützenvereins eingehen wird. FOTO: Jörg Knappe
Mönchengladbach. Zum dritten Mal in Folge kam es beim Speicker Schützenfest zu unerfreulichen Zwischenfällen. Vor zwei Jahren regnete es, in vergangenen Jahren kollabierten Zuschauer. Am Samstag wehten Sturmböen die Residenz des Jungkönigs um. Von Christian Lingen

Ein normales Schützenfest scheint beim Bürgerschützenverein St. Hermann-Josef Speick nicht möglich zu sein. Vor zwei Jahren prasselte pünktlich zur Parade ein Platzregen vom Himmel. Im vergangenen Jahr war es bei der Parade so heiß, dass eine Seniorin zusammenbrach, die Parade unterbrochen wurde und ein Rettungswagen anrückte. Während der Versorgung der Patientin kollabierte eine weitere Dame. In diesem Jahr hatten die Speicker Schützen gleich dreifach Pech. Zuerst kam es Dienstagnacht zu einem versuchten Diebstahl von Getränken aus dem Kühlwagen. Am Samstagabend wehten Sturmböen den Fahnenigel vor der Kirche um. Er fiel auf ein davor geparktes Auto und beschädigte es schwer. Wenige Minuten später ließ der Wind die Residenz von Jungkönig Marvin Gützkow auf die Straße kippen und ein Bierzelt wegwehen. Die Feuerwehr kam zum Aufräumen.

Die Sorge, dass es auch in diesem Jahr wieder zu unerfreulichen Zwischenfällen kommen könnte, war bei den Speicker Schützen groß. "Als es am Samstag mit dem Sturm so richtig losging, haben wir die Musik ausgestellt und das Zelt verlassen. Da klingelte auch schon das Telefon, und wir bekamen die Nachricht, dass die Residenz in Trümmern liegt", erzählte Vizepräsident Benny Effertz. Sofort rannten die Schützen los zu dem nur eine Straße weiter stehenden Bau und versuchten zu retten, was noch zu retten war. Doch das war nicht viel. "Wir haben zwei Monate lang mit teilweise bis zu zwölf Leuten gleichzeitig daran gearbeitet. Das Material hatten wir von Schützen aus Beeck bekommen. Die Residenz nun zerstört zu sehen, ist echt traurig", sagte Jungkönig Marvin Gützkow beim Frühschoppen. Um überhaupt Wasser im Festzelt zu haben, wurde eine Leitung kurzfristig installiert.

Da war noch alles gut. Am Samstag legten die Schützen vor der Kirche einen Kranz nieder. Stunden später stürzte der Fahnenigel im Hintergrund auf ein Auto. FOTO: Knappe Joerg

Gestern Morgen konnten die Speicker Schützen schon wieder über die Vorfälle schmunzeln. Nach dem ökumenischen Gottesdienst traten sie vor der Kirche zur Parade an. Marscherleichterung gab es trotz Hitze nicht. Dafür verteilten die Damen des Bürgerschützenvereins Wasser an die Schützen und Zuschauer. "Ich bitte darum, reichlich Gebrauch vom Angebot zu machen. Wir möchten nicht, dass hier noch einmal jemand zusammenbricht", erklärte Präsident Markus Effertz über Lautsprecher. So leerten die Speicker während der Parade mehrere Kästen Wasser. Nur das Trommlercorps Klinkum und die Ruhrtaler Musikanten leisteten sich einen Fauxpas. Als die Fahnenschwenker aus Hermges eine Showeinlage zeigten, marschierten die Musikanten einfach ab und hörten auf zu spielen. Das Wickrather Bundesschützen-Tambourcorps griff spontan ein und spielte einen Marsch.

Nach der Parade zogen die Schützen für ein Erinnerungsfoto zur zerstörten Residenz. König Tilman Sehlen kam beim Frühschoppen danach ordentlich ins Schwitzen. "Ich habe mein ganz eigenes Motto: Schwitzt du noch oder schwimmst du schon?" Hans-Gert Orth und Danny Kaye erhielten das Silberne Verdientskreuz und Josef Baumanns und Robert Roeben junior den Hohen Bruderschaftsorden.

Quelle: RP
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