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Lokalsport
GHTC geht unbekümmert ins Finale um den Titel

Tennis. Gewinnt der Tennis-Bundesligist am Sonntag daheim gegen Spitzenreiter Aachen, ist er erstmals Deutscher Meister. Von Thomas Grulke

Henrik Schmidt bekommt dieser Tage auch einmal ganz ungewöhnliche Nachrichten seiner Spieler. "Manche schrieben mir von ihren Turnieren schon: Mist, ich habe gewonnen", erzählt der Teamchef des Gladbacher HTC. Der Wunsch, vielleicht einmal etwas früher aus einem Turnier auszuscheiden, hat aber einen triftigen Grund: Alle wollen dabei sein, wenn der GHTC am kommenden Sonntag (11 Uhr) Historisches erreichen und in seinem dritten Bundesligajahr erstmals Deutscher Meister werden kann. Gewinnt der Tabellenzweite auf eigener Anlage gegen Spitzenreiter TK Kurhaus Lambertz Aachen, ist ihm der Titel nicht mehr zu nehmen.

Trotz dieser Ausgangslage ist beim GHTC aber von großer Anspannung nichts zu spüren. "Wir sind alle rundherum glücklich mit dieser Saison, weil wir merken, dass sich bei uns etwas entwickelt hat. Die Tennis-Bundesliga ist keine Eintagsfliege in Gladbach, und wir wollen auch in den kommenden Jahren noch etwas erreichen. Insofern werden wir auch glücklich sein, wenn wir am Sonntag nicht Deutscher Meister werden", sagt Schmidt.

Auf die Topleute aus seinem Kader muss er indes verzichten, auch wenn alle Gladbacher Spieler bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro früh ausgeschieden sind. Doch Philipp Kohlschreiber ist verletzt, Albert Ramos reist direkt weiter nach Cincinnati, und Ricardas Berankis ist eher ein Hartplatz-Spezialist. Somit wird die Mannschaft der vergangenen Spieltage wieder auflaufen.

Mit sechs Spielern - Marton Fucsovics, Aleksandr Nedovyesov, Adrian Menendez, Andrea Arnaboldi, Daniel Altmaier und Tim Sandkaulen - kann Schmidt für das Saisonfinale bereits fest planen, der siebte soll der Spanier Daniel Gimeno-Traver sein, der zur Zeit aber noch bei einem ATP-Challenger-Turnier im slowakischen Trnava aktiv ist. Gimeno-Traver (31) wäre im Kader der Routinier, der schon seine Erfahrungen im Meisterschaftskampf der Bundesliga gesammelt hat, kam er vor der Saison doch vom noch amtierenden Titelträger Blau-Weiß Halle.

"In Sachen Erfahrung mag Aachen einen Vorteil haben. Dafür können unsere jungen Spieler unbekümmert aufspielen. Zudem haben sie alle zuletzt beim 6:0 gegen Krefeld toll gespielt und können mit Selbstvertrauen in die Partie gehen", sagt Schmidt, der davon ausgeht, dass Aachen bis auf seine beiden Topleute Roberto Bautista-Agut und Pablo Cuevas auf alle Spieler zurückgreifen kann. Somit dürfte der Deutsche Florian Mayer für den Gast an Position eins antreten.

"Im Grunde treffen die Spieler aufeinander, die auch in der gesamten Saison überwiegend gespielt haben. Insofern ist das eine gute Konstellation, um den Deutschen Meister zu ermitteln", sagt Schmidt. Allerdings muss der GHTC gewinnen, ein Unentschieden reicht ihm nicht. "Wir sollten in der ersten Einzelrunde zumindest 1:1 spielen, ein 0:2 wäre schon eine sehr hohe Hürde", sagt Schmidt. Deswegen verspüren die Gladbacher aber keinen Druck. Es herrscht vielmehr Vorfreude auf das Titel-Finale.

Quelle: RP
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