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TVK bringt sich selbst um den Lohn

Lokalsport: TVK bringt sich selbst um den Lohn
Lange konnten sich Justin Müller und seine Kollegen vom TV Korschenbroich gut gegen die Leichlinger Deckung durchsetzen, aber am Ende setzte sich der abgezocktere LTV durch. FOTO: Theo Titz
Handball. Beim 32:34 gegen den Leichlinger TV gibt Handball-Drittligist TV Korschenbroich den Sieg im Spitzenspiel aus der Hand, weil er zu viele Möglichkeiten liegen lässt und irgendwann sein anfängliches Konzept verlässt. Von Wiltrud Wolters

3. Liga Die Handballer des TV Korschenbroich hätten sich "die Wurst vom Brot" nehmen lassen, fand Trainer Ronny Rogawska. Was blieb, war indes eine richtige gute Leistung im Spitzenspiel der 3. Liga gegen den Leichlinger TV - aber eben keine Punkte. Die Gäste aus Leichlingen siegten 34:32 und bleiben somit ungeschlagen. Korschenbroich muss sich dagegen nach der ersten Saisonniederlage etwas darunter einsortieren. Vor 500 Zuschauern erwischten die Gastgeber eine bärenstarke erste Viertelstunde. Nach Toren war Justin Müller (2), Michel Mantsch und Max Zimmermann führte der TVK 4:1, und Gästecoach Frank Lorenzet sah sich früh genötigt, die erste Auszeit zu nehmen.

Die Korschenbroicher kamen aus einer starken Abwehr gut ins Tempospiel und setzten damit genau das um, was sie sich im Vorfeld vorgenommen hatten. Da auch Paul Keutmann im Tor einige sehr gute Aktionen zeigte, zog der TVK von 4:3 über 8:3 bis auf 10:4 davon. Bis dahin lief es also wie geschmiert für die Gastgeber. Doch aus dem Hochgefühl sollte schnell, zu schnell aus Sicht von Rogawska, ein Wechselbad der Gefühle werden. "Wir haben das Konzept verlassen. Jeder hat versucht, individuell etwas zu machen oder sich einen Wurf zu nehmen", schilderte der Trainer hinterher. Auch in der Abwehr bekam der TVK-Verbund den einen oder anderen Riss. Der Leichlinger TV nutzte das zum 9:12.

Die Korschenbroicher ließen jedoch nicht locker. Über 16:11 nahmen sie ein 17:14 mit in die Pause. "Die Führung hätte höher sein können", meinte der dänische Trainer. Auch in der zweiten Hälfte legten die Hausherren lange vor, aber die Leichlinger ließen sich nicht abschütteln. Der TVK erhöhte nach einem Doppelschlag von Dennis Backhaus und Henrik Schiffmann zwar auf 19:14, doch die Gäste kamen angeführt vom umsichtigen Valdas Novickis näher. Über 17:21, 22:25 und 27:29 waren sie zehn Minuten vor dem Ende wieder in Schlagdistanz.

Vier Minuten vor Schluss war es eben jener Novickis, der Leichlingen mit dem 31:31 erstmals den Ausgleich bescherte. Nach dem 32:32 machten die Gäste mit den letzten beiden Toren den Sack zu. Dabei profitierten sie von der mangelnden Chancenverwertung des TVK. Unter anderem vergaben Mantsch, Zidorn und Zimmermann in der Schlussphase drei Siebenmeter. "Wir haben uns selber um den Lohn gebracht, weil wir zu viele Möglichkeiten liegen gelassen haben", sagte Rogawska. Genau diese Momente für sich zu nutzen, sei eine Qualität des Gegners. "Leichlingen macht die Tore. Die lassen sich nicht aus der Ruhe bringen", erklärte der Trainer des TVK. Trotz der unnötigen Niederlage bescheinigte er seiner Mannschaft eine sehr gute kollektive Leistung.

TV Korschenbroich Paul Keutmann (1. bis 60. Minute) - Henrik Schiffmann (3), Mathias Deppisch (5), Dennis Backhaus (3), Gerrit Stassen, Michel Mantsch (9/2), Simon Foerster (1), Nicolai Zidorn, Max Schreiner, Justin Müller (3), Max Zimmermann (8); Zeitstrafen TVK: 4 - LTV: 6; Rote Karte Henning Padeken (LTV, 11. Minute); Zuschauer 500.

Quelle: RP
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