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Lokalsport
Nach Mantsch' Tor brechen alle Dämme

Lokalsport: Nach Mantsch' Tor brechen alle Dämme
Gestatten, der Matchwinner: Michael Mantsch setzte sich hier gegen zwei Neusser durch. Sieben Tore warf er im Derby aus dem Spiel, viermal traf er vom Punkt. Der letzte Siebenmeter brachte das Siegtor Sekunden vor dem Ende. FOTO: Dieter Wiechmann
Handball. Handball-Drittligist TV Korschenbroich dreht in der Endphase das Derby gegen den Neusser HV und wird in letzter Sekunde belohnt. Von Wiltrud Wolters

Was für ein Finale. Zwei Minuten und 23 Sekunden waren noch zu spielen, als Felix Handschke den Neusser HV im Derby beim TV Korschenbroich 21:19 in Führung brachte. Vor 580 Zuschauern in der proppevollen Waldsporthalle sprach nicht mehr so wahnsinnig viel für die Gastgeber. Als dann Michel Mantsch den TVK zehn Minuten später per Siebenmeter quasi mit der Schlusssirene zum 23:22 (7:11)-Sieg warf, brachen daher alle Dämme.

Vorausgegangen war eine Entscheidung, die auch im Nachgang noch viele Diskussionen mit sich bringen wird. Unter dem Jubel der TVK-Fans hatten Gerrit Stassen, Max Zimmermann und Michael Mantsch den TVK zur 22:21-Führung geworfen.

Neuss blieben 41 Sekunden, und Trainer Ceven Klatt brachte für den Torhüter den siebten Feldspieler. Die Maßnahme zahlte sich aus, denn Philip Schneider markierte drei Sekunden vor dem Ende den Ausgleich zum 22:22. Reaktionsschnell wollten die Korschenbroicher die schnelle Mitte ausführen, doch beim Versuch auf das noch verwaiste Tor der Neusser zu werfen, wurde Mathias Deppisch von Viktor Fuetterer in der Feldmitte gefoult.

Minutenlang war das Spiel unterbrochen. Deppisch wurde behandelt. Fuetterer sah die Rote Karte. Während sich die Schiedsrichter berieten, legten die Korschenbroicher den Ball auf den Siebenmeterpunkt. Die Neusser trugen ihn zurück in den Mittelkreis. Letztlich entschieden die Referees mit dem Siebenmeter auf die Verhinderung einer klaren Torchance. Im Hexenkessel Waldsporthalle behielt Mantsch die Nerven und versenkte den Ball oben rechts im Winkel des Neusser Tores zum umjubelten Sieg.

Vielleicht machte genau diese Ruhe der gesamten Korschenbroicher Mannschaft in der emotional aufgeladenen Atmosphäre den Unterschied in einem Derby, das nicht zwingend einen Sieger verdient hatte. Bärenstarke Abwehrreihen, zwei gute Torhüter und jede Menge vergebener Möglichkeiten hüben wie drüben ließen alle Beteiligten und die Fans zugleich staunen und aufstöhnen. "Wir haben brutal viel verballert. Aber mein Team ist stabil und nervenstark geblieben. Wir haben einen Riesenschritt gemacht", sagte TVK-Coach Ronny Rogawska.

Ob das Ergebnis auch Bestand hat, werden die nächsten Tage zeigen. "Ich habe mir von den Schiedsrichtern die Regel erklären lassen. Wir werden nun prüfen, welche Möglichkeiten wir haben", sagte Ceven Klatt. Die Korschenbroicher sehen der Entscheidung gelassen entgegen, denn Handballfeste wie dieses sind auch für den TVK die allerbeste Werbung für den Sport. "Wir haben jetzt eh keinen Einfluss mehr darauf", sagte Rogawska.

Quelle: RP
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