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Kisolo Biskup
"Für Uganda spielen? Ich würde mich freuen"

Kisolo Biskup: "Für Uganda spielen? Ich würde mich freuen"
Elegant: Kisolo Biskup am Ball. Der Fußballverband von Uganga hat beim FC-Spieler angefragt, ob er für sein Geburtsland spielen will. FOTO: Titz (Archiv)
Mönchengladbach. Der Oberligaspieler des 1. FC spricht über mögliche Spiele für sein Geburtsland, seine Entwicklung als Fußballer und die schwierige Saison.

Mit neun Jahren kam Kisolo Deo Biskup aus Uganda mit seinen Adoptiveltern nach Deutschland. Erstaunlich schnell lernte er danach Deutsch, spielte im Kölner Raum Fußball, wurde in Auswahlmannschaften des Mittelrheins berufen und kam schließlich als 17-Jähriger nach Mönchengladbach. Er schloss sich bald dem 1. FC an, spielte ein Jahr lang in der A-Jugend, dann drei in der Landesliga und in dieser Saison nun eben in der Oberliga. Nebenbei machte Biskup sein Abitur und studiert derzeit in Köln Deutsch und Sport für das Lehramt in der Sekundarstufe II.

Sie besitzen inzwischen die deutsche Staatsbürgerschaft. Haben Sie eigentlich noch Kontakt nach Uganda?

Biskup Ich schreibe täglich meiner großen Schwester in Uganda. Wenn möglich, fliege ich auch dorthin. Vor einigen Monaten hat der ugandische Fußballverband Kontakt zu mir aufgenommen, der besteht auch noch immer. Man hat mir in Aussicht gestellt, dass ich vielleicht zu einem Freundschaftsspiel eingeladen werde.

Würde das für Sie in Frage kommen?

Biskup Natürlich! Wenn das zustande käme, würde ich mich sehr freuen. Allerdings müssten da einige Sachen bezüglich Staatsangehörigkeit geklärt werden. Hinzu kommt: Ich spreche kein Luganda mehr, aber mit Englisch kommt man in Uganda auch weiter.

Was bedeutet für Sie Fußball?

Biskup Ich habe durch den Fußball hier in Deutschland schnell viele Freunde gefunden. Fast unsere komplette Grundschulklasse spielte zusammen bei Eintracht Köln. Der Fußball war somit auch die Grundlage, sehr schnell Deutsch zu lernen.

Hätten Sie vor drei Jahren gedacht, mal in der Oberliga zu spielen?

Biskup Nein, aber gehofft. Wenn man in Jugend-Auswahlmannschaften gespielt hat, hofft man, auch als Senior den Sprung nach oben zu schaffen. Allerdings habe ich Beispiele erlebt, die es nicht geschafft haben.

Wie schätzen Sie Ihre persönliche Entwicklung in der aktuellen Saison ein?

Biskup Na ja, es sind noch einige Spiele zu absolvieren. Im Moment sieht es nach einer recht positiven Entwicklung aus. Vor dem Saisonstart war ich unsicher, ob das Tempo in der Liga nicht zu hoch und die Belastung durch Studium und Training zu groß sein würden. Aber ich glaube, dass meine Befürchtungen nicht eingetreten sind. Ich bin in der Oberliga angekommen.

Trifft das auch für die Mannschaft zu?

Biskup Uns war allen bewusst, dass wir vor einer sehr schwierigen Saison stehen werden. Wir haben starke Spiele abgeliefert, die beweisen, dass wir in der Liga mithalten können. Dann hatten wir aber Phasen, die wir uns nicht einmal in der Landesliga hätten leisten können. Da fehlten teilweise Laufbereitschaft und Bewegung.

Worüber haben Sie sich am meisten in dieser Saison gefreut, worüber am meisten geärgert?

Biskup Der erste Sieg mit 1:0 bei Schwarz-Weiß Essen am Uhlenkrug war schon etwas Besonderes. Danach war ich völlig fertig und bin im Bus eingeschlafen. Dazu kamen die Siege gegen Fischeln und Bocholt. Geärgert haben mich die Punktverluste gegen die Mannschaften, die auf ähnlichem Niveau wie wir spielen. Das waren Sechs-Punkte-Spiele, die wir leichtfertig abgegeben haben. Dazu haben wir uns zu viele Sperren eingehandelt.

Könnten Sie eigentlich auch Torwart spielen?

Biskup Auf keinen Fall. Sie meinen wohl, weil ich auf vielen Positionen spielen kann. Ich arbeite gerne in den Räumen, wie die Engländer sagen "from box to box". Aber ganz vorne ist auch nicht mein Ding, ein Goalgetter war ich noch nie.

Der FC hat noch zwei Spiele, bei denen er vor der Winterpause Punkte sammeln können. Welche Ziele müsste sich die Mannschaft realistisch setzen?

Biskup Leider kann das Spiel gegen den KFC Uerdingen nicht wie geplant stattfinden, weil zu diesem Zeitpunkt das Grenzlandstadion, das aus Sicherheitsgründen Spielstätte sein muss, nicht zur Verfügung steht. Die Partie wird nun eine Woche vor dem Rückrundenstart nachgeholt. Am Sonntag haben wir es in Hiesfeld mit einer starken Mannschaft zu tun, die wir nicht unterschätzen dürfen. Aber es müsste möglich sein, zu punkten. Gegen Schonnebeck haben wir am letzten Spieltag aus der Hinrunde noch eine Rechnung offen.

Quelle: RP
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