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Mönchengladbach
Stabwechsel im Bethesda: Dr. Anger geht

Mönchengladbach. Nach 24 Jahren wird der Chefarzt und Ärztliche Direktor in den Ruhestand verabschiedet. Von Angela Rietdorf

"Er ist eine Institution", sagt Dr. Martin Windmann, Geschäftsführer der Johanniter aus Berlin, bei der Verabschiedung im Kaisersaal des Hauses Erholung. "Und er hat immer den Patienten in den Mittelpunkt gestellt." Die Rede ist von Dr. Christian Anger, dem Chefarzt der Anästhesie und Intensivmedizin und Ärztlichen Direktor des Evangelischen Krankenhauses Bethesda, der in den Ruhestand geht.

Für viele Patienten war er so etwas wie das Gesicht des Bethesda. Er war da, wenn sie vor der Operation einschliefen und auch wenn sie hinterher erwachten. Genau so interpretiert er die Aufgabe des Anästhesisten. "Die Anästhesie ist mehr als Narkose", sagt er. "Sie besteht in der Begleitung des Patienten über die Operation hinaus."

Fast ein Vierteljahrhundert war Anger Chefarzt am evangelischen Krankenhaus. 1991 kam er aus Münster an den Niederrhein. "Wir wussten vorher gar nicht so genau, wo Mönchengladbach liegt, aber der erste Eindruck war damals sehr positiv", erinnert er sich. Unter seiner Leitung entwickelt sich die Anästhesie am Bethesda fort. "Wir haben die fachlichen Entwicklungen immer früh aufgegriffen und implementiert", erklärt Anger. Zum Beispiel die Schmerztherapie, bei der die Patienten über Pumpen das Schmerzmittel selbst nach Bedarf dosieren können. Oder medizinische Innovationen, die die Entwicklung von Risikoprofilen ermöglichen und so mehr Sicherheit für den Patienten bringen. Sicherheitschecklisten vor der OP sind heute Standard und dienen als zusätzliche Kontrolle. Auch an der Einführung einer Fortbildungsplattform für die Anästhesisten der Region hat Anger mitgewirkt. "Diese Fortbildungen werden nicht von der Industrie bezahlt, wir sind unabhängig und wählen unsere Themen selbst", betont er. Sein Nachfolger am Bethesda als Chefarzt der Anästhesie ist Dr. Bernd Dohmen.

Die Funktion des Ärztlichen Direktors hatte Anger zehn Jahre inne - zehn durchaus ereignisreiche Jahre, in die die Übernahme des Bethesda durch die Johanniter fällt. "Die Übernahme war ein richtiger Schritt", sagt er rückblickend. "Ich habe aber auch großen Respekt vor der Leistung der Kirchengemeinden, die das Haus in Zeiten knapper Kassen so lange getragen haben." Als Ärztlicher Direktor folgt ihm Dr. Andreas Tittel nach, der Chefarzt der Chirurgie. "Der Ärztliche Direktor hat eine Mittlerfunktion inne", definiert Tittel die Aufgabe. "Es geht um den Interessensausgleich zwischen der Geschäftsführung und den ärztlichen Kollegen." Man bewege sich im Spannungsfeld zwischen dem medizinisch Wünschbaren und dem ökonomisch Machbaren. "Krankenhaus ist Teamarbeit", sagt dazu Geschäftsführer Martin Windmann. "Die Krankenhäuser müssen wirtschaftlich arbeiten, aber wir brauchen auch starke Chefärzte, um medizinische Innovationen auf den Weg zu bringen."

Quelle: RP
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