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Toller Abschluss der Junioren-Zeit

Lokalsport: Toller Abschluss der Junioren-Zeit
2015 war das bislang erfolgreichste Jahr für Tim Sandkaulen. Am 29. Dezember wird er 18 Jahre und wechselt dann aus der Junioren- in die Herren-Klasse. FOTO: KN
Tennis. Tim Sandkaulen hat es doch noch geschafft: Der 17-Jährige wurde bei seinem letzten Turnier als Jugendlicher erstmals Deutscher Meister - und das gleich im Einzel und im Doppel. Die Frage nun: Gleich Tennisprofi oder erst ein Studium? Von O. E. Schütz

Dreimal hatte Tim Sandkaulen schon in einem Endspiel um die Deutsche Meisterschaft gestanden. Dreimal hatte er verloren, zweimal im Tiebreak. Das hat an ihm genagt. Darum ist der 17-Jährige Gladbacher, anders als noch vor einem Monat geplant, doch noch einmal bei einem Jugendturnier angetreten, bevor er 2016 bei den Herren antreten muss. Und jetzt hat es mit dem Titelgewinn dann auch geklappt - gleich doppelt: Er holte sich am Wochenende in Essen beide Titel, gewann bei den Deutschen Hallenmeisterschaften der Junioren die Einzel- und die Doppel-Konkurrenz - ohne in seinen insgesamt neun Partien einen einzigen Satz abzugeben. "Das war ein schöner Abschluss meiner Zeit als Jugendlicher", sagte er. "Die ganze Arbeit hat sich bezahlt gemacht. Ich habe in diesem Jahr sehr viel erreicht."

Das kann man wohl sagen: Tim Sandkaulen hat bei allen vier Junior Grand Slams gespielt: in Melbourne, Paris, Wimbledon und New York, kam bei den French Open mit dem Ungarn Mate Valkusz sogar bis ins Doppel-Halbfinale. Er wurde mit dem Bielefelder Louis Weßels U18-Europameister im Doppel, holte auf der ITF-Juniors-Tour einen Einzel- sowie vier Doppeltitel, gab sein Debüt in der Ersten Herren-Bundesliga beim Gladbacher HTC und wurde nun Deutscher Meister. Auch Bundestrainer Peter Pfannkoch war sehr zufrieden: "Das ist ein Meilenstein, kann Tim einen richtigen Schub geben."

In diesem Jahr steht für Sandkaulen noch eine Deutsche Hallen-Meisterschaft auf dem Programm. Doch da wird es kaum einen weiteren Titel für Sandkaulen geben. Denn im württembergischen Biberach an der Riß (15. bis 20. Dezember) spielen die Herren, ist der junge Gladbacher mit einer Wild Card des Deutschen Tennis-Bundes dabei, um zu lernen.

Lernen wird in den kommenden Montag für den dann 18-Jährigen doppelt im Blickpunkt stehen. Denn er will im Mai sein Abitur machen. An dem privaten Gymnasium in Mannheim, das er seit eineinhalb Jahren besucht. Allerdings bislang nur an vier oder fünf Tagen im Monat. Da bekommt et den Lernstoff, mit dem er sich dann intensiv beschäftigt - mal in Hannover, wo er bei Peter Pfannkoch trainiert, oder daheim in Gladbach, wo ihn sein Stiefvater, der Tennislehrer Dr. Axel Niemöller, und Arif Ünal betreuen. Das tägliche Trainingspensum: etwa sechs Stunden am Tag.

Ab Februar wird das ein wenig reduziert werden. Dann wohnt und trainiert er in Leimen im Leistungszentrum des badischen Tennisverbandes und besucht regelmäßig die Schule in Mannheim. "Das Abitur sollte für ihn kein Problem sein. Tim arbeitet immer sehr strukturiert", sagt seine Mutter Sabine Niemöller. Und danach? "Da überlege ich noch, sagt Tim. "Entweder gehe ich in die USA zum Studium und Tennis auf ein College, wie es derzeit viele Spieler machen, oder ich versuche es vielleicht direkt zwei, drei Jahre mit Profitennis."

Wo es endet - abwarten. "Das Durchschnittsalter der Top 100 auf der Weltrangliste beträgt etwa 27", sagt Sandkaulen. Begonnen mit Tennis hat er schon als Vierjähriger. Seine Vereine: GHTC, TC Giesenkirchen und dann wieder GHTC.

Quelle: RP
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