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Lokalsport
Ein Start mit Aussagekraft im Aufstiegskampf

Frauenfussball. Borussias Frauen haben die Chance auf den Durchmarsch in die Bundesliga. Der Auftakt gegen Saarbrücken kann wegweisend sein. Von Thomas Grulke

Doch, an dem 0:3 im Topspiel gegen Hoffenheim II kurz vor Weihnachten habe er schon ein wenig länger zu knabbern gehabt, gesteht Mike Schmalenberg. Allerdings konnte der Sturz vom ersten auf den dritten Tabellenrang zum Hinrundenabschluss auch für Borussias Frauentrainer nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Aufsteiger eine überragende Halbserie in der Zweiten Bundesliga gespielt hat. "Die Mannschaft hat sich das alles hart erarbeitet. Sie weiß aber auch, dass sie dafür in jedem Spiel 100 Prozent gegeben hat. Wenn wir jetzt nachlassen, werden wir nicht in den oberen Tabellenregionen bleiben. Doch wenn alle weiterhin hart arbeiten, können wir die Vorrunde bestätigen", sagt Schmalenberg.

Auf jeden Fall hat sich das Team mit der erfolgreichen Hinserie neue Perspektiven eröffnet. Das eigentliche Saisonziel Klassenverbleib ist bereits zur Halbzeit erreicht. Stattdessen darf Borussia nach oben schauen: Vor ihr stehen nur 1899 Hoffenheim II und Bayern München II - zwei Teams, die nicht aufsteigen können. Und ihre ersten Verfolger 1. FC Saarbrücken und TSV Schott Mainz liegen derzeit fünf und acht Punkte zurück. Ausgerechnet diese Klubs sind Gladbachs erste Rückrundengegner, womit der Start - Sonntag um 14 Uhr im Grenzlandstadion gegen Saarbrücken, eine Woche darauf in Mainz - schon eine gewisse Aussagekraft hat, was für Borussia möglich ist.

"Natürlich ist das ein sehr interessantes Auftaktprogramm. Aber ich verspüre keinen Druck, und ich gebe auch keinen Druck an die Mannschaft weiter. Wir wollen uns am Saisonende in die Augen schauen und sagen können, dass wir alle das Bestmögliche gegeben haben. Es bringt uns jetzt nichts, weit in die Zukunft zu schauen. Wir konzentrieren uns immer nur auf die kommende Aufgabe", sagt Schmalenberg. Die hält nun einen Aufstiegsaspiranten bereit, der nach seiner überraschenden Auftakt-Niederlage gegen Borussia in der Hinrunde kein Spiel mehr verloren hat.

"Saarbrücken wird uns mit Sicherheit nicht unterschätzen", sagt Schmalenberg, der froh ist, dass die acht Wochen Winterpause vorbei sind. Seine Mannschaft habe eine gute Vorbereitung absolviert, sagt der Gladbacher Coach. Borussia bestritt vor allem eine Vielzahl von Testspielen gegen hochkarätige Gegner. "So konnten wir allen Spielerinnen einen Spielrhythmus und die Gelegenheit geben, auf sich aufmerksam zu machen. Zudem hatten wir nicht nur bei unseren Gegnern eine gute Mischung, sondern letztlich auch bei unseren Ergebnissen", sagt Schmalenberg. So besiegte sein Team beispielsweise Bundesligist Bayer Leverkusen 4:2 oder das belgische Spitzenteam RSC Anderlecht 3:0. Auf der anderen Seite gab es zuletzt bei der Generalprobe gegen den SV Meppen ein 1:4. "Das Spiel kann einen guten Lerneffekt haben. Letztlich wird aber erst das erste Pflichtspiel zeigen, wo wir stehen", sagt Schmalenberg.

Ein Wermutstropfen während der Vorbereitung war allerdings der Kreuzbandriss bei Offensivtalent Michelle Herrmann. Dafür konnte Ana Cristina Oliveira Leite nach langer Verletzungspause wieder vollständig in den Trainingsbetrieb einsteigen und ist zumindest schon wieder eine Option für den 18er-Kader. Zugang Vanessa Wahlen, die im Winter aus Hoffenheim nach Gladbach gewechselt ist, muss hingegen nach zweimaligem Kreuzbandriss erst wieder richtig fit werden.

Quelle: RP
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