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Uwe Röhrhoff
"Wir brauchen einen zusätzlichen Platz"

Mönchengladbach. Der Vorsitzende des 1. FC Mönchengladbach spricht über die Situation beim Neu-Oberligisten aus dem Westend.

fussball Es ist schon jetzt ein besonderes Jahr für den 1. FC Mönchengladbach: Die Erste Mannschaft ist jetzt Oberligist, die A-Junioren bleiben in der Bundesliga, die C- bis A-Junioren spielen nun in der Niederrheinliga, die Frauen sind in die Landesliga aufgestiegen und die Reserve spielte in der Bezirksliga-Spitze mit. Der FC-Vorsitzende Uwe Röhrhoff zieht ein Fazit.

Haben Sie vor dem Saisonstart mit einem derart überragenden Abschneiden gerechnet?

Röhrhoff Damit konnte niemand rechnen. Eine solche Erfolgssaison wird wahrscheinlich lange nicht zu wiederholen sein. Es hat einfach alles gepasst und dann kam noch das notwendige Quäntchen Glück dazu. Es war schlichtweg sensationell.

Der FC betritt mit dem Aufstieg in die Oberliga unbekannte Höhen. Ist der Klub auf dieses Neuland vorbereitet?

Röhrhoff Da wir ja bis zum letzten Spieltag nicht mit dem Aufstieg rechnen konnten, liefen unsere Planungen auch nicht in Richtung Oberliga. Das muss jetzt natürlich angepasst werden. So kommen einige organisatorische Herausforderungen auf uns zu - wie Sicherheitsauflagen für Spiele etwa gegen den Wuppertaler SV und auch weitere Anfahrten zu den Spielen. Durch unsere Erfahrungen mit der A-Junioren-Bundesliga und den entsprechenden Auflagen sind wir für einige Themen aber schon gut vorbereitet. Einige zusätzliche Sponsoren wären auch hilfreich.

Sicher haben Sie auch darauf gehofft, dass sie den einen oder anderen A-Junioren zum Bleiben bewegen können, wenn die Oberliga erreicht wird. Diese Hoffnung hat sich nicht erfüllt.

Röhrhoff Das ist zum einen dem Erfolg der A-Jugend geschuldet, in der sich unsere Spieler durch eine starke Rückrunde in den Fokus finanzstärkerer Vereine gespielt haben, sowohl aus der Oberliga als auch aus der Regionalliga. Zum anderen war bis zum letzten Spieltag nicht klar, ob unser Weg in die Oberliga führen wird und das hat natürlich bei der Entscheidungsfindung für die Spieler nicht geholfen. Letztlich kommen aber wieder drei Spieler aus der A-Jugend in den Kader des Oberligateams und das liegt in etwa auf unserem langjährigen Durchschnitt.

Wenn die A-Junioren nicht bleiben, müssen Sie dann nicht so oder so externe Spieler verpflichten?

Röhrhoff Das Verpflichten von externen Spielern ist bereits durch unser Budget begrenzt. Wir müssen weiterhin auf die Jugend setzen und leben davon, dass kein anderer Verein jungen Talenten so viel Spielzeit gibt wie wir. Als Ausbildungsverein profitieren wir vom Zulauf von Talenten in der Jugend und müssen auch akzeptieren, dass wir Talente bei den Senioren an finanzstarke Konkurrenten abgeben. Unser Konzept wird sich durch den Aufstieg nicht ändern.

Lohnt sich tatsächlich noch eine derart aufwendige Jugendarbeit, zumal wenn die Jugendlichen dann der Verein verlassen?

Röhrhoff Jugendarbeit ist im Vergleich zu den Kosten einer Seniorenmannschaft in der Oberliga preiswert. Unser Ziel bleibt es, mit allen Jugendmannschaften in der Niederrheinliga eine sehr gute Rolle zu spielen. Davon profitieren auch die Seniorenmannschaften langfristig. Wir werden wegen des Aufstiegs in die Oberliga an unserem Jugendkonzept keine Änderungen vornehmen. Wir setzen die Kooperation mit der Borussia im A-Junioren-Bereich fort - nur so haben wir überhaupt eine Chance in der Bundesliga. Die Junioren-Bundesliga ist für den FC kein Ziel an sich, weil unsere Wettbewerber über ganz andere Möglichkeiten verfügen. Wir nehmen das mit und arbeiten so hart wie möglich für den Klassenerhalt.

Wenn man den Trainingsbetrieb auf der FC-Anlage sieht, wuseln auf einem Spielfeld immer mindestens zwei Mannschaften. Das ist doch für derart hochklassige Amateurmannschaften keine Grundlage, um erfolgreich zu sein.

Röhrhoff Wir haben eine enorm große Fußballabteilung, die weiter wachsen kann. Leider sind unsere Trainingsmöglichkeiten für die Anzahl von in der Regel 24 bis 26 Mannschaften bei nur vier Seniorenteams nicht ausreichend. Berücksichtigt man noch den Leistungsaspekt - viermal Training in der Oberliga und Bundesliga, dreimal in den Niederrheinligen und Leistungsklassen - , dann reicht es hinten und vorne nicht mehr. Wenn wir dieses Leistungsniveau halten wollen und gleichzeitig die Verbandsauflagen erfüllen, benötigen wir zusätzlich einen kompletten Platz mit Licht, um Spiel- und Trainingsbetrieb abzuwickeln. Problematisch sind auch Gemeinschaftsduschen, die nur über einen verglasten Gang zugänglich und in der Nutzung stark eingeschränkt sind und von Frauen nicht genutzt werden können. Wir hoffen hier auf dringende Unterstützung der Stadt Mönchengladbach für die kommende Saison.

Quelle: RP
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