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Alle Taktik hilft dem TVK in Neuss nicht

Lokalsport: Alle Taktik hilft dem TVK in Neuss nicht
TVK-Debütant Liam Meyer (Mitte) trifft gegen die Neusser Felix Handschke und Daniel Pankofer (von links). FOTO: Michael Jäger/TVK
Handball 3. Liga. Beim unbesiegten Spitzenreiter der Dritten Handball-Liga verlieren die weiter dezimierten Korschenbroicher mit 21:31. Von Georg Amend

Die gute Nachricht: Der TV Korschenbroich hatte im Gastspiel beim Neusser HV wieder eine zahlenmäßig halbwegs konkurrenzfähige Bank. Doch auch drei Auswechselspieler plus ein Torwart - am Spieltag zuvor hatte lediglich ein Akteur auf der Bank gesessen - reichten gegen den weiterhin ungeschlagenen Tabellenführer der Dritten Liga naturgemäß nicht: Die Hausherren siegten letztlich ziemlich ungefährdet mit 31:21 (18:9).

Dabei hatten die Gäste gut angefangen und sich mit zwei Ballgewinnen in der 3:3-Abwehr eine 3:0-Führung herausgeworfen. Doch die offensive Defensive bot eben auch Lücken, die Neuss fortan vor allem in Person von Felix Handschke nutzte, der all seine acht Treffer vor der Pause erzielte, in der das Spiel bereits entschieden war. Sein Trainer Ceven Klatt meinte: "Wir wissen, dass er ein verkappter Linksaußen ist, der auch im Rückraum spielen kann. Das nutzen wir im Spiel aus." Handschke erzielte dann nach rund zwölf Minuten auch die erste Neusser Führung, die der Spitzenreiter kontinuierlich ausbaute, um in Hälfte zwei vornehmlich den "zweiten Anzug" spielen zu lassen, was das Resultat im Rahmen hielt. So sagte TVK-Trainer Ronny Rogawska im Anschluss auch: "Am Ende bin ich zufrieden, dass wir nicht brutal auf die Mütze bekommen haben."

Die Zehn-Tore-Niederlage ordnete Rogawska als "unter den Umständen normales Ergebnis" ein. Immerhin ist die personelle Not noch so groß, dass er den einzigen Linkshänder und eigentlichen Rechtsaußen Gerrit Stassen lange im rechten Rückraum aufbot und in Peer Pütz einen Rechtshänder auf rechtsaußen stellte - für alle keine komfortable Situation. Stassen sorgte mit ungenauen Abschlüssen ebenso für schnelle Neusser Attacken wie Pütz mit Fehlwürfen, bei denen er auch das Pech hatte, dass er drei Mal am Torgestänge scheiterte - ein bitterer Abend für zwei Spieler, die sich in den Dienst der Mannschaft gestellt hatten. Und Neuss war so clever, die rechte Seite des TVK zum Wurf kommen zu lassen und die linke, wo Top-Torschütze Max Zimmermann auf Anspiele wartete, zuzumachen.

So verpuffte auch die taktische Maßnahme von Rogawska, 20 Minuten lang seinen Torhüter Max Jäger zugunsten eines siebten Feldspielers vom Platz zu nehmen. Statt die Überzahl nutzen zu können, gab es sogar zwei Treffer ins leere Tor, ein Mal war so der Neusser Keeper Vladimir Bozic erfolgreich. Rogawska rechtfertigte den mutigen taktischen Versuch: "So bringt man den Gegner kurz aus dem Konzept. Aber unsere Chancenverwertung war nicht gut." Der Trainer sah aber das Positive: "Das ist eine Option für später, gegen andere Gegner, die wir jetzt unter Stress auf den Punkt bringen konnten. Wenn Stassen auf rechtsaußen spielt und kein Rechtshänder, werden die Gegner auch nicht so auf der anderen Seite verdichten." Dass es auf der rechten Seite hakt, zeigt auch, dass der TVK unter der Woche gleich drei Linkshänder im Probetraining hatte.

Einer, der direkt helfen konnte, aber kein Linkshänder ist, war Liam Meyer, der in Neuss sein Debüt gab. Mit einem Treffer über das "falsche" Bein von halbrechts war es ein ordentliches. Rogawska: "Er ist Weihnachten aus St. Tönis zu uns gekommen. Er wird uns jetzt helfen." Das ist doch auch eine gute Nachricht.

Quelle: RP
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