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Mönchengladbach
Sprosse für Sprosse zur rosa Wolke

Mönchengladbach. Das neue Buch von Paul Sonn ist nett und bunt. Aber es hat auch Schwächen. Von Inge Schnettler

Paul Sonn hat erneut ein Buch vorgelegt. Diesmal sind Paulchen und Paulinchen zu Gast in ihrer Heimatstadt. Sie steigen über die Strickleiter von ihrer rosa Wolke herab und besuchen die Esel auf dem Sonnenhausplatz. Denen sie dann auch gleich Namen verpassen: Agathe, Tipsi, Pips, Fips, Blacky, Nelly und Flocke. Eine süße Idee.

Bevor die beiden Kinder, die seit geraumer Zeit auf ihrer Wolke unterwegs sind, nach Mönchengladbach kommen, besuchen sie Eskimokinder in Grönland, sie spielen mit ihnen mit Autos, Puppen und sonstigen Spielsachen, schreibt Sonn. Sie begleiten die erwachsenen Eskimos bei der Robbenjagd und essen Rentierfleisch. Weiter geht's nach New York, wo Paulchen und Paulinchen kaum Kinder entdecken, stattdessen vollgestopfte Straßen und Hochhäuser, die die Sonne verdecken. Es gefällt ihnen dort nicht, und sie machen sich - auf ihrer rosa Wolke - auf den Weg nach Europa. Zunächst besuchen sie Kinder auf einem Schulhof, dann geht es zu den Eseln.

Wie immer hat Paul Sonn die Illustrationen zur Geschichte selbst gemacht. Warum ein Bild gleich zweimal im Buch auftaucht (S. 28 und 30) erschließt sich nicht. Auch nicht die Art, wie er die Wegeführung der Esel zeigt. Die sieben sind bei Paul Sonn durch Linien miteinander verbunden. Die Künstlerin Rita McBride hat die Wege der Esel ganz anders dargestellt. Sie kommen aus sieben Richtungen und treffen sich auf dem Sonnenhausplatz bei der Esel-Gruppe. Deshalb trägt die siebenteilige Skulptur den Titel "Donkey's Way".

Das Buch ist nett und bunt. Aber leider ziemlich unstrukturiert. Vorgänge wiederholen sich ermüdend oft - die Kinder klettern Sprosse für Sprosse über die Stickleiter hinauf zu der rosa Wolke, das ist immer und immer wieder sehr anstrengend. Und deshalb müssen sich die beiden immer und immer wieder ausruhen auf der rosa Wolke. Auf Dauer ist dieses Bild ermüdend.

Aber möglicherweise empfinden das die Kinder, denen Paul Sonn in Kindergärten und Schulen aus seinem Buch vorliest, anders.

Quelle: RP
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