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Analyse
Ein ganz enormer Rückschlag

Analyse: Ein ganz enormer Rückschlag
Alles bleibt beim Alten, und doch ist nichts mehr, wie es war. Viele Kinder müssen sich entscheiden, wo sie künftig Hockey spielen. FOTO: hockeyimage.net/Quednau
Hockey. Die gescheiterte Verschmelzung der beiden Hockey- und Tennisvereine stellt viele Eltern und deren Kinder vor die Frage, in welchem Klub ihre Zukunft liegt. Der RSV muss wohl mit enormen Verlusten rechnen. Von Thomas Grulke

Die Gespräche über eine Verschmelzung zwischen dem Gladbacher HTC und dem Rheydter SV sind beendet worden, es bleibt alles beim Alten. Und doch ist nichts mehr, wie es vorher war. Denn dass die Fusion geplatzt ist, ist das eine. Richtig bitter macht die ganze Angelegenheit jedoch, dass die Verschmelzung im Hockey praktisch schon seit April vollzogen ist. Und das stellt nun die Vereine sowie viele Eltern und deren Kinder vor die Aufgabe, zeitnah wegweisende Entscheidungen zu treffen.

Wie ist der aktuelle Stand? In der Hoffnung, im Frühjahr als HTC Mönchengladbach ein Verein zu sein, starteten die Jugendlichen der Klubs im April in gemeinsamen Mannschaften in den Meisterschaftsbetrieb. Die Kinder aus dem RSV mussten dazu ihren Spielerpass auf den GHTC umschreiben lassen, blieben aber Mitglied in Rheydt. Doch das ist eine Lösung auf Zeit. Da es keine Verschmelzung gibt, lautet nun die Frage für etwa 150 Kinder und deren Eltern: Gehen wir zurück zum RSV oder wechseln wir zum GHTC? Und es muss recht schnell eine Antwort her, da noch im Juni die Meldung der Mannschaften für die Hallensaison ansteht. Tendenz: Ein Großteil der Jugendlichen wird wohl künftig für den GHTC spielen.

Was bedeutet das für den GHTC? "Wir werden den Trainingsbetrieb auch in der jetzigen Stärke aufrecht erhalten und wollen ihn noch weiter ausbauen. Wir sind gut aufgestellt und haben ja auch unabhängig vom RSV das Ziel, weiter zu wachsen", sagt der GHTC-Vorsitzende Florian Kunz. Dementsprechend besteht auch das mittelfristige Ziel, den Bau eines zweiten Kunstrasenplatzes zu realisieren. Die definitiven Zu- und Absagen der bisherigen Rheydter Kinder benötige der Verein natürlich in Kürze, sagt Kunz. Der GHTC möchte den Eltern bei einem Klubwechsel jene auf drei Jahre angelegte, stufenweise Erhöhung des Mitgliedsbeitrags vom RSV- auf das GHTC-Niveau, die bei einer Verschmelzung zum Tragen gekommen wäre, nun auch gewähren. Dazu benötigt er aber die Zustimmung seiner Mitglieder auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung Ende Juni.

Was ändert sich beim RSV? Der Rückschlag durch die geplatzte Fusion ist ganz enorm. Die Ersten Herren hatte der Klub im Zuge der Verschmelzungspläne aus dem Spielbetrieb der Zweiten Bundesliga zurückgezogen, nun droht die bisherige Zweite Mannschaft auf dem Feld in die Verbandsliga abzusteigen. Und die Damen-Mannschaft hatte sich angesichts der Fusionspläne bereits im vergangenen Herbst zu großen Teilen zum Viersener THC verabschiedet. Nun droht dem Klub auch noch der Verlust des Großteils seiner Jugendspieler. Aber der RSV gibt sich kämpferisch. "Wir leben noch und nutzen die aktuelle Situation als Chance, sich insbesondere im Hockeybereich neu aufzustellen", sagt Vorstandsmitglied Stefan Cymorek.

Ein kompletter Wechsel zum GHTC kam nicht infrage. "Wir sind ja nicht nur der Vorstand der jungen Familien im Klub, sondern auch der Hockey-Herren und der Tennis-Mitglieder. Der Hockey-Spielbetrieb wird in der Hallensaison - möglichst in allen Altersklassen - wieder aufgenommen", sagt Cymorek. Veränderungen gibt es im Vorstand, nachdem die Erste Vorsitzende Nicole Meyer zurückgetreten ist. Ehrenpräsident Bernd Gothe wird die Repräsentation nach außen übernehmen, Heinz Neelen komplettiert als neuer Ressortleiter Tennis den Vorstand.

Quelle: RP
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