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Thomas Klingen
"Die Vereine müssen mehr kooperieren"

Thomas Klingen: "Die Vereine müssen mehr kooperieren"
Der VfL Jüchen empfängt am ersten Landesliga-Spieltag am Sonntag den ASV Süchteln zum Derby. Das bislang letzte Duell gewannen die Hausherren mit 1:0 durch einen Treffer von Thorben Schmitt (blaues Trikot). FOTO: diwi (Archiv)
Mönchengladbach. Der Vorsitzende des Fußballausschusses im Kreis Mönchengladbach/Viersen spricht über Ligen, Chancen und zukünftige Wege der Klubs.

Langeweile versucht Thomas Klingen aus dem Weg zu gehen. Daher ist der 47-Jährige eher ein sehr umtriebiger Mensch, der viele Interessensbereiche hat, vor allem aber den Sport in fast allen Variationen liebt. Wenn er dann noch Zeit hat, geht er gerne auf Reisen. Aber allzu viel Zeit lassen ihm seine vielfältigen Verpflichtungen nicht mehr. Beim Regionalligisten FC Wegberg-Beeck ist er Geschäftsführer. Im Fußballverband Niederrhein und beim Westdeutschen Fußballverband ist er jeweils als Beisitzer im Verbandsfußballausschuss tätig. Im Fußballkreis Mönchengladbach/Viersen ist er Vorsitzender des Fußballausschusses. Erfahrungen hat er als Schiedsrichter und Trainer gesammelt. Der pensionierte Polizeibeamte war früher recht gut zu Fuß, jetzt widmet er sich dem Funktionärswesen. Dieses Jahr ist er Staffelleiter der Bezirksliga, Gruppe 4.

Sie haben vor Kurzem mit Ihren Kollegen die Gruppeneinteilungen für die Landes- und Bezirksligen vorgenommen. Sind Sie mit dem Resultat zufrieden?

Klingen Definitiv. Ich denke, dass wir alle Kreise im Verband zufriedengestellt haben. Bei den Bezirksligisten blieben zehn Kreise jeweils in einer Gruppe, nur bei drei Kreisen mussten wir Teams in verschiedenen Gruppen unterbringen. Bei den Landesligisten blieben die Mannschaften jedes Kreises auch in einer Gruppe. Es gab nur Rückmeldungen, weil wir beide Mannschaften des TSV Meerbusch in einer Gruppe belassen haben. Dann wären aber die Gruppenzusammensetzungen ungünstiger, die Fahrwege länger und die Kosten für die Vereine größer geworden. Das vereinsinterne Spiel der Meerbuscher findet am ersten oder zweiten Spieltag der Hin- und Rückrunde statt.

FOTO: Sascha Köppen

Welche Chancen räumen Sie den Vereinen des Kreises ein?

Klingen Ich freue mich, wenn Odenkirchen, der 1. FC Mönchengladbach, Süchteln und der 1. FC Viersen souverän durch die Landesliga-Saison kommen. Entsprechend bin ich bei den Bezirksligisten zufrieden, wenn auch sie die Klasse halten. Vielleicht ist der eine oder andere Klub sogar für eine Überraschung gut. Für alle fünf wird es auf einen guten Start ankommen.

Sie haben als Staffelleiter für sehr viel Flexibilität bei den Spielterminen gesorgt. Wird das Angebot, die Spiele zwischen Freitag und Sonntag auszutragen, genutzt?

Klingen Ich muss zuerst einmal korrigieren, dass ich dieses System vom Bayerischen Fußballverband abgekupfert habe. Es ist aber bereits in der vorigen Saison gut angenommen worden. Ich habe keine Klagen gehört und würde mich freuen, wenn es noch intensiver genutzt würde. Auch andere Kreise haben das System übernommen. Unsere Klubs können dadurch den Borussen-Terminen geschickt ausweichen. Das verspricht mehr Zuschauer und nicht zuletzt auch bessere Einnahmen.

Werden Sie wieder - wie im Vorjahr - die Landesliga und die Bezirksliga als Staffelleiter übernehmen?

Klingen Ich werde die Bezirksliga, Gruppe 4, übernehmen. Dazu wie in jedem Jahr die Kreisliga A. Mehr ist wegen meiner weiteren Aufgaben momentan nicht möglich.

Was müssen die Vereine in der kommenden Saison besonders beachten?

Klingen Zwei Dinge sind für mich sehr wichtig. Über Sperrstrafen, die ich ausgesprochen habe, diskutiere ich nicht mehr. Ich darf ab dieser Saison mit den Beteiligten telefonieren, kann Bild- und Tonsequenzen einbeziehen, und da ich viele Spiele besuche, habe ich auch ab und zu selbst Einblicke. Zudem lasse ich es nicht zu, dass Spiele über den festgesetzten Termin hinaus nach hinten verschoben werden.

Was müssen die Klubs dringend optimieren?

Klingen Es muss mehr kooperiert werden. Langfristig werden sich nicht alle Klubs halten können. Das werden wir in den kommenden Jahren noch häufiger erleben. Es ist dann besser, wenn sich die Vereine frühzeitig selbst auf den Weg machen, um Lösungen zu finden, die in beiderseitigem Interesse sind. Das kann sich beispielsweise auf Platznutzungen beziehen oder auf eine Kooperation im Jugendbereich. Wir werden wahrscheinlich auch im Funktionärsbereich keine freie Auswahl mehr haben. Der SV Dohr, den es schon nicht mehr gibt, war ein erstes Warnzeichen. Fußball muss sich künftig auch in diesem Bereich bewegen.

Quelle: RP
 
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