| 12.52 Uhr

Geneicken
St. Franziskus – das kulturelle Zentrum

Geneicken: St. Franziskus – das kulturelle Zentrum
Totentanz in der Kirche: In der Geneickener Kirche St. Franziskus hängen seit sechs Jahren diese Werke von Markus Lüpertz. FOTO: Andreas Krebs
Geneicken. Der Rheydter von Welt weiß auch heute noch: Rheydt war immer evangelisch. Insofern war Geneicken eine typische Rheydter Honschaft. Im Jahr 1805 wurden in Geneicken ganze acht Katholiken gezählt. Während die evangelische Volksschule stets voll war, reichte für die katholischen Schüler ein einziger Klassenraum. Doch das sollte sich ändern. Von Andreas Gruhn

Im 19. Jahrhundert wurden es langsam mehr Katholiken, denn mit den neuen Industrien in der benachbarten Honschaft Bonnenbroich (Schorch, Kabelwerk) zogen mehr und mehr katholische Arbeiter nach Geneicken. Nur: Die erste katholische Messe wurde erst 1911 gefeiert, in einem kleinen Gebetsraum. Seit 1933 haben die Katholiken ihre eigenes Gotteshaus: die Kirche St. Franziskus. Seitdem jedoch die evangelische Friedenskirche vor wenigen Jahren zu einem Wohnhaus umgebaut wurde, haben die Protestanten nun keine eigene Kirche mehr und weichen ins Franz-Balke-Gemeindehaus aus. Geneicken verdreht.

Die Kirche St. Franziskus ist heute ein kulturelles Zentrum, das weit über die Honschaftsgrenzen hinaus bekannt ist. Pfarrer Klaus Hurtz installierte dort eine Glaubensreihe, bei der prominente Redner auf der Kanzel stehen. Der Künstler Professor Markus Lüpertz zeigte dort 2003 seine Bilderreihe Totentanz. Einen mittelalterlichen Totentanz, den der Leiter der Düsseldorfer Kunstakademie malte und der nun quer über alle Wände der Kirche tanzt – ein Monumentalwerk. Wenige Jahre später vermachte er diese Gemäldereihe der Gemeinde ganz.

2007 schließlich bekamen die Geneickener ihren eigenen Franziskus, den Schutzpatron der Gemeinde und der Bruderschaft. Die Spende eines anonym gebliebenen Bürgers machte es möglich. Damit wurde eine Skulptur des Heiligen Franziskus finanziert, die der Düsseldorfer Künstler Bert Gerresheim schuf. "Ganz der Franz", sagte Weihbischof Heinrich Janssen zur Einweihung. "Er steht mit dem Rücken zur Kirche."

Neben der Franziskuskirche ist weiter der Geneickener Bahnhof prägend für die Honschaft. Dort fuhren ab Februar 1870 die Züge von Gladbach über Rheydt-Geneicken nach Odenkirchen. 115 Jahre befuhren vorwiegend Güterzüge diese Strecke, bis 1985 der Bahnhof endgültig still gelegt wurde. Das Haus an der heutigen Otto-Saffran-Straße drohte zu verfallen, bis die Stadt Mönchengladbach das Haus 1988 von der Bundesbahn kaufte. Ein privater Investor sanierte es später und richtete eine Gaststätte ein. Nun steht der Bahnhof wieder in voller Pracht – denkmalgeschützt, versteht sich.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Geneicken: St. Franziskus – das kulturelle Zentrum


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.