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Mönchengladbach
Stadt stellt nur langsam auf Elektro um

Mönchengladbach: Stadt stellt nur langsam auf Elektro um
Der Rathaus-Chef Hans Wilhelm Reiners fährt gerne mal mit dem Rad oder Roller, geht kurze Wege zu Fuß. Er hat aber auch zwei Diesel-Dienstwagen. FOTO: Stadt Mönchengladbach Wolfgang speen
Mönchengladbach. 85 Prozent der Fahrzeuge im städtischen Fuhrpark sind Diesel. Ebenso die Dienstwagen des Oberbürgermeisters. Nach und nach soll das Rathaus verstärkt mit Elektro- oder Hybridtechnik rollen - sofern es die Kosten erlauben. Von Denisa Richters

Der Skandal um geschönte Abgaswerte von Diesel-Fahrzeugen schlägt seit Monaten hohe Wellen. Manche Städte denken über Fahrverbote für Diesel nach, wer einen Diesel fährt, fragt sich, ob er noch das richtige Auto hat. Wer kann, steigt angesichts der unsicheren Lage um. Doch wie halten es die Stadt Mönchengladbach, der Mann an ihrer Spitze, Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners (CDU)?

Der städtische Fuhrpark umfasst 178 Fahrzeuge, dabei sind die städtischen Töchter wie Mags/GEM oder NEW noch gar nicht eingerechnet. 152 der städtischen Fahrzeuge sind laut Stadtsprecher Wolfgang Speen dieselbetrieben. Der Rest sind 25 Benziner und ein Hybrid-Fahrzeug. Der Verwaltungsvorstand muss sich selbst ans Steuer setzen - anders als in anderen Städten hält Mönchengladbach keine Dienstfahrzeuge für Beigeordnete bereit. Nur der Chef der Stadtverwaltung, Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners, hat zwei Dienstwagen. Allerdings steigt er gerne auch im Dienst aufs Rad, seit neuestem auch auf einen roten Roller; kurze Wege legt Reiners zu Fuß zurück.

Doch ohne Dienstwagen geht es eben nicht. Beide sind Diesel. Der eine ist ein BMW X 1 18d, den Reiners als persönliches Fahrzeug nutzt. Dieser Wagen soll im Dezember gegen ein Hybridauto ausgetauscht werden. Für Termine, die Repräsentationszwecken dienen, fährt der OB in einem BMW X 3 20d vor. Bei diesem Modell soll es vorerst bleiben - wegen der Kosten. Denn in der X3-Klasse biete BMW bisher nur Dieselmotoren, ein X3 40i oder ein X5 Hybrid sind größer und damit auch teurer. In der Klasse X3 könnten andere Anbieter derzeit bei den Kosten laut Speen nicht mithalten, BMW arbeite aber an einer Variante mit reinem Elektromotor. Beide Dienstwagen erfüllten die Euro 6 Norm, so der Stadtsprecher. Um auf aktuelle Entwicklungen rasch reagieren zu können, werden nur Mietverträge mit einer Laufzeit von zwölf Monaten abgeschlossen. Als drittes Fahrzeug hat das OB-Büro für die allgemeine Fahrbereitschaft einen BMW i 3. "Damit fahren wir rein elektrisch und sammeln auf diesem Sektor Erfahrungen", sagt Speen. Der Vertrag läuft bis Mai 2018. "Sollte ein Anbieter E- oder Hybridfahrzeuge auf den Markt bringen, die ähnlich günstige Konditionen aufweisen, steigt die Stadt auch bei anderen Fahrzeugen um", so Speen. Ähnlich handhaben es auch die städtischen Töchter: Bei der GEM sind laut Sprecherin Anne Peters-Dresen 90 Fahrzeuge im Einsatz. Die weitaus meisten davon fahren mit Diesel. Eine andere Technologie ist mit Blick auf Preis und Leistung noch nicht in Sicht. Dies vor allem, weil es sich um spezielle Nutzfahrzeuge handelt, die mit schwerem Gerät wie Müllpressen oder Winterdienst-Ausstattung versehen sind. 2015 hat die GEM aber bereits zwei Elektro-Pkw angeschafft. Diesel beherrscht auch die Flotte der NEW - das vor allem wegen der insgesamt 230 Busse. Für solche leistungsstarken Fahrzeuge ist E-Mobilität noch nicht ausgereift und bezahlbar. Dennoch gibt es laut Sprecherin Christina Achtnich Pläne, bis 2019 E-Mobile in die Busflotte aufzunehmen. Der betriebseigene Fuhrpark des Energieversorgers setzt hingegen bereits stark auf E-Mobilität mit Pedelecs sowie konzernweit 17 E- und sechs Hybrid-Fahrzeugen. Der Anteil soll nach und nach wachsen.

Einer der beiden Dienstwagen ist ein BMW X 1 18d, er soll im Dezember gegen ein Hybridfahrzeug ausgetauscht werden. FOTO: Stadt Mönchengladbach, Wolfgang Speen
Quelle: RP
 
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