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Lürrips Verantwortliche monieren Interessenkonflikte bei Spielern

Lokalsport: Lürrips Verantwortliche monieren Interessenkonflikte bei Spielern
Fussball. Beim Bezirksliga-Fünften ist man sich sicher, in der Hinrunde auch deswegen Punkte liegen gelassen zu haben, weil bei einigen Akteuren Einstellung und Ehrgeiz nicht allein dem Fußballspielen gelten. Von Kurt Theuerzeit

In Lürrip wird Fußball auch im Jahr 2015 noch so gelebt, wie ihn ältere Menschen aus ihrer Jugendzeit kennen. Fußball gespielt wird indes natürlich nach modernen Maßstäben - wenn es denn das Leben zulässt. Doch genau da geraten in Lürrip häufig zwei Bereiche in Widerstreit, so dass die sportlich gewünschten Ergebnisse nicht immer zustande kommen.

An früher erinnert beim SV Lürrip vor allem das Vereinsleben. Der Klub ist nicht nur im Ort integriert, er integriert auch die unterschiedlichen Nationalitäten, bietet Kindern und Jugendlichen durch ein intaktes Vereinsleben eine Art Zuhause. Dafür sorgen viele ehrenamtliche Mitarbeiter wie sie wohl kaum ein anderer hiesiger Amateurverein aufzuweisen hat. Der gesamte Verein leistete so beispielsweise körperliche Arbeit, um den Bau des Kunstrasenplatzes zu ermöglichen. Nebenbei gelingt es dem Verein, immer wieder Talente auszubilden, die dann aber meist recht schnell von anderen Klubs angelockt werden. Aber damit lebt man in Lürrip.

Der SV spielte sogar vier Jahre lang in der Landesliga, bis der Abstieg 2014 den Klub in der Bezirksliga landen ließ. Der Start dort verlief in der vorigen Saison recht holprig, in dieser Spielzeit schienen nun aber die Zeichen auf Spitzengruppe gestellt zu sein, zumal der Start glänzend verlief. Die starke Bindung einiger Spieler an das örtliche Feierwesen im Ort brachte aber schon da die ersten Rückschläge. So wie sie mit dem Fußballverein eng verbunden sind, sind sie auch mit dem Schützenverein verbunden. Dabei sind dann die Prioritäten nicht immer deckungsgleich, wobei die Auswirkungen sonntags auf dem Spielfeld nicht den Vorstellungen des Trainerteams entsprechen.

Sicherlich lässt sich der fünfte Tabellenplatz, den die Lürriper am Ende dieses Jahres einnehmen, sehen, aber es wäre sicherlich mehr drin gewesen. "Für einige sind Schützenverein und Borussia sehr wichtig. Dann fehlt die nötig Vorbereitung, so dass wir in einigen Phasen der Saison nicht so gut abschneiden, wie es aufgrund unseres Potenzials möglich wäre", sagt Trainer Markus Lehnen.

Dazu kommt dann, dass sich die Spieler auf dem Platz allzu leicht provozieren lassen, verbal aus der Haut fahren und sich dadurch Platzverweise einhandeln. In Strümp wurde so zwar 3:2 gewonnen, aber es wurden aber eben auch drei Spieler des Feldes verwiesen. Hinzu kommen Verletzungen wichtiger Stammspieler, so dass das fußballerische Potenzial nicht ausgeschöpft werden konnte.

Fußballobmann Andreas Zimmermann will nun versuchen, die Spieler davon zu überzeugen, mehr sportlichen Ehrgeiz zu entwickeln: "Wir haben die Klasse, aber es fehlt die Einstellung. Die Spieler sollen ihren Spaß haben, aber sie verstehen, dass sie ohne entsprechende Vorbereitung sonntags nicht optimale Leistung bringen können. Mit Platz fünf bin ich zwar zufrieden, aber wir könnten durchaus acht bis zehn Punkte mehr haben", sagt er.

In der Rückrunde werden die lange verletzten Tobias Busch, Marco Schallenburger und Dario Cancian wieder zur Verfügung stehen. Die Handlungsmöglichkeiten für Verein und Trainerteam werden sich dadurch also vergrößern. Dann könnte sich auch wieder zeigen, dass der SV Lürrip auch auf dem Platz durchaus etwas Besonders sein kann.

Quelle: RP
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