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Lokalsport
Wickrath sieht anspruchsvolle Springen

Reiten. Das Schlossparkturnier bietet spannende Entscheidungen, einen neuen Parcours und einen Belgier im Mittelpunkt. Von Paul Offermanns

Es war der Turnierhöhepunkt des Wickrather Schlossparkturniers, das mit 3750 Euro dotierte Zwei-Sterne-S-Springen mit Siegerrunde am gestrigen Pfingstmontag. Und der Sieger dieses Höhepunkts kommt aus Belgien: Nationenpreisreiter Marc Boes (RFV Liedberg) gewann. Auf Gucci van de Grenshoeve schaffte er gestern in der Siegerrunde ohne Abwurf mit 43,45 Sekunden die schnellste Rundenzeit. "Ich hatte das Pferd nur für dieses Springen gesattelt. Mit ihm war ich in dieser Saison bereit in fünf internationalen Großen Preisen vorn platziert", sagte Boes. Auf sein Pferd lässt er nichts kommen: "Es ist zurzeit mein bestes Pferd", sagte er.

Boes kassierte die 780 Euro Siegprämie und erhielt als Sonderpreis den 2000 Euro teuren Sattel. Dazu holte er in der Siegerrunde noch die Plätze fünf und sechs mit Chuck Berry und Bocelli. Boes und die Zweitplatzierte Franziska Scharrer (RV Torfgrafen Bergerhof) mit Coragioso (51,07) blieben in beiden Runden jeweils ohne Fehler. Gilbert Tillmann (RC Gut Neuhaus Grevenbroich) auf Platz drei handelte sich mit Hadjib 0,25 Fehlerpunkte (55,39) wegen Zeitüberschreitung ein.

Ein Springen nach dem anderen sahen die Zuschauer in Wickrath. Besonders spannend war es, wenn sich Reiter laufend an der Spitze abwechselten, wenn es bei fehlerfreien Ritten um Hundertstelsekunden ging. Turnierleiterin Nina Oertel-Speis, die übrigens von Boes trainiert wird, verkraftete ihre Doppelbelastung gut: Sie ritt zwischendurch ihre Prüfungen. "An diesen Turniertagen sind es aber nur die S-Springen, die ich mitreite", sagte sie und platzierte sich mit Dyllen in der FAB-Amateur-Springprüfung der Klasse S* als Dritte (0/70,91). Ihr fehlten hier am Ende 36 Hundertstelsekunden zu Platz zwei und zum Sieg 68 Hundertstelsekunden. Neu in den Reihen vom Veranstalter Zucht-, Reit- und Fahrverein (ZRFV) Wickrath war derweil Felix Schneider, er zeigte am Wochenende gute Ritte.

"Damit der Springplatz im optimalen Zustand blieb, mussten wir zwischendurch wässern", sagte Wolfgang Oertel, 1. Vorsitzender des ZRFV. Und mit Blick auf die Sprünge im Stangenlabyrinth fügte er hinzu: "Den neuen Parcours haben wir extra hierher bekommen, er wurde nach des Wünschen unseres Vorstandes zusammengestellt." Auf den letztjährigen Parcourschef Martin Otto konnten die Wickrather nicht zurückgreifen, der befand sich parallel zum Hindernisbau in Florida. Sein Ersatz hieß Marco Behrens, unterstützt von Co-Parcoursbauer Olaf Enger. Behrens ist Deutschlands jüngster Parcourschef, er besitzt die Qualifikation, auch international auf "Level 3" bauen zu dürfen. Oertel war dann auch dementsprechend stolz auf die fünf schweren Springen, davon war eins auf Zwei-Sterne-Niveau und mit 3750 Euro dotiert.

Übrigens: Die Turnierkosten bezifferten die Organisatoren auf mehr als 50.000 Euro.

Quelle: RP
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