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Landesliga-Trio ist aktuell so gut wie nie

Lokalsport: Landesliga-Trio ist aktuell so gut wie nie
Thorben Schmitt (vorn) traf in acht Spielen zweimal für Jüchen. FOTO: Dieter Wiechmann
Fussball. Der 1. FC Mönchengladbach ist Dritter, der VfL Jüchen Sechster, die SpVg. Odenkirchen Siebter. Alle sind besser als erwartet gestartet. Von Kurt Theuerzeit

Nie waren die heimischen Landesligisten so gut platziert wie in dieser Saison. Dabei hatte man sich um den VfL Jüchen vor dem Start erhebliche Sorgen gemacht. Beim 1. FC Mönchengladbach musste ein neuer Kader zusammengestellt werden, dessen Entwicklung nicht absehbar war. Dazu kommen die Odenkirchener, die sich gezielt verstärkt haben, aber mit einem recht schwierigen Auftaktprogramm klarkommen mussten. Inzwischen ist der FC auf dem dritten Platz gelandet, Jüchen ist Sechster und Odenkirchen Achter. Eine erste Bestandsaufnahme lässt hoffen, dass sich der positive Trend fortsetzen kann.

1. FC Mönchengladbach Hatte man bis zum vorigen Spieltag noch den Eindruck, dass sich der 1. FC eher zufällig in die Spitzengruppe gemogelt hat, muss man nach dem überzeugenden 2:1-Sieg gegen Odenkirchen davon ausgehen, dass sich die Mannschaft schneller als erwartet entwickelt hat. Auch die Annahme, der FC könnte am besten nur auf Rasen spielen, hat sich inzwischen nicht weiter bestätigt.

Sicherlich haben die Zugänge dem Kader sehr gut getan, sich schneller integriert und früher Ausrufezeichen gesetzt als erwartet werden durfte. Das trifft vor allem auf Torwart Elvedin Kaltak zu, der der Abwehr viel Sicherheit gibt, aber nach seiner Roten Karte im Spiel gegen Odenkirchen ersetzt werden muss. Als Rückkehrer beweist Oguz Ayan eine beachtliche Treffsicherheit: Bereits neun Tore hat er auf seinem Konto. Mit Mo Barkammich, Marcel Lüft, Özgur Sezgin, Vincent Boldt und David Godlevski wurden junge Talente geholt, die auch für die Zukunft einiges versprechen.

In jeder Hinsicht unverzichtbar ist aber in dieser Saison wohl Kapitän Pascal Schellhammer, der kämpferisch und spielerisch Akzente setzt und damit die Mannschaft mitzieht. War er noch vor einigen Wochen zu ungestüm gewesen und hatte sich dadurch eine Sperre eingehandelt, so agierte er gegen Odenkirchen als besonnenes Vorbild mit absoluter Willenskraft.

Gegen Heiligenhaus traf Odenkirchens Adama Bancé (rechts) einmal. FOTO: Theo Titz

Natürlich ist der FC am Sonntag im Nachbarschaftsduell beim Namensvetter in Viersen eindeutig Favorit. Durchaus denkbar, dass sich der 1. FC mit einem Sieg an die beiden führenden Klubs noch näher heranschieben kann.

VfL Jüchen Man durfte sich Sorgen um Jüchen machen, nachdem der Abstieg aus der Landesliga in der vorigen Saison erst nach einem heftigen Zittern vermieden werden konnte. Doch in der neuen Saison überraschte der VfL. Vermutete man zunächst eine Wundertüte, in der nur eine Überraschung zu finden wäre, die obenauf lag, muss man nun konstatieren, dass Jüchen wohl nichts mit dem Abstieg zu tun haben dürfte. Der VfL hat weit mehr als eine Überraschung zu bieten.

Oguz Ayan ist der Goalgetter des 1. FC Mönchengladbach. Auch dank seiner neun Treffer in neun Spielen steht der Klub auf Rang drei der Landesliga. FOTO: Diwi (Archiv)

Dennoch - so ganz kann Jüchen sein Image als Wundertüte nicht ablegen. Denn nach Siegen gegen einen Aufstiegsfavoriten wie Velbert, einer Spitzenmannschaft wie Heiligenhaus oder gegen Angstgegner Nievenheim handelte sich der VfL gegen vermutet deutlich schwächere Mannschaften wie Mettmann, Remscheid und den MSV Düsseldorf unverhofft Niederlagen ein. Ein deutliches Zeichen dafür, dass die Mannschaft sich zwar erheblich weiterentwickelt hat, aber sicher nicht die Stabilität erreicht, die sich Trainer Michele Fasanelli wünscht. Er hat seinem Team inzwischen ein variables taktisches Konzept verpasst, das die Mannschaft häufig umsetzt. Gelingt das nicht, sind die Spieler allzu sorglos, wird der VfL auch postwendend bestraft.

Immerhin hat Jüchen nach neun Spieltagen 16 Punkte gesammelt. In der vorigen Spielzeit waren es zu diesem Zeitpunkt magere sieben. Am Sonntag kann der VfL beweisen, dass er auch gegen scheinbar schwächere Gegner erfolgreich spielen kann. Bei der Reserve des TSV Meerbusch, die in direkter Nähe der Abstiegsplätze steht, ist Jüchen Favorit. Aber der TSV siegte zuletzt zweimal in Folge.

SpVg. Odenkirchen Geplant war sicherlich beim Derby ein Sieg beim 1. FC, doch Odenkirchen hatte in dieser Partie keine Chance. Alle Tugenden, die die Mannschaft in den vergangenen Spielen gezeigt hatte, konnten nicht abgerufen werden. Die Viererkette war vor allem auf den Außenpositionen nicht so stark wie gewohnt. Die Sechser Dragan Kalkan und Nico Zitzen mussten viel in der Abwehr arbeiten, standen aber auch ständig durch das aggressive Spiel des FC unter Druck, sodass das Aufbauspiel ein ums andere Mal ins Stocken geriet. Taifun Yilmaz und Pascal Moseler konnten sich nicht wie gewohnt in Szene setzten, an Pascal Schmitz lief das Spiel gänzlich vorbei.

Odenkirchen hatte vielleicht die Punkte beim FC zu früh einkalkuliert, vergaß die erforderliche Gegenwehr oder konnte sie nach vielen englischen Wochen nicht mehr wie gewohnt abrufen. Allerdings dürfte 05/07 konditionell in der Liga Bestwerte besitzen. Das 1:2 beim FC war Odenkirchens vierte Niederlage während dieser Spielzeit. Allerdings unterlag man bisher nur dem Quartett, das an der Spitze der Liga steht.

Trainer Kemal Kuc blieb trotz der Niederlage ruhig und gelassen. Er weiß, dass solche missliebigen Ausrutscher in einer Saison unvermeidbar sind. Doch am Sonntag gegen den MSV Düsseldorf wird er von seiner Mannschaft eine deutliche Leistungssteigerung erwarten. Allerdings sind die Düsseldorfer ein sehr unangenehmer Gegner, der nie aufgibt, selbst wenn er deutlich zurückliegt. Der MSV dürfte der geeignete Prüfstein für 05/07 sein, um mit einer klaren Leistungssteigerung wieder in die Erfolgsspur zu kommen.

Quelle: RP
 
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