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Walter Muyres Und Christoph Sommer
"Wollen ein familiärer Verein bleiben"

Mönchengladbach. Die Vorstandsmitglieder sprechen über die Landesliga-Saison, die gar nicht nach dem Geschmack des VfL Jüchen war.

Eigentlich war der VfL Jüchen schon abgestiegen. Die Landesliga schien nur eine Klasse mit zweijähriger Verweildauer zu werden. Doch im letzten Augenblick rettete sich der Klub doch noch und darf kommende Saison den dritten Versuch in der Landesliga starten. Über die Sorgen und Nöte der vergangenen Wochen, mögliche Fehler und den daraus resultierenden Konsequenzen sprach Kurt Theuerzeit mit den beiden Vorstandsmitgliedern Christoph Sommer und Walter Muyres.

Fast mit dem Schlusspfiff und der Hilfe aus Meerbusch ist Jüchen am letzten Spieltag dem Abstieg entgangen.

Muyres Ja, das muss man so wohl feststellen. Vor allem war es das Problem, dass wir es aus eigener Kraft nicht schaffen konnten. In Meerbusch sah es lange so aus, als könnte sich Benrath retten. Sommer Ich stand in ständigem Telefonkontakt mit meinem Sohn. Ich dachte zwischendurch schon immer an die fürchterliche Relegation, in der uns nur drei Siege geholfen hätten. Das wäre eine kaum lösbare Herkulesaufgabe gewesen. Dass wir es noch geschafft haben, war schon ein kleines Wunder.

Generell dürfte die Saison nicht nach Ihren Vorstellungen verlaufen sein.

Sommer Der Plan war ein völlig anderer, vor allem, nachdem wir in der Hinrunde schon 24 Punkte gesammelt hatten. Wir glaubten, einen Platz zwischen neun und elf erreichen zu können. Aber wir haben in der Winterpause wichtige Spieler verloren. Damit konnten wir nicht rechnen, dass die uns plötzlich im Stich lassen. Muyres Das Zwischenmenschliche spielt in unserem Verein eine wichtige Rolle. Deshalb waren wir sehr enttäuscht, dass Zusagen nicht eingehalten wurden. Allerdings war auch schon zu erkennen, dass die Trainingsbeteiligung zu lasch war. Das war keinesfalls Trainer Jolo Krahwinkel anzulasten, sondern es fehlten einfach die Spieler, um die Mannschaft richtig vorzubereiten. Natürlich waren auch Verletzungen ein Grund für die überschaubare Trainingsbeteiligung.

Sind aber nicht auch Fehler von Vorstandsseite gemacht worden?

Muyres Wir haben uns die Neuzugänge nicht intensiv genug angesehen. Es reicht nicht, dass jemand Fußball spielen kann. Es muss auch der Charakter stimmen. Bisher hatte uns kein Spieler während der Saison verlassen. Wir haben uns von Namen täuschen lassen, weil wir zu erfolgsgeil geworden waren. Sommer Es war zu Beginn der Rückrunde zu erkennen, dass die Einstellung der Spieler nachgelassen hatte. In dieser Phase hätten wir vom Vorstand eingreifen müssen. Aber glücklicherweise hat sich das in der Endphase geändert. Der Teamspirit stimmte wieder, weil vor allem Spieler wie Mo Chaibi, Yannick Peltzer, René Teppler, Benni Burda, Andreas Fuchs, Felix Eßer und Tim Paulußen vorbildlich vorangegangen sind. Vor allem haben wir Trainer Jolo Krahwinkel sehr viel zu verdanken.

Es besteht also im Hinblick auf die kommende Saison einiger Änderungsbedarf.

Sommer Wir haben mit Michele Fasanelli einen Trainer gefunden, der Jüchen kennt und zu uns passt. Er wird von einem Co-Trainer unterstützt, mit dem wir im Gespräch sind. Zudem wird die Mannschaft einen Physiotherapeuten zur Verfügung haben. Muyres Wir werden uns vor allem jeden Neuzugang genau ansehen, um festzustellen, ob der zu uns passt. Wir wollen weiter ein familiärer, sympathischer Verein bleiben, in dem sich die Spieler wohlfühlen. Wir werden vor allem versuchen, junge Spieler zu verpflichten, die sich bei uns neben den Routiniers entwickeln können. Der Trainer hat eine Namensliste, die er nun abarbeitet.

Bisher scheint es so zu sein, dass Jüchen eine Zwei-Personen-Leitung hat. Können Sie die vielfältigen Aufgaben denn überhaupt noch alleine lösen?

Muyres Wir werden versuchen, uns in der Führung breiter aufzustellen. Mit Guido Roellen haben wir bereits einen Schatzmeister gefunden, der schon lange aktiv im Verein tätig ist. Wir wollen den Vorstand weiter durch ehemalige Spieler vergrößern, die den VfL Jüchen kennen und zum Verein stehen. Sommer Zudem haben wir begonnen, in den Jugendbereich zu investieren. Wir wollen dadurch unsere Erste Mannschaft allmählich mit Jugendlichen ausstatten, die das Fußballspielen bei uns gelernt haben. Das wird unsere Eigenständigkeit maximieren.

Quelle: RP
 
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