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Henrik Schmidt
"Werden einen echten Hammer präsentieren"

Henrik Schmidt: "Werden einen echten Hammer präsentieren"
Henrik Schmidt konnte mit der Saison des GHTC nicht zufrieden sein. Für das nächste Jahr will er nachrüsten. FOTO: Detlef Ilgner (Archiv)
Mönchengladbach. Der Teamchef des Gladbacher HTC kündigt für die kommende Saison in der Tennis-Bundesliga einen wahren Transfercoup an.

Die Saison in der Tennis-Bundesliga ist nicht nach dem Geschmack des Gladbacher HTC gelaufen. Am Ende wurde der als Deutscher Meister gestartete Klub Drittletzter von neun Mannschaften. Teamchef Henrik Schmidt erklärt, woran es in dieser Spielzeit gelegen hat, was mit den nominellen Spitzenspielern los war und wie es in der neuen Saison werden soll.

Sie sind als Deutscher Meister in die Saison gestartet, am Ende mussten Sie froh sein, dass durch den Rückzug von Bremerhaven nur eine Mannschaft aus der Bundesliga abstieg. Was machte die abgelaufene Saison so anders als die vorangegangene?

Schmidt Das letzte Jahr war wie ein Märchen, das lässt sich nicht ständig wiederholen. Wir haben neben einem guten Spielerkader damals auch des Öfteren einfach Glück gehabt. Dazu kam eine sehr gute Doppelbilanz. In diesem Jahr hatten wir wieder einen sehr guten Kader, jedoch viele Verletzungen, Pech mit Resultaten unserer Spieler auf Turnieren in Bezug auf deren Verfügbarkeit sowie eine schlechte Doppelbilanz. Bei einer so ausgeglichenen Bundesliga befindet man sich dann schnell in der unteren Tabellenhälfte.

Sind Sie mit der Rolle als "Gejagter" nicht so gut zurechtgekommen wie mit der Rolle als "Underdog" 2016? Haben die Gegner den GHTC anders eingestuft als im Vorjahr?

Schmidt Das hat auch einen Unterschied gemacht. Unsere Gegner wussten, dass sie nur mit Ihrer besten Aufstellung gegen uns punkten können und genau das haben sie dann auch meistens getan. Ich empfinde das aber eher als Lob für die gute Arbeit und genieße es, gegen Top-Aufstellungen zu spielen. Am ersten Spieltag in Krefeld haben wir nach 30-jähriger Bundesligageschichte der Krefelder für einen Zuschauerrekord gesorgt. Das darf man doch als Kompliment auffassen.

Von ihren ersten drei Top-Spielern haben weder Andreas Haider-Maurer noch Philipp Kohlschreiber in dieser Saison für den GHTC gespielt. Spitzenspieler Albert Ramos-Vinola war zweimal da und verlor sein einziges Einzel und zwei Doppel. Mit der Bilanz können Sie nicht zufrieden sein, oder?

Schmidt Nein, aber das lag nicht an unseren Jungs. "Kohli" hat momentan eine Blessur nach der anderen und kann kaum trainieren neben den ATP-Turnieren. Andi war über ein Jahr verletzt und hat jetzt in Meerbusch wieder das erste gute Turnier gespielt, und Albert hatte einmal eine fünfstündige Flugverspätung. In Krefeld musste er antreten, obwohl er in den drei Wochen davor nicht ein einziges Mal auf Asche gespielt hatte, sondern ausschließlich auf Rasen. Wir sind eher dankbar dass er das überhaupt gemacht hat.

Ramos-Vinola hat dann seine beiden Doppel verloren, doch die waren generell ein Problem in der Saison. In acht Spielen wurden fünfmal beide Doppel verloren, dreimal nach einem 2:2 nach den Einzeln so auch das Spiel. Woran hat es da gehapert?

Schmidt Das können wir uns selbst noch nicht so ganz erklären. Im Doppel kann man weniger planen als im Einzel, und gerade deswegen hatten wir mit Franko Skugor und Roman Jebavy zwei Doppelspezialisten verpflichtet. Skugor war immerhin in Wimbledon im Halbfinale und Jebavy die Nummer 56 der Welt im Doppel. Dafür hat unser bisher bester Doppelspieler Aleksandr Nedovyesov eine unerwartete 2:5-Bilanz im Doppel gespielt.

Wie zufrieden sind Sie mit den Zugängen Jan Sátral, Andrej Martin und Roman Jebavy?

Schmidt Andrej Martin und Roman Jebavy sind Granaten, menschlich wie sportlich. Andrej blieb als Neuzugang ungeschlagen, und Roman hat als Doppelspezialist ja sogar zweimal Einzel spielen müssen und beide Einzel nach überragendem Kampf gewonnen. Dazu kommt, dass Roman in der Kabine für beste Stimmung sorgt. Der hat eine positive Ausstrahlung, die alle mitzieht. Er hat sich zudem über das Borussia Trikot mit der Nummer 9 und seinem Namen gefreut wie Kinder über ihre Weihnachtsgeschenke. Hätten wir die beiden nicht gehabt, dann hätte es düster werden können. Bei Jan Sátral sind wir uns noch nicht einig. Als Typ passt er gut und hat sich auch auf dem Platz kämpferisch präsentiert. Ihm fehlen aber momentan die guten Resultate und daher ein bisschen Selbstvertrauen.

In Tim Sandkaulen haben Sie ein Eigengewächs in das Bundesliga-Team integriert, ein Einzel durfte er aber noch nicht spielen. Wie sehen Sie seine Entwicklung?

Schmidt Tim hat sich so entwickelt, wie wir es erhofft hatten. Die Uni in Mississippi hat ihn erwachsener und kantiger gemacht. Sein Doppelspiel ist schon jetzt auf Bundesliganiveau, was ihn zum festen Bestandteil des Teams macht und nicht nur zu einem Youngster, den wir zur Nachwuchsförderung mitnehmen. Wir hoffen, dass er sich auch im Einzel so weiterentwickelt, das braucht aber meines Erachtens noch ein bis zwei Jahre. Aber glauben Sie mir, er wird das packen!

Nach der Saison ist vor der Saison. Wie stellen Sie sich das Bundesliga-Team des GHTC 2018 vor? Bleiben die Top-3?

Schmidt Unsere Topleute haben alle gesagt, dass sie bleiben möchten. Bis Ende September werden wir das Vertragliche regeln. Im letzten Jahr ging es schwerpunktmäßig darum, das Meisterteam zusammenzuhalten und nur in der Breite zu verstärken. Für das kommende Jahr planen wir aber schon einen Leckerbissen. Ich darf da im Moment noch keinen Namen nennen, aber wir werden einen echten Hammer für die nächste Saison präsentieren. Das gönnen wir uns und den Zuschauern nach dieser Saison. Also können wir uns schon jetzt auf tolles Tennis bei den Heimspielen 2018 freuen, eben auch mit einer besonderen Überraschung.

GEORG AMEND FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

Quelle: RP
 
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