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Holger Drever
"Wir haben alle einen positiven Ehrgeiz"

Holger Drever: "Wir haben alle einen positiven Ehrgeiz"
Holger Drever (rechts), Vorsitzender der Giesenkirchener Fußball-Abteilung, und Trainer Daniel Saleh sind mit dem DJK/VfL im Frühjahr in die Bezirksliga aufgestiegen. Dort steht der Klub Ende Oktober überraschend an der Spitze. FOTO: Höckendorf
Mönchengladbach. Der Vorsitzende der Fußball-Abteilung der DJK/VfL Giesenkirchen spricht über seine Beziehung zum Klub, den Neuanfang nach dem freiwilligen Rückzug und die aktuelle Situation beim überraschenden Bezirksliga-Spitzenreiter.

Er hat eigentlich immer gerne im Hintergrund gearbeitet, aber dabei stets großen Ehrgeiz entwickelt. 47 Jahre ist Holger Drever vor einigen Tagen geworden und die erneute Tabellenführung in der Bezirksliga für Giesenkirchen war ein passendes Geburtstagsgeschenk. Mit dem Vorsitzenden der Fußballabteilung des DJK/VfL Giesenkirchen sprach Kurt Theuerzeit über seine Stationen im hiesigen Fußballkreis, die sportliche Entwicklung und die weiteren Aussichten seines Klubs.

Herr Drever, Sie sind in den vergangenen Jahren schon recht viel in den Fußball-Vereinen des Kreises herumgekommen.

Drever So sehe ich das nicht. Seit dem sechsten Lebensjahr bin ich Mitglied in Giesenkirchen. Dort habe ich gespielt, war Trainer und habe mich um den Verein gekümmert. Ich war eine geraume Zeit in Rheindahlen als Fußballobmann, nachdem ich zuvor in dieser Funktion auch beim Rheydter SV gearbeitet habe. Ich habe dort die Erfahrung gemacht, dass es schwierig war, in einem fremden Verein seine Vorstellungen durchzusetzen. Als ich in Rheindahlen war, bat mich Ratsherr Frank Boss, Giesenkirchen zu unterstützen.

Zu diesem Zeitpunkt hatten Sie in Rheindahlen sportlich großen Erfolg. In Giesenkirchen erwartete Sie das Chaos.

Drever Das kann man wohl sagen. Giesenkirchen ist aber für mich eine Herzensangelegenheit. Das hat man auch in Rheindahlen verstanden. Wir haben uns in der Winterpause freundschaftlich getrennt. Ich habe dorthin noch immer gute Kontakte. In Giesenkirchen gab es eigentlich keine Mannschaft mehr. Wir bekamen nicht einmal mehr eine Mannschaft auf den Platz. Fünf Mitstreiter habe ich gefunden, die mit anpacken wollten.

Die ersten Schritte, die Sie einleiteten wurden aber nicht überall mit Beifall bedacht.

Drever Wir haben zunächst die Mannschaft, die nicht mehr existierte, aus der Bezirksliga abgemeldet. Dafür haben wir auch Schelte eingesteckt. Wir brauchten aber den Neuanfang, der in Ruhe vorbereitet werden sollte. Unser Team hat sich dann schon um Spieler und Trainer gekümmert, mit denen wir in der Kreisliga A den Neustart angehen wollten. Mit Fabian Vitz als Trainer und jungen Leuten sind wir dann in eine holprige Saison in der Kreisliga A gestartet und haben mit Ach und Krach das erste Jahr überstanden.

Und jetzt ist Giesenkirchen als Neuling Spitzenreiter in der Bezirksliga. Freuen Sie sich schon auf die Derbys in der kommenden Saison mit dem Rheydter SV?

Drever In der Kreisliga A hatten wir bei diesem Derby 400 Zuschauer. Das ist ein Zeichen, dass dieses Spiel auf beiden Seiten Begeisterung auslöst. Der RSV steht souverän an der Spitze und könnte sehr wohl den Aufstieg schaffen. Wir würden uns freuen.

Dass es in der kommenden Saison zu diesem Derby kommt, ist nicht sicher, wenn Giesenkirchen Spitzenreiter bleibt und in die Landesliga aufsteigt.

Drever Wir haben alle einen positiven Ehrgeiz, wissen aber, dass der erste Platz eine Momentaufnahme ist. Unser Ziel ist ein guter Mittelfeldplatz, dem wir durch den guten Start schon näher gekommen sind. Vielleicht käme ein Aufstieg auch zu früh, denn es muss auch im Umfeld dann noch mehr passieren. Bald ist unser Vereinsheim in einem Top-Zustand, die Stimmung stimmt und wir versuchen alle, auf dem Teppich zu bleiben. Es stimmt das Kollektiv menschlich und sportlich in Mannschaft und dem Klub. Das setzen wir nicht aufs Spiel.

Wird Giesenkirchen länger als eine Woche Tabellenführer sein?

Drever Wir haben alle fünf Heimspiele gewonnen und nur ein Tor kassiert. Also werden wir auch versuchen, gegen Wachtendonk erfolgreich zu sein. Wir wollen diese Serie fortsetzen. Über zwei Wochen Tabellenführung würde ich mich freuen.

Quelle: RP
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