| 00.00 Uhr

Mönchengladbach
Stadt fühlt sich "unfair behandelt" vom DFB

Mönchengladbach: Stadt fühlt sich "unfair behandelt" vom DFB
Der Borussia-Park in Gladbach. FOTO: Jannik Sorgatz
Mönchengladbach. Mönchengladbach war angefressen nach der Standort-Entscheidung für die EM 2024. Ein Treffen soll die Wogen glätten. Von Jannik Sorgatz

Als DFB-Präsident Reinhard Grindel am 15. September anrief, da ahnten die Anwesenden in einem Raum im Borussia-Park, dass es nichts werden würde mit der EM 2024 in Mönchengladbach. "Ich bin nicht sauer, ich bin stinksauer", sagte kurz darauf Borussias Vizepräsident Rainer Bonhof. Eine "sehr technokratische Entscheidung" bemängelte Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners. Mehr als drei Wochen später ist der Ärger nicht völlig verflogen. Die Stadt und der Verein werden sich deshalb bald mit dem DFB an einen Tisch setzen.

Das verkündete am Samstag Präsident Grindel. Er hatte Post bekommen aus Mönchengladbach. Gestern dann machte Oberbürgermeister Reiners sein Schreiben vom 2. Oktober öffentlich. Der Anfang klingt noch versöhnlich: "Der Deutsche Fußball-Bund hat eine gute Entscheidung getroffen. Die ausgewählten zehn Städte werden die ihnen übertragene Aufgabe erfüllen", schreibt Reiners, fügt aber hinzu: "Allerdings hätte das auch für jede andere Auswahl unter den 14 Bewerbern gegolten." Es sei insgesamt der Eindruck entstanden, dass Mönchengladbach "nie eine echte Chance" gehabt hätte.

Es wird kritisiert, dass der DFB die zehn Standorte "sehr defensiv" ausgewählt habe, es kämen die gleichen zum Zug, die bei großen Fußballturnieren meistens dabei waren. Der dadurch entstandene Vorsprung, teilweise verstärkt durch die Vergabe öffentlicher Gelder, sei aus eigener Kraft nicht aufzuholen, so Reiners. Konkret benennt er vier Stellen, an denen das von Transparency International begleitete Verfahren die Mönchengladbacher Bewerbung benachteiligt habe:

  1. Fristverlängerung Ende Mai verschob der DFB die Deadline für die Abgabe der Unterlagen um einen Monat. Zuvor hatte die Stadt Dortmund Kritik an den finanziellen Risiken einer Bewerbung geübt und mit ihren Rückzug gedroht. "Da wir unsere Unterlagen bereits fertig hatten, haben wir die kurzfristige Verlängerung des Bewerbungszeitraumes als Nachteil empfunden", schreibt Reiners.
  2. Flughafen Im Evaluierungsbericht steht bei Düsseldorf unter "Rechtliche Themen": "Sämtliche Garantien und Undertakings (Host City, Stadion und Flughafen) werden ohne Einschränkungen abgegeben." Bei Mönchengladbach dagegen heißt es, obwohl es sich um denselben Flughafen handelt: "Trotz einer engagierten Interessenbekundung gibt es Defizite vor allem beim Flughafen-Undertaking."
  3. ICE-Anschluss In Gelsenkirchen halten nur dann häufig Fernverkehrszüge, wenn die Hauptstrecke im Ruhrgebiet gesperrt ist. Ebenso schlecht ist die Lage in Mönchengladbach. Doch während es bei den einen heißt, sie hätten "mit Nachteilen zu kämpfen", werden MG "erhebliche Defizite" bescheinigt.
  4. Kapazität Köln ging in seiner Bewerbung von einem Stadionausbau aus, der ist inzwischen aber bis auf eine minimale Restwahrscheinlichkeit vom Tisch.

All das will Reiners im Gespräch mit dem DFB ansprechen.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Mönchengladbach: Stadt fühlt sich "unfair behandelt" vom DFB


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.