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Lokalsport
Aufstieg - "das gleicht einem Wunder"

Baseball. Der Gladbacher Baseball-Team steigt im ersten Jahr in die Landesliga auf. Von Horst Höckendorf

Baseball ist die vielleicht amerikanischste Sportart überhaupt. Hierzulande fristet sie dagegen ein Schattendasein. Doch die Fangemeinde wächst. Just in dieser Phase ist den Mönchengladbacher Blackcaps das Unglaubliche gelungen: Im ersten Jahr ihres Bestehens wurden sie Meister und steigen nun in die Landesliga auf.

Noch vor nicht allzu langer Zeit trafen sich einige Baseball-Verrückte auf den Wiesen der Stadt. Provisorisch ausgerüstet schlugen sie nach den Bällen. Doch schnell fanden sie unter dem Dach des ASMG (American Sports Mönchengladbach) einen Verein mit Struktur. Das neue Zuhause der "Schwarzkappen" wurde, dank der Stadt, der bis dahin verwaisten Platz in Dohr. Denn der dort zuvor ansässige Fußballverein hatte sich abgemeldet. Von nun an konnte das Team um Spielertrainer Martin Rusch mit dem geregelten Training beginnen, was es auch ausgiebig tat. Zudem wurde die Mannschaft zum Spielbetrieb gemeldet.

Gleich im ersten Spiel gelang Martin Heinen ein Grand Slam Homerun, das Sahnehäubchen im Baseball. "Nach dem Eröffnungssieg gegen Aachen wussten wir, dass wir mithalten können. Anfangs war es nur Kampf, doch mit der Zeit lernten wir, intelligenter zu spielen, und dann war es ein Selbstläufer mit einem meisterlichen Ende, dass einem Wunder gleicht", sagt Martin Rusch.

Nun schwanken die Akteure zwischen Euphorie und Realismus. Denn zum Aufstieg herrscht im Kader eine geteilte Meinung. Ein Teil sieht es als neue Herausforderung, der andere Teil hat Zweifel, auch in der höheren Liga bestehen zu können. Das Team personell aufzurüsten ist für Rusch derzeit ein Ding der Unmöglichkeit: "Wir haben einen Kader von mittlerweile fast 40 Spielern, von denen 25 richtig Lust haben zu spielen", sagt er.

Einen weiteren Neuzugang gibt es schon: Eine Spielerin, die bisher für Wesseling in der Softball-Bundesliga gespielt hat, kommt zu den "Caps". Zudem fiel bei Schlagübungen ein Spieler auf, der nahezu jeden Ball traf. Er soll jetzt aufgebaut werden. "Wer jetzt zu uns kommt, muss sich im Training aufdrängen. Deshalb würde ich gerne eine zweite Mannschaft aufbauen, aber nicht zum Spielbetrieb anmelden. Mein Traum bleibt allerdings die Gründung von Junioren-Teams. Wenn es wie geplant läuft und wir die Platzanlage an der Brückenstraße erhalten, könnten auch diese Träume schnell Realität werden. Doch dann benötigen wir auch viele helfende Hände, alleine um den Anforderungen in der höheren Spielklasse gerecht zu werden", sagt Rusch.

Rusch dankt auch den ASMG-Ultras, die seit Mitte der Saison das Team auch in den Auswärtsspielen lautstark unterstützen. "Diese Fans haben das Flair, das Drumherum um das Spiel, kennen und lieben gelernt. Die machen Party in Teamarbeit, so wie wir auf dem Feld", sinniert der Coach.

Quelle: RP
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