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Lokalsport
Unterschiedliche Wahrnehmungen

Lokalsport: Unterschiedliche Wahrnehmungen
Der 1. FC ist der älteste Fußballklub des Westdeutschen Fußballverbandes. Der Grundsatz ist: "Wir spielen da, wofür wir uns sportlich qualifiziert haben."
Fussball. Wo geht es hin für den Oberligisten 1. FC? Steht er vor rosigen Zeiten?Oder muss man Angst haben. Von Kurt Theuerzeit

Je nachdem welche Brille man aufsetzt, um den Zustand des 1. FC Mönchengladbach zu betrachten, ergeben sich recht unterschiedliche Wahrnehmungen. Einerseits kann man rosige Erfolgszeiten vermuten, auf der anderen Seite kann einem angst und bange werden vor der Zukunft des Klubs. FC-Chef Uwe Röhrhoff hat da offenbar durch eine Mehrzweckbrille den einzig möglichen Durchblick gefunden: "Wir nehmen das so, wie es sich sportlich ergibt, werden aber unser Grundkonzept nicht ändern."

Das Grundkonzept ist zunächst ein finanzielles, das dazu führt, dass der FC die Oberliga mit einem mittelmäßigen fünfstelligen Betrag bestreitet, während die Konkurrenz mit sechsstelligen Summen und teilweise mit einem Millionenbetrag hantiert. Wie sich aber in Wuppertal zeigte, garantieren Millionen nicht den Erfolg. Auf der anderen Seite ist das 1:0 des FC beim Wuppertaler SV auch kein ewiger Garant für das richtige Konzept.

Umgekehrt locken inzwischen andere Oberligisten FC-Kicker mit Summen, die es eben an der Ernst-Reuter-Sportanlage nicht gibt. Folglich muss der FC mehr als gehofft um den Klassenerhalt bangen. "Den wollen wir aber unbedingt schaffen", sagt FC-Trainer Stefan Houben. Folgt man der Sichtweise Röhrhoffs, dann wäre der Klassenerhalt zwar erstrebenswert, aber nicht zwingend erforderlich. Auf jeden Fall dürfte sicher sein, dass dem FC im Hinblick auf die kommende Saison etliche Spieler abhandenkommen. Die Hoffnung wird wieder auf die Jugend gesetzt, die vielleicht in einem größeren Umfang dem Klub erhalten bleibt als nach der Vorsaison.

Aber auch die Reserve in der Bezirksliga macht Sorgen, da sich der Kader erheblich reduziert hat, die Mischung vielleicht ebenso wenig stimmt wie die Ergebnisse. Zwischenzeitlich war sogar von einer Abmeldung der Reserve zu hören. "Wir werden die Reserve nicht abmelden und auch in der kommenden Saison in der Bezirksliga spielen", stellt Röhrhoff klar.

Rosig sieht es auf jeden Fall aus, wenn man auf die Jugendabteilung blickt. Die C-Jugend hat die Chance, in die Regionalliga aufzusteigen. Die B-Jugend könnte den Sprung in die Bundesliga schaffen, die die A-Junioren vielleicht sogar noch halten können. "Wir haben die Trainer für die kommende Saison verpflichtet und werden nur noch mit Talenten aus der näheren Umgebung arbeiten. Wir werden dann in der Liga spielen, für die wir uns qualifiziert haben", sagt der Emil Neunkirchen, Sportlicher Leiter der Jugendabteilung.

Rosig sieht es auch bei den Frauen und Juniorinnen aus. Die beiden Seniorinnen-Teams führen ihre Ligen an und könnten den nächsten Sprung nach oben schaffen. Das könnte auch den B-Juniorinnen gelingen, die mit dem Aufstieg in der Regionalliga landeten.

Uwe Röhrhoffs Grundsatz "Wir spielen da, wofür wir uns sportlich qualifiziert haben" gilt aber keineswegs für die Trainingsmöglichkeiten des Klubs aus dem Westend. Da spielt der FC noch in der Kreisliga und braucht dringend Platz für je zwei Senioren- und Frauen-Teams sowie 15 Junioren- und fünf Juniorinnen-Mannschaften. Der FC hat selbst schon viel getan, die Stadt müsste sich auch einmal bewegen. Da ist Feld nötig, aber auch Ideenreichtum bei der Nutzung städtischer Sportanlagen.

Quelle: RP
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