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Leichtathletik
Leichtathletik soll mit Spaß bei Kindern punkten

Leichtathletik: Leichtathletik soll mit Spaß bei Kindern punkten
Den Kindern macht der Stabweitsprung beim LGM-Sportfest der Mönchengladbacher Stadtmeisterschaften sichtlich Spaß. FOTO: Paul Offermanns
Leichtathletik. thema Selbst Kernsportarten wie der Fußball und die Leichtathletik müssen neue Wege gehen, um weiterhin ausreichend Nachwuchs zu finden. Unsere Mitarbeiter haben sich bei zwei Veranstaltungen ein Bild von den Problemen und Lösungsansätze in der Nachwuchsarbeit gemacht. Von Paul Offermanns

Die klassische Volkssportart, der leichtathletische Dreikampf mit Lauf, Wurf und Sprung in der herkömmlichen Art und Weise, ist in der neuen Kinderleichtathletik in den jüngsten Jahrgängen der U 8, U 10 und U 12 nicht mehr gefragt. Jungen und Mädchen machen stattdessen Antritte von 30 oder 40 Metern, Weitsprung, Ein-Bein-Hüpfer, Tennisring-Weitwurf, Schlagwurf, Stab-Weitsprung, Hindernisstaffel oder einen 1500-Meter-Crosslauf auf der Hans-und Hermann-Trützschler-Sportanlage. 81 Kinder sind bei der Mönchengladbacher Stadtmeisterschaft, die innerhalb des LGM-Sportfestes integriert ist, mit spürbarerer Begeisterung dabei.

Julia (10) sagt: "Ich mache gerne den Stabweitsprung." Und es ist für die Mädchen und Jungen in der Tat faszinierend, wie sie mit einem langen Stab auf die Weitsprunggrube zulaufen, ihn in einen Ring setzen und mit Schwung weit springen. Und Nele (10) fand: "Komisch, dass in verschiedenen Wettbewerben nicht gemessen wird und stattdessen Punkte vergeben werden." Auch LGM-Vorsitzender Richard Mayer war anfangs etwas skeptisch. Als er sah, wie die Kinder mit Begeisterung bei der Sache waren, ist jedoch auch er davon überzeugt: "Es geht bei den Kindern nicht um Zeiten und Weiten, sondern sie sollen ihren Sport mit Freude ausüben."

Die Leichtathletik verspricht sich davon mehr Kinder. "Jungen und Mädchen sollen spielerisch unserem Sport zugeführt werden. Die Leichtathletik muss den Kindern Spaß machen. Beispielsweise beim Stabweitsprung werden sie schon früh an den Stabhochsprung herangeführt. Im Team holen sie Punkte für die Mannschaft. Dafür richteten wir im Kreis den Kila-Cup ein", sagt Hildegard Maibaum, Sportwartin von Niederrhein-West. Gertrud van Ool (LGM) meint, dass mit der Kinderleichtathletik der richtige Weg eingeschlagen wird: "Sie fördert die Motorik der Kinder und bringt neue Talente hervor." Trotzdem verlassen immer wieder gute Sportler die Gladbacher Vereine wie zuletzt der Weitspringer Benjamin Weßling zu Bayer Leverkusen, davor wechselte Kira Königs zu Bayer Uerdingen. Und der noch sehr junge Hannes Schulz (M14) ging ebenfalls nach Uerdingen - wegen der besseren Perspektiven. "Das passiert meist, wenn sie in unseren Vereinen keine individuelle Betreuung bekommen", weiß Dieter Wolf, Fachwart für Leichtathletik im Stadtsportbund Mönchengladbach. Er hat dann auch die Hoffnung aufgegeben, mögliche Talente bei den Stadtmeisterschaften anzusprechen: "Sie sind dann schon meistens in anderen Sportarten aktiv und vergeben."

Es gibt indes immer wieder Lichtblicke in der Gladbacher Leichtathletik: Einige Athleten finden in den Gladbacher Vereinen den Weg nach oben wie der Speerwerfer Fabian Strehlau oder die aus Süchteln kommende Mittelstrecklerin Sarah Schmidt. Erst im LAZ Mönchengladbach wurde sie zu einer Läuferin mit nationalem und internationalem Format aufgebaut.

Quelle: RP
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