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Mönchengladbach
Stadt, Polizei und MKV erklären Flüchtlingen: So geht Karneval

Die Karnevalszüge in Mönchengladbach
Die Karnevalszüge in Mönchengladbach
Mönchengladbach. Wenn sich bunt gekleidete Menschen umarmen, tanzen und sich auf die Wange küssen, dann ist das ein Zeichen von Freude und Freundschaft. Und in der Regel nicht sexuell gemeint. Das ist eine Passage in dem Flugblatt, das die Stadt gerade in Zusammenarbeit mit der Polizei erarbeitet hat und das bald in allen Flüchtlingsunterkünften der Stadt verteilt werden soll. Auch der Mönchengladbacher Karnevalsverband (MKV) hat sein Flugblatt aus der vergangenen Session aktualisiert. Beide zusammen werden in einer Auflage von bis zu 3000 Exemplaren in den Unterkünften verteilt werden. "Wir wollen den Flüchtlingen erklären, was in den nächsten Wochen passiert und wie es geht", sagt MKV-Chef Bernd Gothe. Von Andreas Gruhn

Im vergangenen Jahr war der Flyer des MKV mehr auf das "Willkommen" konzentriert, nun gibt es eine Art Terminkalender und klar formulierte Regeln in sieben Sprachen (Arabisch, Russisch, Türkisch, Englisch, Französisch, Kroatisch, Deutsch). Das Flugblatt der Stadt erklärt Karneval auf vier Sprachen (Deutsch, Türkisch, Englisch, Französisch).

Darin heißt es etwa: Im Karneval war es bereits vor der Einführung der Demokratie möglich, die Herrscher und Könige und Kirche zu kritisieren, ohne bestraft zu werden. Auch heute noch sind manche Kostüme bunt und freizügig, andere kritisieren Politik und Religion.

Das Wichtigste sind die Verhaltensweisen: "Im Karneval wird mehr Alkohol getrunken als im normalen Alltag. Trotzdem sollen die Regeln des Zusammenlebens immer und von allen eingehalten werden." Homosexualität sei in Deutschland normal und werde offen gezeigt. Jede Frau und jeder Mann wähle den Partner alleine aus. Und: "In Deutschland sind Frauen und Männer gleichberechtigt. Jedes ,Ja' und jedes ,Nein' muss akzeptiert werden." Übergriffe und sexuelle Belästigung, wie sie zu Silvester in Köln stattgefunden haben, würden nicht toleriert, sondern bestraft.

Quelle: RP
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