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Lokalsport
Finn ist fast geheilt und eifert nun seinem Idol ter Stegen nach

Jugendfußball. Der Sechsjährige, der bereits zum zweiten Mal an Leukämie erkrankt war, ist beim Voting zur "Torwartparade des Jahres" nominiert. Von Georg Amend

Finn kommt aus seinem Tor, verkürzt geschickt den Winkel, macht sich so groß es geht - und wehrt den Schuss des Stürmers der Sportfreunde Neuwerk ab. Damit hat der Torwart von Odenkirchen 05/07 nicht nur Anteil daran, dass das Spiel gewonnen wird, sondern er hat es auch in die engere Auswahl zur "Torwartparade des Jahres" geschafft, die das Portal "Stollenhelden.de" zusammen mit der Telekom auslobt. Noch bis kommenden Montag kann man online abstimmen und den Sechsjährigen aus Mönchengladbach wählen. Eine Fachjury um Ex-Profi Hans Sarpei hat die Top Fünf ausgewählt, für die man nun noch voten kann.

Das ist für Finn eine schöne Geschichte - ungleich wertvoller ist aber eine andere. Denn der Sechsjährige ist auf dem besten Weg, geheilt zu werden, nachdem er bereits zum zweiten Mal in seinem noch so jungen Leben an Leukämie erkrankt war. "Wir sind noch in der Intensivtherapie, und er erhält weiterhin Chemo-Therapie", berichtet sein Vater André Krapohl, "aber laut seinen Ärzten wird sich das in den nächsten zwei, drei Monaten ändern. Die Krebszellen sind zurückgegangen." Eine erleichternde Nachricht nicht nur für die Familie, sondern für alle, die mit zahlreichen Aktionen immer wieder auf Finns Schicksal aufmerksam gemacht und Geld gesammelt haben, damit es etwas wird mit einer Stammzellenspende über die Deutsche Knochenmark-Spenderdatei (DKMS).

Nun kann sich Finn wieder seiner Lieblingsbeschäftigung hingeben - dem Fußballspielen. Seit September 2014 spielt er in Odenkirchen, wo bereits sein Vater im Jugend- und Seniorenbereich aktiv war. "Er ist oft zum Zugucken bei der Ersten Mannschaft mit auf den Sportplatz gegangen, und als er vier Jahre alt war, wollte er selber das Trikot überstreifen", sagt Krapohl.

Warum er Fußball spielt, erklärt Finn selber: "Weil mir das Spaß macht", sagt er. Ein Vorbild hat der Sechsjährige auch, und die Antwort auf die Frage danach ist nicht wirklich überraschend: "Marc-André ter Stegen", sagt Finn, der den Nationaltorhüter, der gerade beim Confed Cup Stammkraft beim Titelgewinn war, auch persönlich kennengelernt hat: ter Stegen besuchte ihn im Krankenhaus, veröffentlichte einen bewegenden Eintrag im "Sozialen Netzwerk" Facebook und war mit dem ehemaligen Borussen-Spieler Thorben Marx Schirmherr einer Aktion für Finn. Der würde ter Stegen, der es von Borussia zum FC Barcelona geschafft hat, gerne nacheifern: "Natürlich würde ich gerne mal so hoch spielen", sagt Finn. "Ich glaube, Borussia würde aber auch erstmal reichen", ergänzt sein Vater lächelnd. Dass dieses Lächeln zurück in die Familie gekehrt ist, ist die beste Nachricht für sie.

Abstimmen für Finn bei der "Torwartparade des Jahres" kann man unter www.stollenhelden.de

Quelle: RP
 
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