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Lokalsport
Weltmeister-Gucken in Neuwerk

Kunstradsport. Die internationale Kunstrad-Elite trifft sich heute in der Krahnendonkhalle. Der Eintritt ist frei. Von Yannik Lingen

Wenn die internationale Hallenradsport-Elite heute beim Deutschland-Pokal und -Cup im Kunstradfahren in der Neuwerker Krahnendonkhalle an den Start geht, steht für die Sportler nicht weniger als die Arbeit eines ganzen Jahres auf dem Spiel: Gelingt die Qualifikation zu den Deutschen Meisterschaften Ende Oktober in Hamburg? Oder endet die Saison nach neun Monaten akribischer Vorbereitung kurz vor dem Höhepunkt?

Nur fünf Minuten und etwas mehr als zwanzig Übungselemente entscheiden über Erfolg und Misserfolg, über den weiteren Saisonverlauf - und nebenbei über den Gewinn einer der begehrtesten Trophäen im Hallenradsport, den Internationalen Deutschland-Pokal und -Cup.

Dabei reicht jeder Starter eine Punktzahl ein, die der Schwierigkeit der auszuführenden Kürelemente entspricht: Je anspruchsvoller die Kür, desto höher die Startpunktzahl. Bewertet werden Sportler dabei von international anerkannten Kampfrichtern des Weltverbandes UCI. Diese legen während der Kür besonderes Augenmerk auf die Ausführung der Übungselemente: Überstehen die Radartisten ihre Kür sturzfrei? Stimmt in den Mannschaftswettbewerben die Synchronität der Akteure untereinander? Sind die Arme jederzeit gerade ausgestreckt oder zeigen sich Unsicherheiten in der Ausführung? Auch das Verlassen der elf mal 14 Meter großen, gelb-markierten Fahrfläche führt bereits zu einem Punktabzug. Entscheidend für das Endresultat ist außerdem, alle Übungselemente in der vorgeschriebenen Zeit von fünf Minuten dargeboten zu haben. Gelingt dies nicht, werden die Punkte jeder fehlenden Übung vollständig von der erreichten Endpunktzahl abgezogen. Letztlich kann also auch ein Starter mit geringer Startpunktzahl und fehlerfreier Ausführung in der Endabrechnung vor dem topgesetzten Starter mit der größten Schwierigkeit stehen, dem im Verlauf der Kür mehrere Unsicherheiten anzumerken waren.

Beim Gastgeber RV Adler Neuwerk herrscht große Vorfreude auf das Turnier mit internationalem Flair: "Die Vierer-Frauenmannschaft aus der Schweiz bekommt man eigentlich nur bei den Weltmeisterschaften zu sehen", sagt der Vorsitzende des Adler, Stefan Lingen. Gemeint ist das Quartett aus Sirnach, das als aktueller Weltmeister und Weltrekordhalter im Vierer-Kunstradsport in Neuwerk an den Start geht.

Die Vorbereitungen auf das Wochenende liefen in den vergangenen Wochen im Hintergrund auf Hochtouren, nachdem sich der RV Adler verhältnismäßig spontan bereiterklärt hatte, den Wettkampf auszurichten. "Natürlich ist ein Event in dieser Größenordnung immer mit einer Menge Arbeit verbunden", sagt Lingen, "aber jeder im Verein packt an diesem Wochenende gerne mit an und alle sind mit großer Freude dabei." Schließlich sind bereits sechs Jahre vergangen, seitdem die Hallenradsport-Elite zuletzt in Neuwerk zu Gast war.

Insgesamt 171 Sportlerinnen und Sportler aus 64 Vereinen, darunter mehrere Weltmeister werden heute ab 9 Uhr in der Krahnendonkhalle in verschiedenen Disziplinen (Einer-, Zweier-, Vierer- und Sechser-Kunstfahren) Hallenradsport auf höchstem Niveau darbieten.

Im Laufe des Tages geht es dabei für die Mannschaften im Vierer- und Sechser-Kunstfahren, neben der Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften, auch um die Teilnahme an der Finalveranstaltung am frühen Abend: Dann ermitteln die drei Besten aus den Vorkämpfen im Vierer- und Sechser-Wettbewerb ab 17.30 Uhr die Sieger. Die Cup-Sieger im Einer- und Zweier-Kunstfahren werden hingegen bereits im Tagesprogramm ermittelt.

Als besonderes "Schmankerl" stehen im Rahmen der Abendveranstaltung dann ein Schaufahren eben dieser Cup-Sieger sowie die WM-Qualifikation im Vierer-Kunstradsport auf dem Programm. "Wir freuen uns über jeden Zuschauer, der sich am Samstag den Kunstradsport einmal auf höchstem Niveau anschauen möchte", sagt Lingen. Der Eintritt in die Krahnendonkhalle ist frei.

Quelle: RP
 
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