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Lokalsport
Wenn der Vater auch der Trainer ist ...

Mönchengladbach. Dicky Otten trainiert beim Landesliga-Aufsteiger auch seinen Filius Frederic. Das war schon in Gnadental so. Dort war es nicht immer leicht. Doch beide haben dazu gelernt. Zuletzt schoss Otten junior im Alleingang den Sieg heraus. Von Kurt Theuerzeit

Ein Glück, dass Co-Trainer Simon Tüscher und Jüchens Vorsitzender Christoph Sommer bei der Suche nach einem Trainer nicht nur Dicky Otten oben auf ihrem Zettel hatten, sondern auch seinen Sohn Frederic. Der bescherte dem Landesliga-Neuling am vergangenen Sonntag in Benrath beim 2:0-Sieg beide Tore. Für den 24-Jährigen war das ein Durchbruch, für den Vater und Chef natürlich eine helle Freude.

Doch wenn der Vater mit dem Sohn, oder im Fall von Dicky Otten sogar mit zwei Söhnen nicht nur privat, sondern auch noch beim Fußball zu tun hat, muss das nicht immer nur Freude hervorrufen. "In Gnadental hatte ich mit Frederic und Sebastian zu tun. Wenn sich die Wege der anderen Spieler und der meinige trennten, dann nahmen wir unsere unterschiedlichen Auffassungen mit nach Hause. Das war für alle sicherlich nicht leicht", macht Dicky Otten deutlich, dass es durch die familiären Bande schon Reibungspunkte geben kann.

Diese Probleme gehören inzwischen der Vergangenheit an. Vater und Sohn genießen die Zusammenarbeit und profitieren voneinander. "Wir haben beide gelernt. Er ist mein größter Kritiker, aber auch ein richtiger Fußball-Experte", bescheinigt Frederic seinem Vater. Nachdem Frederic Otten sein Geografie-Studium mit dem Schwerpunkt "Katastrophenmanagement" erfolgreich beendet und eine Stelle bei einem weltweit agierenden Konzern gefunden hat, kann er sich auch wieder auf den Fußball konzentrieren.

"Das war zu Saisonbeginn nicht einfach, weil ich noch keine Klarheit im beruflichen Bereich hatte. Zudem hatte ich bisher noch nicht in der Landesliga gespielt. Natürlich fühlt man sich nach zwei Toren auch viel besser und hat das Gefühl in der Landesliga angekommen zu sein", sagt Frederic Otten.

Mit ihm hat sein Vater für das Mittelfeld und den Angriff eine weitere Alternative: "Er ist kein klassischer Stürmer und kann auch im Mittelfeld wirkungsvoll agieren. Vor dem Tor hat er dann auch oft den richtigen Riecher." Ob die beiden Otten während der gesamten Saison erfolgreich zusammenarbeiten können, wird vom beruflichen Einsatz des Sohnes abhängen. Durchaus möglich, dass er beruflich häufiger unterwegs sein muss und dann nur eingeschränkt zur Verfügung steht. Am Samstag gegen Blau-Weiß Oberhausen (Anstoß 16 Uhr) dürfte er aber wieder dabei sein.

Intern wird Frederic Otten aber auch wieder mehr Konkurrenz bekommen, weil auch Alexander Wirtz nach seiner Verletzung wieder zur Verfügung steht. Auf jeden Fall wird nach dem Spiel groß gefeiert, denn Kapitän hat zu seinem 30. Geburtstag eingeladen. Da würde ein weiterer Punkt die richtige Grundlage für eine tolle Feier liefern.

Quelle: RP
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