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Lokalsport
American Footballer gründen Frauen-Mannschaft

Lokalsport: American Footballer gründen Frauen-Mannschaft
Aus Freude am Tacklen: Erste Erfahrungen mit dem Stoppen des Gegners sammelten die Interessierten Frauen schon mal. FOTO: Horst Höckendorf
American. Mehr als 30 Interessierte kommen zum ersten Training beim Wolfpack Mönchengladbach. 2017 könnte es in Liga zwei losgehen. Von Horst Höckendorf

FOOTBALL. Bereits zum ersten offenen Teammeeting hatten sich 34 Mädchen und Frauen im Alter zwischen 14 und 34 Jahren eingefunden. Alle hatten zumindest einen sportlichen Hintergrund vorzuweisen, überwiegend aus den Ballsportarten Fußball, Handball und Volleyball sowie aus verschiedenen Kampfsportarten. Peter Meyer, Sportlicher Leiter der Footballer des Wolfpacks, zeigte sich angesichts der großen Anzahl überrascht. "Mit so vielen Interessenten hätte ich nicht gerechnet, das zeigt aber auch, dass wir auf dem richtigen Weg sind", sagte Meyer im Anschluss der Veranstaltung.

Meyer stellte mit seinem Co-Trainer Vaago Weiland die Football-Abteilung sowie die Philosophie vor. Beide redeten unverblümt über Disziplin, Ausdauer, Härte, Teamgeist, Verantwortung und Vision als Faktoren, die ein Team für sportlichen Erfolg braucht. Der Vortrag schien zu fruchten, denn später kamen 32 Spielerinnen zum ersten Training. Mehr noch: Es war schon frühzeitig offensichtlich, dass etliche der Protagonistinnen mit Talent für die vermeintlich härteste Sportart ausgestattet sind, wie Meyer - gleichzeitig Damentrainer - erkannte. Jede durchlief unter Anleitung des Trainerteams fünf verschiedene Stationen. Trotz des harten Auftakttrainings mit teilweise ungewohnten Übungen verließ keine einzige vorzeitig die Halle, wie das Trainerteam am Ende zufrieden feststellte und dies auch gerne hervorhob.

Unter den bereits bekannten Gesichtern war auch Karen Konstabel, Team-Captain der Blackcaps Baseballer. "Für mich war es eine neue Erfahrung und bietet sich als mögliche Alternative an. Sollten wir mit den Blackcaps aufsteigen, wäre dies das Ende auf der Karriereleiter, denn höher darf ich leider nicht spielen. Zudem ist American Football bedeutend körperbetonter und für mich eine willkommene Ergänzung zum Baseball-Training", sagte Konstabel, die aber kleine Probleme beim Fangen des ovalen Eies offenbarte.

Unter den zahlreichen Talenten befindet sich mit Jennifer "Jenny" Bünten auch eine Ringerin, die im Schwergewicht 2010 Deutsche Meisterin, 2006 bei der EM Dritte und 2009 WM-Siebte wurde. Als "Defensive End" hat sie aber bereits ein Jahr Erfahrung bei den Aachen Vampires vorzuweisen. "Ich war überrascht, wie viele beim Training waren. So viele hatten wir in Aachen nie", erzählt Bünten, die durch ihren Freund, der ebenfalls Footballer ist, zu diesem Sport kam.

Mehr als 30 Spielerinnen gleich zu Anfang sind aus Vereinssicht jedenfalls mehr als eine solide Basis, um eine Frauenmannschaft mit Leben zu füllen. Künftig soll zwei- bis dreimal die Woche trainiert werden. Auch wenn die ersten blauen Flecken den Körper zieren und der Reiz des Neuen irgendwann verflogen ist, die verbleibenden und auch zukünftigen neuen Spielerinnen könnten 2017 als 9er-Tackle-Team in der zweiten Bundesliga für Furore sorgen.

Quelle: RP
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