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Mönchengladbach
St. Josef Bruderschaft Venn pilgert nach Trier

Mönchengladbach. Seit mehr als 800 Jahren machen sich Pilger auf, um am Grab des hl. Matthias in Trier entweder zu danken oder um etwas zu bitten. Die ersten Wallfahrten waren in der Regel Dankwallfahrten. Heute steht bei Wallfahrten meist der Gedanke der Bitte im Vordergrund.

Bei diesen Wallfahrten steht jedoch noch ein anderer Gesichtspunkt im Fokus. Früher wie heute gehen die Pilger nicht nur für sich nach Trier, sondern machen sich stellvertretend für die Pfarre oder ihre Bruderschaft auf den Weg. Sie sind nicht nur in eigener Sache unterwegs: Sie tragen auch Freud und Leid Angehöriger, Freunde und Bekannter, der Gemeinde, der Bruderschaft und über ihre Grenzen hinaus die Anliegen zum hl. Matthias und vor Gott hin. Pilger sind Stellvertreter und Abgesandte. So mancher der nicht mitgehen kann, gibt ganz bewusst diesem oder jenem seine Anliegen und Sorgen mit auf den Weg.

Die St. Josef Bruderschaft in Venn ist von dieser 800-jährigen Historie der Trierwallfahrten weit entfernt, hat man sich in Venn doch erst im Jahre 2008 anlässlich des 125-jährigen Jubiläums der St. Josef Bruderschaft entschlossen, die Wallfahrt zum Grab des hl. Apostels Matthias in Trier anzutreten, um für ein gutes Gelingen des Jubiläumsfestes zu bitten. Bei dieser einmaligen Wallfahrt sollte es nicht bleiben. Von dieser Wallfahrt waren die Pilger so begeistert, dass sie beschlossen, zukünftig alle zwei Jahre den Pilgerweg nach Trier als St. Josef Bruderschaft anzutreten. In diesem Jahr gehen die Venner also zum fünften Mal den Pilgerweg von der Venner Kirche nach Trier.

Angesichts der Zeitspanne von 800 Jahren ein winziger Schritt, für die Josefsbrüder jedoch ein kleines Jubiläum bzw. kleiner Geburtstag. Auf dem alten traditionsreichen vom Niederrhein nach Trier führenden Pilgerweg fallen bei diesen Pilgerungen zahlreiche Pilgersteine oder Pilgerkreuze ins Auge, die Auskunft geben über die verschiedenen Gruppierungen, die sich alljährlich oder in regelmäßigen Abständen auf den Weg nach Trier machen. Diese Pilgersteine und Kreuze haben eine besondere spirituelle Bedeutung. Sie laden zur kurzen Rast, zur Besinnung, zum Gebet ein.

Danach geht es weiter auf die nächste Etappe, eventuell zur Mittagsruhe oder zum Nachtquartier. Bei der Wallfahrt nehmen die Pilger über 200 Kilometer auf sich. Und immer mal wieder eine Rast, eine kurze Besinnung an einem solchen Stein oder Kreuz.

Und so wuchs verständlicherweise auch bei der St. Josef Bruderschaft Venn der Wunsch zur Errichtung eines eigenen Pilgersteins. Angefacht wurde der Gedanke vom Brudermeister Herbert Hennekes und von Willi Schroers. Immer wieder wurde nach einer passenden Stelle für den Pilgerstein gesucht. In der Gemeinde Steffeln in der Eifel wurde man fündig.

Der Pilgerstein soll ein Zeichen gelebter Frömmigkeit sein. So wurde in den Stein eine Bronzeplatte eingelassen die neben den Namen der Bruderschaft unter anderem auch die Attribute des Hl. Matthias, den Bischofsstab und das Beil, tragen. Zum Hintergrund: Bischof Matthias wurde wegen seines Glaubens mit dem Beil geköpft.

Der Ortsvorsteher der Gemeinde Steffeln, Werner Schweißthal, bewerkstelligte, dass der Stein auf dem Land der Eifelgemeinde Steffeln errichtet werden konnte. Im Vorfeld der diesjährigen Wallfahrt, die in der Zeit vom 22. bis 28. August stattfand, wurde der Pilgerstein im Rahmen einer Freiluft-Messfeier durch Pfarrer Horst Straßburger eingeweiht.

So wurde dieser Stein in der Eifel für die pilgernden Josefsbrüder in diesem Jahr besonderer Anlauf- und Besinnungspunkt auf ihrer Wallfahrt. Und er wird es auch in den kommenden Jahren sein.

Quelle: RP
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