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Lokalsport
Borussen enttäuschen in Lobberich

Handball-Oberliga. Beim Oberliga-Derby sind die Gladbacher von ihrer Bestform meilenweit entfernt, während die Gastgeber über 60 Minuten eine beeindruckende Vorstellung abliefern. Ein Glücksmoment gibt es für Coach Tobias Elis trotzdem. Von Wiltrud Wolters

Mit einer ganz starken Leistung hat der TV Lobberich in der Handball-Oberliga Borussia Mönchengladbach in seine Einzelteile zerlegt. Die Lobbericher siegten gegen eine in allen Belangen enttäuschende Borussia 28:18 (16:9). Während die Gastgeber damit ihre Hoffnungen auf die Qualifikation zur Nordrheinliga nährten, müssen die Borussen schauen, dass sie diesen Auftritt ganz schnell aus ihren Köpfen verbannen, um ihren im Moment sicheren Qualifikationsplatz halten zu können.

Die Lobbericher lieferten von der ersten bis zur letzten Minute eine beeindruckende Vorstellung ab. Bis in die Haarspitzen motiviert, aggressiv und erstklassig von Trainer Jurek Tomasik eingestellt, ließen die Lobbericher den Borussen nicht den Hauch einer Chance. Dabei beeindruckten vor allem die, die sonst eher im Schatten der Haupttorschützen stehen. Abwehrchef Dennis Föhles beispielsweise oder Michael Brand und Jordi Weisz. "18 Tore gegen Borussia. Das kann man mal machen", meinte Weisz. Der Youngster, der in seiner A-Jugend in Solingen eine andere Aufgabe hat, kommt an der Seite von Dennis Föhles von Spiel zu Spiel besser zurecht. "Dennis macht es mir einfach. Er sagt, was zu tun ist", sagte der Student, der in der kommenden Spielzeit für TuSEM Essen II auflaufen wird, weil er dann in Essen studiert.

Die zentralen Abwehrspieler hatten großen Anteil daran, dass die Borussen aus dem Rückraum über das Zentrum überhaupt nicht zum Zug kamen. Die Lobbericher ließen lediglich zwei Tore aus dem Rückraum zu, eines von Tobias Eickmanns und eines von Thomas Prinz. Daniel Koenen, der normalerweise für ein halbes Dutzend Treffer gut ist, ging ebenso leer aus wie Sascha Ranftler. Darüber hinaus schafften es die Gastgeber mit einer offensiven Interpretation der Abwehr auf den Außenpositionen, das Laufspiel der Gladbacher weitgehend zu unterbinden. "Wir haben das super umgesetzt. Borussia hatte am Ende kein Rezept mehr", sagte Tomasik.

Basierend auf dieser herausragenden Defensivleistung gab der TV Lobberich auch im eigenen Angriff den Ton an. Nach 4:3 zogen die Lobbericher über 6:3 und 9:4 davon. Zur Pause führten sie 16:9. Diesen Vorsprung bauten sie trotz der Roten Karte gegen Christopher Liedtke nach einer kleinen Kampfeinlage mit Daniel Panitz über 19:9 aus. Die Lobbericher kamen dabei gegen die normalerweise sehr gute Borussen-Defensive von allen Positionen zum Erfolg.

Tomasik, der in der nächsten Saison Unitas Haan trainieren wird, war begeistert: "Wir haben wie aus einem Guss gespielt." Sein Gegenüber Tobias Elis war hingegen fassungslos. Er sprach von einer katastrophalen Leistung. "Wir haben geschlafen und sind überhaupt nicht ins Spiel gekommen", sagte Elis, der gleich eine lange Liste von Fehlern anführte. Was ihn an diesen rabenschwarzen Tag glücklich stimmte, war die Geburt seines Sohnes im Vorfeld der Partie. "Daran sieht man, dass es auch Wichtigeres gibt als Handball", sagte Elis.

Quelle: RP
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