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Leanders Leidenschaft ist das Klettern

Lokalsport: Leanders Leidenschaft ist das Klettern
Leander Carmanns in seinem Element - der Wand. FOTO: privat
Klettern. Der elfjährige Leander Carmanns ist ein vielsprechendes Talent im Sportklettern. Von Sebastian Eussem

Im Laufschritt nähert sich Leander der Kletterwand. Ein Kumpel fragt: "Welche Route kletterst du?" "Die weiße", antwortet er. Nach einem "High Five" dauert es nur wenige Sekunden und Handgriffe, bis Leander oben ist. Leander Carmanns ist mit seinen gerade einmal elf Jahren bereits ein ausgewiesener Experte in seiner Sportart, dem Sportklettern. Der Gymnasiast probierte sie vor drei Jahren in der Kletterkirche aus. Sie ist mittlerweile sein "zweites Wohnzimmers", wie Mutter Stefanie die Trainingsheimat ihres Sohnes bezeichnet.

Der Elfjährige klettert nicht nur gerne, sondern auch ausgesprochen erfolgreich. Vor rund drei Wochen sicherte er sich die Teilnahme beim Westdeutschen Finale durch den Gesamtsieg des "Kids Cup". Die jungen Athleten wurden dort in drei Disziplinen - Lead, Bouldern und Speed - geprüft. In ersterer muss eine bestimmte und dem Sportler zuvor nicht bekannte Route per Vorstieg erklommen werden. Mit einem Seil im Schlepptau sichern sich die Sportler von Etappe zu Etappe immer höher ab, bis sie im besten Fall die maximale Höhe erreichen. Beim Bouldern wird ohne Sicherung eine drei bis vier Meter hohe Route anvisiert, die bei möglichst wenig Versuchen umso höher bepunktet wird. Als erfolgreich bestanden gilt die Boulder-Route, wenn der oberste, der "Top-Griff" zwei Sekunden lang kontrolliert gehalten wird. Wie der Name "Speed" bereits verrät, geht es bei dieser Variation um Schnelligkeit. Dabei befinden sich die Sportler im "Top-Rope", einer Sicherung von oben.

Ganz oben will Leander auch beim Westdeutschen Finale sein, doch nicht nur an der Kletterwand, sondern auch auf dem Treppchen. "Bei Wettkämpfen habe ich immer Ziele und Erwartungen", sagt der Huma-Schüler. Er peilt so bald wie möglich eine "10", die maximale Schwierigkeitswertung an. Bislang reichte es für eine 9-, also nur drei Stufen weniger. Für ein gutes Ergebnis beim Westdeutschen Finale, bei dem sich die sechs besten Jungs und Mädels der jeweiligen Altersgruppen der Bundesländer NRW, Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland duellieren, trainiert Leander viermal wöchentlich. Neben regelmäßigem Training in der Kletterkirche geht es für ihn auch nach Frechen, wo das dort gelegene "Chimpanzodrome" noch bessere Trainingsbedingungen bietet. Dazu gibt es dort die Möglichkeit, mit Jule Wurm und Jan Hojer, zwei international erfolgreiche Athleten, zu trainieren.

Leander ist nur einer von vielen Menschen, die den Trendsport für sich entdeckt haben. Anja Schmitz, von Tag eins in der Kletterkirche beschäftigt, kann einen regelrechten Sturm auf die Sportart beobachten: "Gerade in den letzten beiden Jahren ist es explodiert. Klettern hat sich nun auch für den Breitensport geöffnet. Zahlreiche Schulklassen veranstalten hier Sportunterricht. Man hat erkannt, dass Klettern den Rücken trainiert, die Motorik schult, sowie Körper und Geist anregt." Sogar aus Aachen und Beckum reisen Gruppen nach Mönchengladbach, um sich im ehemaligen Gotteshaus zu betätigen. Schaut so mancher Anfänger ehrfürchtig an die Decke der Kirche, sieht man ab und an gewiss auch Leander, der nicht nur räumlich, sondern auch sportlich weiter ganz nach oben will.

Quelle: RP
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