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Sheena Zander
"Hinter dem Fußball ist es einfach schwer"

Mönchengladbach. Die neue Teamführerin des Bundesligisten 1. JC spricht über die Situation des Judo-Clubs und die Ziele für die heute beginnende Saison.

judo Sheena Zander begleitet die heute startende Bundesliga-Saison des 1. JC Mönchengladbach als neuer Team-Kapitän und ersetzt damit Edda Karlsson. Sebastian Eußem sprach mit ihr über die Vorbereitung auf die heute beginnenden Bundesliga-Saison, die Ziele des Gladbacher Klubs und den Gegner JC Bottrop, der um 16 Uhr in der Jahnhalle antritt. Zuvor (13.30 Uhr) kämpft das Männerteam in der 2. Bundesliga ebenfalls in der Jahnhalle gegen Mülheim und Porz.

Nach dem dritten Platz in der vergangenen Saison war die Enttäuschung über den verpassten Titel in der eigenen Halle relativ groß. Wie lange hat Ihre Mannschaft diese Enttäuschung begleitet?

Zander Mittlerweile schauen wir nach vorne. Es war insgesamt eine super Veranstaltung mit einer vollen Halle mit Klasse-Stimmung. Durch den ersten Platz in der Gruppe Nord hatten wir den dritten Platz in der Endabrechnung ja bereits sicher. Unheimlich bitter war natürlich, wie knapp wir im Halbfinale gegen Backnang verloren haben. Generell sind die Mannschaften im Süden aber einfach extrem stark besetzt. Trotzdem waren wir sehr nahe dran. Am Ende haben wir uns jedoch über die Bronze-Medaille freuen können.

Kommen wir zur neuen Saison. Gibt es personelle Veränderungen?

zander Vahid Sarlak, der hauptsächlich als Trainer für die Herren fungiert hat, wird uns in dieser Saison mehr unterstützen und häufiger mit uns trainieren. Was die Athleten betrifft, bleibt der Kader im Vergleich zur letzten Saison quasi unverändert. Wir haben niemanden verloren und keine Neuzugänge verpflichtet. Dafür wird die Jugend zunehmend stärker. Da merken wir durch die Erfolge, dass wir auch mehr auf unsere Talente zurückgreifen können.

Wie fassen Sie die Vorbereitung zusammen? Ist sie gut verlaufen und stehen alle Kämpferinnen zum Saisonauftakt zur Verfügung?

zander Leider sind wir nicht komplett verletzungsfrei durch die Vorbereitung gekommen. Ulrike Scherbarth wird sich einerseits mehr auf ihr Studium konzentrieren, dazu fällt sie durch einen Achillessehnenriss einige Monate aus. Und durch einen parallel stattfindenden Jugendwettkampf werden uns Jana Lecloux und Samira Bouizgarne nicht zur Verfügung stehen. Nichtsdestotrotz werden wir eine sehr starke Mannschaft stellen können.

Welche Ziele peilt die Mannschaft in dieser Saison an?

zander Wir haben uns auf jeden Fall vorgenommen, wieder Nord-Meister zu werden. Bei der Finalrunde, die in diesem Jahr im Süden ausgetragen wird, ist eine klare Zielsetzung immer schwer zu formulieren. Natürlich würden wir gerne Gold anpeilen, durch Olympia in diesem Sommer muss man aber abwarten, auf welche Top-Athleten wir und die gegnerischen Mannschaften zurückgreifen können. Wir treten jedoch an, um jeden Kampf zu gewinnen.

Mit Bottrop, ebenfalls Final-Teilnehmer in der letzten Bundesliga-Saison, wartet heute gleich zum Auftakt eine schwere Aufgabe. Was macht die Stärke des Gegners aus?

zander Wir kennen uns teilweise jahrelang, einige Kämpfe hat es bereits in der Jugend gegeben. Rivalitäten, die über so eine lange Zeit andauern, werden dann natürlich verschärft. Dazu steckt in den Kämpfen zwischen den NRW-Teams immer schon eine besondere Brisanz. Bottrop hat den Kader etwas verändert, daher ist es schwer, sich auf den Gegner komplett einzustellen.

In Gladbach wird Judo auf höchstem Niveau betrieben, doch wird dies aus Vereinssicht im Umfeld zu selten wahrgenommen. Inwieweit besteht die Hoffnung, dass sich dies in Zukunft ändert?

zander Ich habe das Gefühl, das es gar nicht so bekannt ist, dass wir hier in der Bundesliga kämpfen. Wenn wir einen Heimkampf haben, ist dies immer eine tolle Veranstaltung. Natürlich muss man sich als Neuling erst einmal mit Judo zurechtfinden, bei Fragen stehen aber die zahlreichen Helfer und alle Vereinsmitglieder bei Fragen zur Verfügung. Ich denke, dass Judo ein sehr attraktiver Sport ist, der nicht nur den Jugendlichen wichtige Werte vermittelt. Es wäre für uns als Mannschaft natürlich einfacher, wenn es mehr Zuschauer und Sponsoren gäbe. Die Sportarten, die in Gladbach hinter dem Fußball stehen, haben es einfach generell schwer.

Kommen wir noch zu Ihnen persönlich: Welche Aufgaben fallen als "Team-Kapitän" letztlich für sie an?

zander Ich werde in erster Linie immer noch als Kämpferin zur Verfügung stehen. Ich kümmere mich aber um das ganze Drumherum. Gerade im Vorfeld eines Kampfes muss viel organisiert werden. So gilt es, die ausländischen Kämpferinnen zu kontaktieren oder gemeinsames Training zu organisieren. Am Kampftag bin ich froh, dass Vahid Sarlak uns betreut. So kann ich auf meine Kämpfe konzentrieren.

Quelle: RP
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