| 00.00 Uhr

Marcel Winkens
"Ich will kein Babysitter sein"

Mönchengladbach. Der neue Trainer der Ersten Mannschaft des FC spricht über seinen Wechsel aus dem Jugendbereich, Zusammenarbeit und den Kader.

fussball Marcel Winkens betritt in diesem Sommer Neuland. Als Trainer des A-Junioren-Bundesligateams des 1. FC Mönchengladbach hat er mit seinem Co-Trainer Christoph Coersten in den vergangenen Jahren sehr erfolgreich gearbeitet. Doch jetzt steigt das Duo in den Seniorenbereich ein, indes wieder verstärkt mit jungen Talenten. Über diesen Wechsel, die Arbeit im Vorfeld sowie die zukünftigen Ziele sprach RP-Mitarbeiter Kurt Theuerzeit mit Winkens.

Sie haben in den vergangenen Jahren beim FC sehr erfolgreich im Jugendbereich gearbeitet und steigen im Seniorenbereich nun in der Landesliga ein. Ist das für Sie absolutes Neuland?

Winkens Das weiß ich nicht so genau. Uns reizt die Arbeit mit einer jungen, dynamischen Truppe, die ein Durchschnittsalter von 21 Jahren hat. Wir wollen vor allem die Qualität beim Training hoch halten, um damit ein wenig zügiger bei der Entwicklung der einzelnen Spieler voranzukommen als im Juniorenbereich.

Die Übernahme eines Kaders, der sich weitgehend nach dem Abstieg aufgelöst hat, ist sicherlich nicht einfach gewesen.

Winkens Es hat ein wenig gedauert, bis klar war, dass mein Co-Trainer und ich übernehmen würden. Dafür mussten wir dann ein wenig mehr Zeit in Gespräche investieren, nachdem wir zuvor ein Anforderungsprofil im Hinblick auf die Spieler und die Positionen erstellt hatten. Wir mussten aber nicht den Spielern hinterherlaufen. Die Spieler mussten zu uns passen, Trainingsdisziplin und -rhythmus akzeptieren. Jedem Spieler wurde klar gesagt, was wir erwarten.

Der Kader ist mit 25 Spielern sicherlich ausreichend. Es dürfte nicht leicht werden, alle Spieler bei Laune zu halten.

Winkens Wir wollen jedem eine Chance einräumen. Wir hatten im Vorjahr im U19- und Oberliga-Kader wegen vieler Verletzungen Probleme. Sollte es bei uns zunächst nicht reichen, dann muss man sich über die Reserve empfehlen. Auch das wissen alle. Ich will kein Babysitter sein, die Spieler sollen uns durch Leistung Probleme aufgeben, wen wir sonntags auflaufen lassen. Das wird nicht immer einfach zu vermitteln sein, aber wir glauben, dass uns das gelingt.

In der vergangenen Saison gab es zwischen Oberliga- und Reserve-Kader nur einen Austausch, der aus der Not geboren war. Kann sich das ändern, wenn die Reserve nun auf Spieler zurückgreift, die meist nur auf Kreisliga-Niveau gespielt haben?

Winkens Zwischen Reserve-Trainer Manuel Moreira und uns gibt es klare Absprachen. Für uns hat die Gemeinschaft absolute Priorität. Wir entscheiden zusammen, was für die einzelnen Spieler wichtig ist, um sich zu entwickeln. Dabei muss es zwischen Reserve und unserem Kader Durchlässigkeit geben. Das besprechen wir wöchentlich, und wir werden das auch hin bekommen. Wir haben in beiden Kadern hinreichend Potenzial.

Wie wird die Vorbereitung auf die kommende Saison aussehen?

Winkens Wir werden den Schwerpunkt auf die Fitness legen, um dadurch das Verletzungsrisiko zu minimieren. Ich halte auch viel von Willensschulung. Dazu müssen auch Ausdauerläufe absolviert werden. Mit Stefan Villanueva werden wir wie im Vorjahr zusammenarbeiten, um durch Cross-Fit die Kraft zu stärken, für Abwechslung zu sorgen und die Regeneration zu optimieren. Während der Vorbereitung haben wir Gegner aus der Ober-, Landes- und Bezirksliga.

Welche Ziele haben Sie sich für die kommende Saison gesetzt?

Winkens Wir wünschen uns einen einstelligen Tabellenplatz und wollen dafür sorgen, dass unsere vielen Talente möglichst schnell die Umstellung von Junioren- in den Seniorenbereich schaffen.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Marcel Winkens: "Ich will kein Babysitter sein"


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.