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Lokalsport
TVK kämpft spät und wird dann nervös

Handball, 3. Liga. Gegen den VfL Gummersbach II gibt es wieder eine Heimniederlage, diesmal mit 25:28. Da hilft auch ein Zugang nicht. Von Georg Amend

Nach der 25:28 (11:16)-Heimniederlage gegen den VfL Gummersbach II gab es Redebedarf beim TV Korschenbroich. Philip Schneider, der sich mit Torwart Max Jäger das Kapitänsamt teilt, trommelte seine Mitspieler noch auf dem Feld in einem Kreis zusammen und ließ ein paar engagierte Worte folgen. Kaum war diese Ansage beendet, beorderte Trainer Ronny Rogawska seine Spieler in die Kabine zur nächsten Ansprache. Es sei allerdings eher eine Aussprache gewesen, sagte der Trainer hinterher: "Ich habe gar nicht so viel geredet, sondern nur die Trainingspläne für diese Woche ausgegeben. Die Jungs haben mehr miteinander gesprochen."

Was Schneider vorher im Spielerkreis schon begonnen hatte, wurde so fortgeführt. "Ich habe einfach nur gesagt, dass wir nicht umgesetzt haben, was wir uns vorgenommen hatten", berichtete Schneider. "Und dass das schon die ganze Saison unser Problem ist, dass wir jede Woche über dasselbe reden. Wir müssen geduldiger sein. Und diesmal fehlte mir teilweise auch der Kampf. Das darf nicht sein. Es sind alles sehr junge Spieler, und die dürfen auch Fehler machen, aber wenn einer passiert, müssen sie wenigstens den Kopf hochnehmen und kämpfen", ergänzte der 27-jährige Kreisläufer.

Diese Emotionen hatte nicht nur Schneider lange vermisst, sie kamen erst nach dem Seitenwechsel, als sich der TVK von einem 11:17-Rückstand zum 19:19-Ausgleich durch Julian Mumme zurückkämpfte. In dieser Phase traf auch Bruno Zavada zweimal, der Kroate gab nach der Pause sein Debüt für den TVK als Rechtsaußen und durfte sich über eine hundertprozentige Trefferquote freuen. "Es tut mir leid, dass wir ihm nicht direkt den ersten Heimsieg der Saison schenken konnten", sagte Rogawska, den sein Team enttäuscht hatte. Denn die Phase, in der der TVK mit Emotionen, klaren Abschlüssen und einem gut aufgelegten Torwart Jäger hinter einer aggressiveren Abwehr zum erwähnten Ausgleich gekommen war, reichte nicht, um das Spiel wieder zu drehen. Denn kaum war es wieder offen, flatterten die Nerven: Einmal fing Aaron Jennes einen Ball am Kreis nicht, dann warf Mumme - der sich nach überstandener Armverletzung als bester Torschütze zurückmeldete - zu früh, Schneider zielte am Tor vorbei, dann funktionierte das Überzahlspiel nicht. So ging es nach dem Treffer von Nicolai Zidorn, der heute seinen 23. Geburtstag feiert, zum 21:22 dahin. "Da hat man die ganze Verunsicherung gesehen", sagte Rogawska.

Sie war auch in der ersten Hälfte offenkundig gewesen, als die 5:1-Abwehr viel zu große Räume aufwies, die es Gummersbach einfach machten, zu Toren zu kommen. Zudem hatte VfL-Torwart Lasse Hasenforther mit 22 Paraden einen Top-Tag erwischt, doch Rogawska bemängelte im Gegenzug bei seinen Schützen: "Da muss man auch mehr Ausstrahlung haben. Das ist eine mentale Sache." Bleibt abzuwarten, ob Schneiders Gesprächskreis diese beseitigen konnte. Samstag ist der TVK bei der HSG Krefeld jedenfalls klarer Außenseiter.

TVK: Jäger (1. bis 60. Minute / 14 Paraden), Krüger (bei einem Siebenmeter) - Pötzsch (1 Tor), Bongaerts (4 / davon 3 per Siebenmeter), Bock (3), Dicks, Jennes (2), Bohrmann, Mumme (7), Brinkhues (1), Zidorn (3), Zavada (3), Schneider (1), Hampel. Zeitstrafen: TVK 6, Gummersbach 5. Zuschauer: 420.

Quelle: RP
 
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