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Roland Virkus
"Youth League war der ideale Wettbewerb"

Roland Virkus: "Youth League war der ideale Wettbewerb"
FOTO: Dieter Wiechmann
Mönchengladbach. Borussias Nachwuchsdirektor zieht eine Bilanz der Erfahrungen, die Borussia auf der europäischen U 19-Bühne machen konnte.

Herr Virkus, die U19 ist wie die Profis in der Champions League aus der parallel ausgetragenen Youth League ausgeschieden. Wie sieht ihr Fazit nach den sechs Spielen gegen Manchester, Turin und Sevilla aus?

Virkus Zunächst einmal haben wir gesehen, dass wir mithalten können, allerdings auch, dass noch ein paar Dinge fehlen. Athletisch müssen wir sicher noch arbeiten, das passiert aber auch schon. Das ist aber der ideale Wettbewerb, um das zu fühlen. Wir versuchen ja ohnehin schon, immer alle Sinne anzusprechen, aber diesen Unterschied zu fühlen, ist kaum zu ersetzen. Ein paar Prozent Durchsetzungsvermögen hat der eine oder andere Spitzenklub uns da noch voraus. Dazu kommt noch mehr individuelle Klasse, weil bei uns die Dichte der Top-Klubs höher ist. Aber die Jungs lernen dabei so viel: Verschiedene Stile wie den englischen oder den typisch italienischen von Juve, den Rhythmus mit Englischen Wochen, aber auch die damit verbundenen Reisen.

Wie ist das Niveau verglichen mit der A-Junioren-Bundesliga?

Virkus Das Top-Niveau in der Bundesliga ist sicher schon sehr ordentlich. Ab Platz fünf kann man aber schon die Unterschiede zu diesem Niveau sehen. Bis auf Juve, das sich etwas mehr hat fallen lassen, bringt die Klasse der Teams in der Youth League es einfach mit sich, dass die Gegner sehr dominant auftreten. Rückschlüsse ziehen wir aus beidem, aber eben unterschiedliche. Ob es für das absolute Top-Niveau reicht, kann man in der Youth League sicherlich eher sehen.

Gibt es denn einen oder vielleicht sogar mehrere Spieler, die diese Bühne aus Ihrer Sicht besonders für sich genutzt haben?

Virkus Es gab immer wieder unterschiedliche Spieler, die in den Partien besondere Leistungen abgerufen haben. Das ist gut, weil man dann sieht, wer auch mit unterschiedlichen Stilen des Gegners wie klarkommt. Diese Spieler jetzt zu benennen wäre aber nicht fair, weil wir ihnen damit einen Rucksack aufbürden würden. Mit unseren Einschätzungen, wie wir sie intern geäußert haben, scheinen wir nach den Eindrücken jedenfalls nicht so schlecht zu liegen.

Hat Ihnen als Jugendleiter die Youth League Einblicke gewährt, die Sie sonst so nicht bekommen hätten?

Virkus Man nimmt immer etwas mit. Wir waren nun wirklich bei Vereinen der europäischen Spitzenklasse zu Gast, da knüpft man auch Verbindungen. Gerade mit Manchester City war das sehr gut. Die Klubs in England haben natürlich alles, was man sich irgendwie denken kann. Man muss dann überlegen, was einem selbst helfen würde und was man für weniger wichtig hält. Dann muss man schauen, ob sich das umsetzen lässt. Wir konnten aber auch unsere Philosophie nach Europa tragen. Da hat schon der eine oder andere hingeschaut, wie es ein ehemals großer Klub nach 20 Jahren des Abtauchens wieder nach oben geschafft hat. Wir sind sehr positiv wahrgenommen worden.

Wie wichtig ist das beim Buhlen um junge Spieler, oder reicht da der Erfolg der Profis schon aus?

Virkus Das ist unterschiedlich. Der eine kommt auf Empfehlung, andere achten dann schon sehr genau darauf, welche Plattformen hier geboten werden. Youth League oder der Premier-League-International- Cup sind sicher sehr interessant, aber auch eine U23, die konstant oben dabei ist und eine hohe Durchlässigkeit zur Bundesliga hat, ist sicher ein Faktor. Die Arbeit, die Max Eberl seinerzeit bei der Jugend begonnen hat, durfte ich da fortsetzen

Welche Ziele gibt es für das Team in der A-Junioren-Bundesliga? Der Rückstand zur Spitze ist da ja überschaubar.

Virkus Das ist so, aber der nächstmögliche Reiz ist entscheidend. Spieler wie Djibril Sow, Mandela Egbo oder Tsiy William Ndenge dürfen, wie auch Torhüter Moritz Nicolas, noch bei der U19 spielen. Ziele sind wichtig, natürlich wollen wir so weit wie möglich oben landen. Das soll aber die Entscheidungen nicht beeinflussen. Und dass die Trainer-Rotation sich nirgendwo negativ ausgewirkt hat, zeigt, dass unsere Entscheidung, den eigenen Leuten zu vertrauen, bei der U19 also Thomas Flath, absolut richtig war.

SASCHA KÖPPEN FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

Quelle: RP
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