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4:1 - der Matchplan des FC geht voll auf

Lokalsport: 4:1 - der Matchplan des FC geht voll auf
Hiergeblieben! FC-Sechser Alexandros Armen (l.) im Duell mit Fischelns Spielmacher Kevin Breuer. Der technisch versierte Ex-Borusse schoss sein Team in Führung, doch am Ende setzte sich der kämpferische Stil der Gladbacher durch. Armen leitete das 4:1 ein, nachdem er Breuer den Ball "geklaut" hatte. FOTO: Dieter Wiechmann
Fussball-Oberliga. Die Westender machten beim hoch verdienten Sieg gegen den VfR Fischeln alles richtig - taktisch und geografisch. Der kleine Kunstrasenplatz kam dem Spiel des Teams von Stephan Houben entgegen. Diesen Vorteil nutzte es gekonnt. Von Karsten Kellermann

"Matchplan" ist ein großes Wort, eines, das zuweilen überstrapaziert wird. Doch gestern passte es ausgezeichnet, um zu erklären, warum der Aufsteiger 1. FC Mönchengladbach den Tabellenzweiten VfR Fischeln hoch verdient 4:1 (1:1) besiegte.

Der Plan, den FC-Trainer Stephan Houben entworfen hatte, beinhaltete erstens den taktischen Ansatz, das Kurzpassspiel des Gegners nicht zuzulassen und ihm das eigene Spiel aufzudrücken. "Wir haben uns nicht auf den Gegner konzentriert, sondern auf unser Spiel, zum ersten Mal in der Oberliga. Das müssen wir jetzt immer so machen", sagte Alexandros Armen, der mit seinem Sechser-Kollegen Pascal Schellhammer eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung hatte: Mit viel Einsatz liefen sie die Räume zu. Und auch wenn der wirbelige Kevin Breuer, früher Regionalliga-Spieler bei Borussia, nicht vollends auszuschalten war und das 0:1 (20.) erzielte, raubten sie und ihre Kollegen Fischeln doch mehr und mehr den Nerv mit nimmermüdem Attackieren.

In Houbens Plan spielte auch die Geografie eine wesentliche Rolle. Das Spiel fand auf dem engen Kunstrasen oberhalb des Hauptplatzes an der Luisenstraße statt. "Wir wollten die Räume eng machen, das geht auf dem Platz besser. Und man kommt da auch besser in die Zweikämpfe", berichtete Frederik Verlinden, der nach 50 Minuten und einer Ecke das 2:1 regelrecht erzwang. Zudem, so Houben, "ist der Weg zum Tor viel kürzer, da kann schon ein langer Schlag reichen und man ist in der Box". So geschah es in der 43. Minute, als Armen nach einem weiten Freistoß Fischelns Torwart Halil Özcelik in einen Luftkampf verwickelte, der Keeper den Ball nicht zu fassen bekam und Oguz Ayhan das 1:1 erzielte - drei Minuten nach seiner Einwechslung.

"Ein glückliches Händchen" habe er gehabt, gestand Houben, der sich entschieden hatte, Justin Klein schon vor und nicht erst nach dem Seitenwechsel rauszunehmen: "Er kam nicht ins Spiel, das hat er selbst gemerkt." Dass später Enrico Zentsch mit seinem Doppelpack den Sieg ausbaute (60./82.), bestätigte ebenfalls den Plan des Trainers. Zentsch, sagte Houben, sei ein Fleißling, der jedem Ball nachjagt. So sollte er Fischeln schon im Aufbau stören und zudem Nadelstiche setzen. Das tat er. Überhaupt hielt der FC mit seiner Art das Spiel stets in Unruhe - auch das war ein Teil des Plans für diesen Tag.

Hinzu kam der Teamgeist, den die Westender den technischen Vorteilen des Gegners entgegensetzten. "Jungs, nicht aufhören zu laufen. Wenn wir alles geben, sind wir besser", rief Alexandros Armen den anderen auf dem Platz lautstark ins Gedächtnis. Doch jeder, das war spürbar, hatte das verinnerlicht. Armen trug dazu bei, dass die 82. Minute symbolisch wurde für das Spiel: Er "klaute" Feintechniker Breuer den Ball, rannte in den Strafraum und legte quer zu Zentsch, der nur noch zum 4:1 einstubsen musste. "Wir haben Fußball gearbeitet", sagte Verlinden. Dass der Matchplan des FC aufging, war auch Torhüter Peter Dreßen zu verdanken. Der verhinderte vor der Pause mehrfach einen höheren Rückstand. Die Gelb-Rote Karte, die sich Fischelns Christos Pappas abholte (54.), half dem FC ebenfalls. Weniger hilfreich war der Platzverweis, den sich Pascal Schmitz zwei Minuten vor dem Ende einhandelte. Zu Houbens Plan gehörte das definitiv nicht, schmälerte aber nur wenig den Gesamteindruck. "Wir haben alles richtig gemacht", fasste Frederik Verlinden zusammen.

Quelle: RP
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