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Lokalsport
Plötzlich drei Ligen höher

Fussball. Markus Trexler steht eigentlich bei Odenkirchen III in der B-Liga im Tor. Aber am Sonntag war er auf einmal im Landesligateam gefordert. Die Geschichte einer überraschenden Beförderung. Von Kurt Theuerzeit

Die Beförderung war nicht abzusehen. Ja, Markus Trexler hatte schon einmal eine Spielzeit lang in der Kreisliga A für Odenkirchen zwischen den Pfosten gestanden. Aber eigentlich fühlt sich der 28-Jährige am wohlsten in der Kreisliga B, in der dritten Mannschaft von 05/07. Und doch stand er nun am Sonntag ganz überraschend im Tor der Landesligamannschaft und konnte sich nach 90 Minuten über ein 2:1 in Nievenheim freuen.

Zum wiederholten Mal hatte Trainer Kemal Kuc einen Glücksgriff getan, nachdem Stammtorwart Kevin Afari nach einer Bänderverletzung aus dem Training für Sonntag ausfiel. "Bernd Lübeck hat gerade eine Meniskusoperation hinter sich. Oliver Schumacher ist nur selten in Odenkirchen. Arda Akkas von den A-Junioren kann spielen, aber er hat weniger Erfahrung als Markus Trexler. Schön, dass meine Entscheidung wieder richtig war", freute sich Kuc im Nachgang über seine Torhüter-Wahl. Die Entscheidung war auch richtig, weil Trexler eine herausragende Partie ablieferte. "Beim Gegentor hatte er keine Abwehrchance. Mit mehr Training könnte er sicher auch höher spielen", sagt Mathias Komor, der Sportliche Leiter.

Lob erhielt Trexler auch direkt nach dem Abpfiff von seinen Mitstreitern. Er selbst bleibt aber weiter bescheiden und zurückhaltend: "Wenn die anderen das sagen, ist das in Ordnung. Aber meine Vorderleute haben auch einen tollen Job abgeliefert und es mir sehr einfach gemacht. Bei zwei Schüssen musste ich auf dem Posten sein und die eine oder andere Flanke abfangen. Nach der ersten Nervosität nach dem Anpfiff war ich eigentlich ganz ruhig", berichtet er.

Beruhigend war schon die Hinfahrt nach Nievenheim für ihn im Wagen mit Kuc und Komor: "Sie haben mir im Gespräch schon viel Aufregung genommen, so dass ich beim Anpfiff keinen Druck mehr verspürte", sagt Trexler. Dennoch sieht er seine Zukunft in der 2. Reserve: "Ich fühle mich dort wohl, weil da auch meine Cousins mitspielen", sagt er. Zudem ist er beruflich sehr gefordert. Er leitet in Düsseldorf eine Filiale einer bekannten Mönchengladbacher Installationsfirma. Den Job verdiente er sich durch abendliche Kurse, die er mit der Meisterprüfung erfolgreich abschloss. Allerdings will Trexler jederzeit im Landesliga-Team aushelfen, wenn er gebraucht wird.

Das könnte bereits am Sonntag gegen Amern wieder der Fall sein, wenn Afaris Verletzung eine längere Pause erfordern sollte. Bange dürfte Trexler nach den ersten Erfahrungen in der Landesliga nicht mehr sein. Allerdings dürfte er gegen Amern mehr gefordert sein als in Nievenheim. Aber vielleicht sind seine Vorderleute ja wieder so nett und halten den Gegner in Schach.

Quelle: RP
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