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Lokalsport
Der Traum von Rio de Janeiro endet im Grenzlandstadion

Leichtathletik. Westdeutsche Meisterschaft: Der ehemalige Mönchengladbacher Benjamin Weßling holt sich den Dreisprung-Titel. Von Paul Offermanns

Sie klopften sich zum Lockern auf die Oberschenkel, machten noch einen lockeren Hüpfer, ehe sie bei den Westdeutschen Meisterschaften im Grenzlandstadion in die Startblöcke gingen - außerhalb der Meisterschaftswertung. Der Deutsche Meister Tobias Giehl (München) und Vizemeister Felix Franz (LG Neckar/Enz) waren eigens von den Europameisterschaften in Amsterdam gekommen, um noch in Gladbach die Olympianorm zu laufen - ihre letzte Gelegenheit. Doch Giehl kam dann nach 49,48 Sekunden und Franz nach 50,79 Sekunden über die Ziellinie - für beide ist der Traum von Rio zu Ende.

Marc Richter, ehemaliger Athlet des LAZ Mönchengladbach, freute sich umso mehr: Der Student im Trikot der DJK Rasensport Aachen-Brand lief Bestzeit. "Erstmals bin ich mit 54,69 unter der 55-Sekunden-Grenze geblieben", jubelte der Sechstplatzierte der Westdeutschen Meisterschaft. Alexander Kosenkow (TV Wattenscheid) war der Titel des Westdeutschen Meisters in der offenen Klasse wichtiger, als am gleichen Wochenende bei den Deutschen Seniorenmeisterschaften in Leinenfelde an den Start zu gehen. Vielleicht wäre dort seine Konkurrenz frustriert gewesen, wenn er sie mit 10,53 Sekunden über 100 Meter im Finale düpiert hätte. Der Sprinter des Jahrgangs 1977 wurde somit zum ältesten Titelträger der West-Titelkämpfe in Mönchengladbach. Und noch ein ehemaliger Athlet des LAZ Gladbach machte direkt vor der Tribüne auf sich aufmerksam: Mit der Weite von 15,36 Metern gleich im ersten Versuch holte der gerade 20 Jahre alt gewordene Benjamin Weßling den Titel im Dreisprung und hatte dabei einen satten Vorsprung von 1,29 Metern.

Überraschend holte Thomas Lönes (LAZ Mönchengladbach) die Vizemeisterschaft über 800 Meter in 1:57,53 Minuten hinter dem überlegenen Frido Kixmöller (1:55,38, TVL Germania Überruhr). Owen Day (Uerdingen/Dormagen) lief wie von einer Tarantel gestochen los und fiel dann ab. Lönes hielt sich zurück, setzte in der Kurve zum Überholen an und rannte Biemnet Kfle bis in Ziel förmlich nieder.

Wie bereits beim Integrationssportfest in Leverkusen zwei Tage vorher, als Sarah Schmidt (LAZ) über 800 Meter in 2:05,82 Minuten hinter Constanze Klosterhalfen (2:01,55, Leverkusen) und Tanja Spill (2:01,63, Uerdingen/Dormagen) auf Platz drei gelaufen war, hatte sie auch jetzt nicht das nötige Stehvermögen über 400 Meter, um nach vorn zu laufen: Platz fünf und 55,36 Sekunden. Einen starken Eindruck hinterließ dagegen Laura Laermann (Mönchengladbacher LG) über 1500 Meter, als sie auf den letzten 300 Metern richtig loslegte und mit 4:37,00 Minuten und auf Platz sechs eine neue persönliche Bestzeit aufstellte.

Fazit der Meisterschaft bei den Organisatoren: Die Deutschen Jugendmeisterschaften Ende Juli können kommen. Der Verband wünschte am Wochenende allerdings mehr Sicherheit beim Stabhochsprung. "Die Anlage ist völlig regelkonform", sagte Johannes Gathen, Veranstaltungsleiter vor Ort. Die Stadt besorgte dann aber doch noch einige Matten aus einer Turnhalle, um die Sicherheit der Athleten zu gewährleisten.

Quelle: RP
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