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Lokalsport
Der Rheindahlener Weg

Lokalsport: Der Rheindahlener Weg
Rheindahlens junges Damenteam mit seinen Trainern Ingo Christel, Daniel Krippner und Steffi Linges (hinten v.l.) FOTO: Privat
Schwimmen. Vor zwei Jahren stiegen die TVR-Schwimmer aus der SG aus. Der Verein will seinen Nachwuchs ohne Erfolgsdruck ausbilden. Von Thomas Grulke

Wer den fliegenden Wechsel zwischen der ersten und zweiten Trainingsstunde im Rheindahlener Hallenbad mitbekommen will, der muss schon genau hinsehen. Während zunächst etwa 50 Kinder ihre Bahnen gezogen haben, sind nun die Wettkampfmannschaft sowie eine Gruppe Jugendlicher an der Reihe, die ganz ohne Wettbewerbsdruck ihren Spaß am Schwimmen haben wollen. "Es ist noch nicht lange her, da waren während der zweiten Trainingsstunde am Freitagabend nur ein paar Senioren im Wasser, sonst war das Bad leer", sagt Marcus Gils. Der Leiter der Schwimmabteilung beim TV Rheindahlen schaut zufrieden auf die gut gefüllten Bahnen, ob jüngst bei den Vereinsmeisterschaften mit etwa 70 Teilnehmern oder an einem gewöhnlichen Trainingsabend.

120 Jugendliche seien aktuell in der Abteilung aktiv, vor vier Jahren sei es nur ungefähr die Hälfte gewesen. Als Gils damals das Amt des Abteilungsleiters übernahm, gehörten die TVR-Schwimmer noch der Startgemeinschaft (SG) Mönchengladbach an, die die größten Talente der Stadt in seinem Kader vereinte und über die Jahre immer professionellere Strukturen schuf. Vor zwei Jahren stieg der TVR aus dem Zusammenschluss von einst fünf Vereinen aus.

"Das Rad, das die SG bewegt, wurde uns zu groß und zu kostspielig. Zudem trainierten von uns damals nur Bjarne Christel und ein paar Senioren bei der SG", sagt Gils. Sein Verein sei nicht bereit gewesen, einen separaten Wettkampfbeitrag einzuführen, um anfallende Kosten für die Betreuung der SG-Schwimmer tragen zu können. "Wir gehören einem Breitensportverein an, die Kinder, die bei uns schwimmen, sollen auch in der Leichtathletik oder beim Turnen aktiv sein können. Diese Identität wollten wir uns bewahren", sagt Gils.

Eines war bei der Entscheidung, die SG zu verlassen, völlig klar: Der TVR ist nun keine Konkurrenz zu ihr. "Wir können uns nicht mit den Leistungen der Startgemeinschaft messen. Und wir legen auch keinem unserer Schwimmer, der sich der SG anschließen möchte, Steine in den Weg. Es ist doch schön, wenn wir Talente ausbilden. Und eine erfolgreiche SG ist gut für den Gladbacher Schwimmsport", sagt Gils. Sein Verein ist um ein möglichst breites Angebot für seine Aktiven bemüht.

Kinder, die beim TVR das Schwimmen erlernen, und Fortgeschrittene, die ihre ersten Wettkämpfe schon hinter sich haben, trainieren Seite an Seite. Dazu gibt es jene, die keine Wettkämpfe schwimmen wollen. Wenn alle Bahnen gefüllt sind, stehen mitunter sechs Trainer und weitere Helfer am Beckenrand. Und dank der Kooperation mit der DLRG-Ortsgruppe kann der TVR den ambitionierteren Talenten vier Wasserzeiten pro Woche bieten. Eine engagierte Elternschaft sowie das jüngst renovierte Bad in Rheindahlen sind weitere Faktoren der positiven Entwicklung, die im Februar ihren vorläufigen Höhepunkt erfuhr: Erstmals nach zwölf Jahren stellte der TVR bei den Deutschen Mannschaftsmeisterschaften wieder eine Damenmannschaft in der Kreisklasse.

"Das macht uns schon ein Stück weit stolz", sagt Gils. Da keine Schwimmerin vor 2003 geboren ist, hat das Team zudem noch einiges Steigerungspotenzial. Die Cheftrainer Daniel Krippner, Ingo Christel und Steffi Linges wollen es herauskitzeln. "Wir haben eine solide Basis geschaffen. Jetzt wollen wir versuchen, beim nächsten Mal besser abzuschneiden", sagt Christel. Ehrgeiz bei seinen Sportlern entfachen, ohne großen sportlichen Druck zu empfinden: Das ist der Weg, für den sich der TVR entschieden hat und mit dem er derzeit sehr gut leben kann.

Quelle: RP
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